Klimaschutz Umgesetzt
Im Kyoto-Optionenbericht Salzburg werden detailliert jene Bereiche beschrieben, in denen das Land Salzburg in den letzten Jahren bereits große Anstrengungen zur Reduktion der Treibhausgase vorgenommen hat.
Die Umstellung der Energieerzeugung von nicht-erneuerbaren Energieträgern auf Biomasse wurde im Land Salzburg bereits in den letzten Jahren sehr stark forciert. Bis Ende 2000 waren im Land Salzburg in Summe 29 Nah- und Fernwärmeanlagen installiert. Der mit den bestehenden Anlagen erreichte Reduktionseffekt für Treibhausgase liegt bei rund 53.000 t CO2/a (im Jahr 2000) bzw rund 262.000 t CO2 seit 1990 (wobei sich der Reduktionseffekt jährlich erhöht hat).
Die Energiesparberatung des Landes wird der Salzburger Bevölkerung seit 1984 kostenlos angeboten. Es werden in durchschnittlichen Jahren ca 600 Beratungen abgewickelt. In Jahren mit besonderen Schwerpunktaktionen (zB Kesseltausch, Dämmung der obersten Geschoßdecke) wurden bis zu 2.000 Energiesparberatungen durchgeführt.
Im November 1993 wurde in Salzburg eine Zuschlagsförderung für die Schaffung von Wohnraum eingeführt. Insgesamt wurde durch die konsequente Anwendung des Salzburger Förderungsmodells eine wesentliche Verbesserung der Qualität von Dämmung und Heizungsanlagen erzielt. Seit dem Jahr 1990 wird vom Land Salzburg die Installation von Solaranlagen gefördert. Seit 1.10.1999 läuft die Aktion „Holzheizung mit Komfort“.
Effizientere Heizungssysteme vermeiden unnötigen Verbrauch von Energie bei gleichem Energieoutput. Um dies ua zu erreichen, wurde das Salzburger Luftreinhaltegesetz für Heizungsanlagen novelliert und eine neue Luftreinhalteverordnung für Heizungsanlagen beschlossen.
Rund 1/3 der treibhausrelevanten CO2-Emissionen werden in Salzburg durch den Verkehr verursacht. Maßnahmen zur Verkehrsvermeidung (im Speziellen zur Verringerung des Individualverkehrs) tragen damit bedeutend und direkt zum Klimaschutz bei. Der Bereich Raumplanung und Verkehr hat in den letzten Jahren Maßnahmen zur Verkehrsvermeidung, zur Verkehrsverlagerung und zur Effizienzsteigerung gesetzt.
Auch Industrie und Gewerbe tragen mit rund 1/3 maßgeblich zum CO2-Ausstoß in Salzburg bei. 1998 hat die Salzburger Landesregierung die Förderungsinitiative "energetische Betriebsstättenoptimierung" beschlossen. Eine entsprechende Beratung zur energetischen Betriebsstättenoptimierung wurde durch die ökologische Betriebsberatung als gemeinsame Einrichtung des Landes Salzburg und der Wirtschaftskammer Salzburg angeboten.
Der Land- und Forstwirtschaft kommt im Zuge der Verringerung der Treibhausgasemissionen eine zentrale Rolle zu, da das Kyoto-Protokoll Ziele für die Netto - Emissionen spezifiziert, dh es werden nicht nur Emissionen sondern auch Senken berücksichtigt. Damit werden auch die Aktivitäten der Landnutzungsänderungen und Forstwirtschaft (Aufforstung, Wiederaufforstung, Entwaldung) seit 1990 umfasst. Anzumerken ist allerdings, dass noch unklar ist, in welcher Form Landnutzungsänderungen, Aufforstungsprogramme uÄ für eine Kyoto-Zielerreichung anrechenbar sind.
Laut Landtagsbeschluss verzichtet das Land Salzburg in seinem Zuständigkeitsbereich auf die Beschaffung von HFCKW- und HFKW-hältigen Produkten, Geräten und Anlagen. Ebenso ist bei PVC-hältigen Produkten jedenfalls die Verwendung kurzlebiger, ökologisch problematischer Produkte, wie z.B. Verpackungsmaterialien und Gebinde, Baufolien, Schalungshilfen und dgl. unerwünscht und möglichst zu vermeiden. Weiters verzichtet das Land Salzburg zum Schutz der Tropenwälder auf Tropenholz.

