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von A bis Z

Beispiel Altlastensanierung:
„Esse Mitterberghütten", Gemeinde Bischofshofen

Verursacher: Kupferhütte, die im Talboden von 1878 bis 1931 betrieben wurde

Antragsteller: Land Salzburg, vertreten durch die Abteilung 5 Umweltschutz des Amtes der Salzburger Landesregierung. Die Sanierung wurde in Projektform abgewickelt, dazu wurde beim Referat 21601 Abfallwirtschaft und Umweltrecht ein Projektteam installiert.

Finanzierung: 95% aus Mitteln der Umweltförderung des Bundes, 5% Land Salzburg

Sanierungszeitraum: Juni 1999 bis September 2000

Art der Maßnahmen:

  • Bau einer Zufahrtsstrasse
  • Rodung von Bäumen und Sträuchern
  • Entfernung der Halde (Bild)
  • Abtragung der Reste von zwei Schloten und des Heizhauses (Bild)
  • Entfernung des belasteten Bodenmateriales im Umfeld der ehemaligen Betriebseinrichtungen (Bild)
  • Entfernung der zwei bis drei Meter tiefen, unterirdischen Rauchgasabzugsschächte und Wiederauffüllung mit unbelastetem Bodenmaterial (Bild)
  • Sortierung des Altlastmateriales zum Abtransport
  • Schließung der Schachtaustrittsöffnungen
  • Abschließende Bodenbeprobung zur Überprüfung der Erreichung des Sanierungszieles
  • Abdeckung der gesamten Altlastfläche mit Geotextilfolie sowie unbelastetem Bodenmaterial und anschließende Rekultivierung. (Bild)
    Insgesamt wurden 5.964 Tonnen kontaminiertes Material abgetragen und mit LKW-Containern in ein nahegelegenes Zwischenlager eines Entsorgungsbetriebes zum Zerkleinern und zum Verpacken gebracht. (Bild)
    4.804 Tonnen hoch schwermetallbelastetes Material musste in Spezialsäcke verpackt und per LKW zu einer Untertagedeponie nach Deutschland gefahren werden. (Bild)
    1.160 Tonnen geringer kontaminiertes Material konnten auf drei Obertagedeponien verschiedener Kategorien in Österreich endgelagert werden. Die Menge des entfernten Materials richtete sich nach Sanierungszielwerten, die sich an den Umgebungsbelastungen orientierten. Dadurch konnten gering belastete Bodenmaterialien vor Ort verbleiben. Diese wurden allerdings mit einer Geotextilfolie und unbelastetem Erdmaterial überdeckt. Eventuelle spätere Nutzungsänderungen müssen dieser Maßnahme Rechnung tragen.



Beispiel Verdachtsflächenuntersuchung:
Altablagerung „Hammerau", Gemeinde Hallein und Puch

Beschreibung der Altablagerung: Der Standort befindet sich ca. 3 km nördlich vom Stadtzentrum Hallein am orographisch rechten Salzachufer und ist mit Auwald und Jungwald bewachsen. Etwa in der Mitte der Fläche befindet sich ein ca. 130 m langer und 40 m breiter Teich auf Grundwasserspiegelniveau.

Von 1970 bis 1979 wurden in einer Kiesprobe ca. 270.000 m³ Hausmüll, Bauschutt, Aushub- und Abraummaterial, Industrie- und Gewerbemüll, ohne technische Maßnahmen zum Grundwasserschutz abgelagert.

Projektdauer: Mai 1998 bis März 2001

Untersuchungsziele:

  • Flächenmäßige Abgrenzung der Altablagerung
  • Vertikale Abgrenzung der Altablagerung bzw. Lage der Deponiesohle
  • Tatsächlich abgelagerte Abfälle und deren Schadstoffpotential
  • Geologische und hydrogeologische Standortsituation
  • Lokale Grundwasserströmungsverhältnisse
  • Grundwasserqualität in An- und Abstrom
  • Aktuelle Deponiegasproduktion

Untersuchungsmethoden:

  • Errichtung von Grundwassermesstellen
  • Geophysikalische Bohrlochmessungen
  • Grundwasseruntersuchungen
  • Teichbeprobungen
  • Bodenluftuntersuchungen
  • Baggerschürfe (Bild)
  • Abfalluntersuchungen

Kosten: 105.000 Euro

Ergebnisse:

Grundwasser: Es wurden an insgesamt zehn Grundwasseraufschlüssen Wasserproben entnommen. Dabei wurden in vier Sonden erhöhte Belastungen bei den Parametern Ammonium, Phenolindex, Kohlenwasserstoffe und Aluminium festgestellt.

Bodenluft: An zwei stationären Bodenluftsonden wurden im Zuge der Vor-Ort Messungen Methangehalte von durchschnittlich 70-80% bei sehr geringen Sauerstoff- und Kohlendioxidkonzentrationen ermittelt. Die laboranalytisch untersuchten Parameter LHKW und BTEX konnten jeweils < 1 mg/m3 nachgewiesen werden.

Beschaffenheit der Ablagerungen: Nach der Art der abgelagerten Materialien ließen sich drei große Bereiche unterscheiden: Hausmüllablagerungen, Bauschuttmaterialien und metallische Abfälle und organische Materialien mit darüber liegenden Bauschuttablagerungen. Hohe Eluatgehalte wurden bei Ammonium, ph-Wert und Leitfähigkeit festgestellt. Erhöhte Gesamtgehalte waren bei Arsen, Quecksilber und Kohlenwasserstoffen zu verzeichnen.

Gefährdungsabschätzung: Die Untersuchungsergebnisse zeigen, dass rund 270.000 m³ Abfälle abgelagert wurden, wobei im südlichen und im nordöstlichen Randbereich Abfälle mit erhöhtem organischen Anteil deponiert wurden. Lokal ist eine anhaltende Deponiegasproduktion gegeben.
Im Bereich der Altablagerung wurde eine signifikante Veränderung der Grundwasserqualität festgestellt, die jedoch nicht ausschließlich auf die Altablagerung zurückgeführt werden kann. Aufgrund der lokalen hydrogeologischen Verhältnisse ist jedoch keine weiterreichende Ausbreitung der Grundwasserverunreinigung zur erwarten.
Die Altablagerung stellt daher keine erhebliche Gefährdung für die Umwelt dar, ist jedoch als Beobachtungsfläche zu bewerten und dementsprechend weiter im Verdachtsflächenkataster zu führen.