Praxistipps
Grasschnitt
Grasschnitt eignet sich einerseits als Mulchmaterial und kann unter Bäumen, Sträuchern und auf Beeten ausgebracht werden. Die Mulchschicht schützt den Boden, aktiviert das Bodenleben und unterdrückt unliebsamen Wildkrautnachwuchs. Sobald die Bodenorganismen den Grasschnitt in die Erde gezogen haben, wird die Schicht erneuert.
Wenn man den Grasschnitt nach dem Mähen zwei bis drei Tage auf der Wiese anwelken lässt, kann man ihn aber auch durchmischt mit groben Materialien, etwa zusammen mit Heckenschnitt, kompostieren. Wird das feuchte Schnittgut ohne Strukturmaterial in zu dicken Schichten (mehr als 5 Zentimeter) aufgetragen, gelangt keine Luft mehr an den Kompost. Die Folge sind Fäulnis und ein unangenehm stechender Geruch, wenn der Kompost mit einer Grabegabel aufgegraben wird.
Naturnahe Gartengestaltung: Wiese statt Rasen
Schnecken(eier)
Schnecken nützen den Komposthaufen als Nahrungsquelle und Eiablageplatz. Um eine Verschleppung der Gelege im Kompost zu verhindern, sollte im August, spätestens bis Mitte September, der Kompost abgesiebt und auf die Beete aufgebracht bzw. "schneckensicher" aufbewahrt werden. Im Spätsommer sind Schnecken noch nicht bereit zur Eiablage und eine Verschleppung der Gelege durch Kompostausbringung ist unwahrscheinlich.
(Die Broschüre "Schnecken ohne Schrecken" erhalten Sie kostenlos bei: Amt der Salzburger Landesregierung, Abt. 16, PF 527 5010 Salzburg, Tel. 8042-4379 oder per E-Mail unter umweltschutz@salzburg.gv.at)
Wurzelunkräuter
Wurzelunkräuter wie (z.B. Quecke, Giersch, Ackerschachtelhalm und Ampfer) haben ihren Namen aufgrund ihrer Hauptvermehrungsart, der Ausbreitung über Rhizome (=unterirdische Wurzelausläufer) erhalten. Selbst kleine Teile dieser Rhizome können wieder austreiben. Um sie beim Kompostieren unschädlich zu machen, müssen in der Heißrotte Temperaturen von 65°-70°C erreicht werden. Da diese Temperaturen bei der Hausgartenkompostierung oft nicht erreicht werden, sollten Wurzelunkräuter in die Biotonne gegeben oder zur Grünabfallsammlung am Recyclinghof gebracht werden.
Unkrautsamen
Grundsätzlich sollten "Unkräuter" gemäht oder gerupft werden, ehe sie Samen tragen. Bereits samentragende Unkräuter immer in die Mitte des Komposthaufens einbauen, da dort die höchsten Temperaturen erreicht werden.
Thujenschnitt
Thujen enthalten rottehemmende Stoffe und sind daher nur in kleinen Mengen im Hausgarten kompostierbar. Thujenschnitt daher zur Grünabfallsammlung zum Recyclinghof/Altstoffsammelhof bringen.
Ökologisch hochwertiger sind Hecken aus einheimischen Gehölzen. Dieser Heckenschnitt ist problemlos kompostierbar.
Naturnahe Gartengestaltung: Hecken
Nähere Informationen auf:
www.salzburg.gv.at/heckenfunktion oder www.wwf.at/Naturschutztipps/hausundgarten/hecken/index.html
Zusätze
Reifer Kompost und Erde sind kostenlos im eigenen Garten vorhanden. Die meisten vom Gartenfachhandel angebotenen Kompostzusätze sind verzichtbar.
Kompoststarter
Komposterstarter enthalten jene Mikroorganismen, die für die Verrottung der Bioabfälle notwendig sind. Bei einem gut gemischten Komposthaufen, stellen sich die Mikroorganismen von selbst ein. Es dauert nur ein wenig länger.
Kalk
Branntkalk (ungelöschter Kalk) und Kalkstickstoff wird zugegeben um Gerüche zu unterbinden und Wildkrautsamen abzutöten. Es werden aber nicht nur Wildkrautsamen sondern auch nützliche Organismen abgetötet. Zuviel Kalk im Garten führt zu langfristiger Bodenverarmung durch beschleunigten Humusabbau.
Gesteinsmehl
Gesteinsmehl (Muschel- oder Algenkalk) kann über frische Küchenabfälle zur Geruchsbekämpfung gestreut werden. Abdecken mit Laub oder Gartenerde erfüllt denselben Zweck.
Mögliche Fehlerquellen beheben
| Erscheinung | Mögliche Ursache | Abhilfe |
| 1. Die Verrottung kommt nicht in Gang, das Material bleibt unverändert. |
a) Zu trocken b) Stickstoffarmut (zuviel Sägemehl, Strauchschnitt oder Laub) |
a) Haufen umsetzen und anfeuchten b) Haufen umsetzen und Stickstoff (Küchenabfälle, Grasschnitt) hinzufügen. |
| 2. Faulige Gerüche beim Aufgraben, unzureichende Temperatur, schwarze Färbung. | Mangelhafte Luftversorgung durch zu wenig Strukturmaterial und/oder zu viel Nässe. | Kompost mit Struktur- material durchmischen und locker auf Reisig- schicht aufsetzen |
| 3. Der Komposthaufen lockt unerwünschte Tiere (Ratten, Vögel, …) an. | Freiliegende Küchenabfälle, insbesondere gekochte Speise- und Fleischreste. | Küchenabfälle in die Mitte des Haufens einbauen und mit verrottetem Material oder Erde abdecken. |
| 4. Der fertige Kompost enthält unerwünschte Wild- und, Wurzelunkräuter. | Der Kompost wurde nicht ausreichend warm. | Wildkräuter immer nur in die Mitte des Komposts geben. Höheres Aufsetzen bringt die nötige Wärme. |
| 5. Aus dem Kompost wachsen Pilze hervor, der Kompost ist weiß verpilzt. | Pilze erfüllen wesentliche Funktionen bei Um- und Abbauprozessen. | Falls sonst keine Probleme auftreten, sind keine Maßnahmen notwendig. |

