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Kompostierung für Fortgeschrittene

Laubkompost

Schwer verrottbares Laub                         Leicht verrottbares Laub

Zur Herstellung einer speziellen Lauberde sollten möglichst unterschiedliche Laubarten, schwer verrottendes Laub (Walnuss, Platane, Eiche, Kastanie, Pappel) und leicht verrottendes Laub (Ahorn, Erle, Haselnuss, Buche, Esche, Ulme, Weide, Obstbaum, Linde, Birke) miteinander vermischt werden. Untergemischte Zweige und das Unterheben einiger Schaufeln fertigen Komposts verhindern ein Zusammenpappen der Blätter.

Beim Aufsetzen sollte auch auf die Durchmischung von trockenem und feuchtem Laub geachtet werden, damit die Kompostierung schneller verläuft. Fällt hauptsächlich schwer verrottbares Laub an, ist eine stickstoffhaltige Zugabe (Rasenschnitt, Mist, Hornspäne oder Blutmehl) notwendig, die den Rottevorgang beschleunigt. Danach wird das Laub mit einer Schicht Gartenerde abgedeckt.



Grasschnitt

Praxistipps: Grasschnitt

Anwendungen von Kompost

Komposterde kann für alle Garten-, Balkon- und Zimmerpflanzen verwendet werden. Hier wird die Komposterde in dünnen Schichten auf den Boden gestreut und leicht eingearbeitet. Für Zimmer- und Balkonpflanzen ist eine Mischung von Komposterde und Blumenerde im Verhältnis 1 : 1 am besten.

Kompost gibt die enthaltenen Nährstoffe langsam ab, so dass eine Überdüngung verhindert wird. Aus diesem Grund kann Kompost das ganze Jahr über im Garten angewandt werden. Kompost soll aber immer nur oberflächlich ausgestreut oder in die oberste Bodenschicht eingearbeitet werden.

Blumentopf

  • Blumenkübel, -töpfe und -kästen: Viele Pflanzen gedeihen am besten in einer Mischung aus Kompost zur einen Hälfte und gebrauchter Blumenerde, Gartenerde, oder Sand zur anderen Hälfte. Als Aussaaterde dient eine Mischung aus cirka 9 Teilen Sand und 1 Teil Komposterde, ein größerer Kompostanteil wirkt sich ungünstig auf die Wurzelbildung aus.

  • Blumenbeete, Stauden: Beim Setzen von anspruchsvollen Blumenzwiebeln und Stauden der Pflanzenerde zur Hälfte ausgereiften Kompost beimischen. Ist später weiterer Nährstoffbedarf feststellbar und eine regelmäßige Düngung erforderlich, sollte man jährlich 4 Liter pro Quadratmeter Kompost auf die Beete geben und oberflächlich einharken.

Rose

  • Rosen: Bei der Pflanzung von Rosen vier bis sechs Schaufeln ausgereiften Kompost pro Quadratmeter in die oberste Bodenschicht einarbeiten. Die gepflanzten Rosen werden das ganze Jahr über mit einer Schicht von 2 Zentimetern Reifekompost versorgt. Als Frostschutz im Herbst kann auch gröberer Kompost um die Stämme angehäuft werden. Bei Rosen wirkt sich die schädlingshemmende Eigenschaft des Komposts sehr positiv aus.

  • Gehölze, Ziersträucher: Bei der Pflanzung werden bis zu 3 Zentimeter ausgereifter Kompost in die oberste Bodenschicht eingearbeitet. Der Pflanzenerde kann ein Drittel ausgereifter Kompost zugegeben werden. Bei Pflanzung ganzer Gehölzgruppen den Kompost flächig verteilen und anschließend mit einer Grabegabel einarbeiten.

Wiese

  • Wiese: Die Komposterde im Frühjahr absieben und dünn cirka 2 Liter pro Quadratmeter über die Rasenfläche streuen. Bereits nach einigen Tagen ist der Kompost in die oberste Bodenschicht eingezogen. Die Anwendung von Kompost wirkt sich günstig auf Durchlüftung und Wasserhaltefähigkeit des Bodens aus. Mit einer zweiten Kompostgabe im Sommer kann der Stickstoffbedarf des Wiesenbodens gedeckt werden.

  • Erdbeeren: Bei der Pflanzung ausgereiften Kompost zu einem Drittel der Pflanzenerde beimischen. Alljährlich zwischen die Erdbeerreihen 1 bis 2 Zentimeter Kompost aufbringen, entweder im April oder direkt nach der Ernte.

Johannisbeere

  • Johannisbeeren, Stachelbeeren, Himbeeren: Bei der Pflanzung sollte reichlich Kompost in die obere Bodenschicht von cirka 15 Zentimetern eingearbeitet werden. Zur jährlichen Düngung 2 Zentimeter Kompost unter die Sträucher aufbringen. Der Kompost kann auch halbfertig sein.

  • Obstbäume: Bei der Pflanzung sollten einige Schaufeln ausgereifter Komposterde in das Pflanzloch gegeben und vermischt werden. Später werden die Bäume einmal jährlich mit Kompost versorgt. Im Herbst kann man unfertigen Kompost 2 Zentimeter dick auf die Baumscheibe geben und anschließend mit Laub abdecken.

Gemüse

  • Gemüse: Hier macht sich die bedarfsgerechte Nährstoffzufuhr durch Kompost besonders bemerkbar – die Pflanzen schmecken einfach besser. Die Aufbringmenge beträgt cirka 8 Liter pro Quadratmeter bei Starkzehrern (Blumenkohl, Brokkoli, Frühkartoffeln, Kürbis, Rhabarber, Rosenkohl, Rote Rüben, Rotkraut, Spargel, Tomaten, Weißkraut spät, Wirsing), 6 Liter pro Quadratmeter bei Mittelstarkzehrern (Chinakohl, Gurken, Grünkohl, Kartoffeln, Kohlrabi, Mangold, Karotten, Porree, Rettich, Schwarzwurzeln, Sellerie, Spinat, Weißkraut früh) und bei Schwachzehrern (Bohnen, Endivien, Erbsen, Feld- und Kopfsalat, Petersilie, Radieschen, Zwiebeln) 4 Liter pro Quadratmeter.

Moorbeetpflanzen

  • Moorbeetpflanzen: Rhododendren, Azaleen sind für unsere Gärten eigentlich keine standortgerechten Pflanzen. Da sie saure Böden benötigen, empfiehlt sich die Anwendung von Laubkompost. Eine umweltfreundliche, im Handel erhältliche Alternative sind geeignete Rindenprodukte.
Rückfragen: Dr. Brigitte Fischer-Ogrisegg, DW 4379