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Wasseramsel

Wasseramseln sind Bewohner natürlicher Fließgewässer

Wasseramsel (Cinclus cinclus) Bild: Peter Buchner Mit freundlicher Genehmigung von Birdlife veröffentlicht

Die Wasseramsel ist ein zur gleichnamigen Familie Wasseramseln gehörende Vogelart. Sie sind von ihrem Habitus her kleiner als Amseln, rundlich mit einem kurzen, oft aufgestellten Schwänzchen. Das Gefieder ist dunkelbraun, der Kopf etwas heller;  Brust und Kehle sind weiß,  der Bauch rotbraun. Die Vögel haben eine kompakte Gestalt. Im Jugendkleid sind die Vögel grau mit grau gestricheltem, gebändertem Bauch. Sie haben kräftige Beine; ihr Flug ist geradlinig mit schwirrenden Flügelschlägen.

Wasseramseln kommen an natülichen Bächen und Flüssen vor

Die Vögel sind bei uns als Brutvogel in der Nähe von schnell fließenden, natürlichen Bächen und Flüssen im Wald- und Bergland, bis ins Gebirge anzutreffen. Außerhalb der Brutzeit kommen sie vermehrt im Tiefland vor. Wasseramseln sitzen oft auf Steinen und Blöcken im Wasser; sie knicksen im Sitzen. Die Lockrufe der Vögel sind kurz und rau „zrih“ und „sirhh“, ihre Rufe etwas unrein „zit“ und „zrik“ manchmal in Reihen. Der Vogel trägt seinen schwätzenden Gesang mit trillernden Phasen auch im Winter vor.

Rufe der Wasseramsel

Wasseramseln ernähren sich hauptsächlich von Wasserinsekten und deren Larven, aber auch kleinen Krebschen, Schnecken und Fischen, die sie tauchend erbeuten. Wasseramseln sind die einzigen heimischen Singvögel, die schwimmen und sogar tauchen. Diese Tauchgänge der Altvögel dauern 5-10 Sekunden, es wurden schon Tauchstrecken bis 20 m gemessen und 1,5 m Tauchtiefe.  Die Vögel haben spezielle Anpassungen an das Leben am und im Wasser: Das Gefieder ist dichter, die Bürzeldrüse ist auffallend groß (Fettproduktion zur Gefiederimprägnierung), die Nase kann verschlossen werden, die Muskulatur zur Akkomodations des Auges ist speziell entwickelt, damit ein Sehen unter Wasser möglich ist. Die Beine der Wasseramsel sind mit kräftigen Zehen ausgestattet, damit sich der Vogel in der Strömung eines Gebirgsbaches halten kann.

Sie legen kugelförmige, backofenförmige Nester in der Spritzzone von Gewässern an; das Nest kann entweder an Brückenträgern, zwischen Baumwurzeln, oder in Fels- und Baumlöchern angebracht sein. Legebeginn ist oft schon im Februar, sicher aber im  März. Wasseramseln haben 2 Jahresbruten, legen 4-6 weiße Eier, die vom Weibchen bebrütet werden. Die Brutdauer beträgt etwa 14-18 Tage. Beide Altvögel füttern die Jungen, die nach dem Schlupf etwa 18-25 Tage im Nest bleiben. Sie können tauchen, bevor sie fliegen können.

Sie sind Stand- und Strichvögel, bleiben also auch im Winter im Brutgebiet und sind in Salzburg vor allem in den Gebirgsgauen an geeigneten Gewässern anzutreffen..

Wasseramseln benötigen besonderen Schutz

Wasseramseln sind durch Lebensraumverlust besonders gefährdet. Die Lebensräume dieser Vögel sind bedroht durch Flussverbauung und –begradigung, Kraftwerksbau, sowie Wasserverschmutzung.Die Wasseramsel ist laut Roter Liste österreichweit potenziell gefährdet (RL-Ö=4). Sie ist im gesamten Bundesland Salzburg streng geschützt ( Tier- und Pflanzenartenschutzverordnung) .
Ihre Bestandessituation ist mäßig häufig,  die Bestandesentwicklung abnehmend. Die Arealentwicklung dagegen stabil, ihre Habitatverfügbarkeit gering. Durch den Menschen ist eine gering negative Beeinflussung gegeben. Nach Auffassung des Umweltbundesamtes (ZULKA et al. 2005) ist zu ihrer Erhaltung erhöhte Verantwortlichkeit vonnöten. Etwa 5% des europäischen Wasseramselbestandes brüten in Österreich. Handlungsbedarf besteht durch den Schutz wichtiger Brutgewässer, ökologische Planung und Durchführung bei wasserbaulichen Eingriffen. Wichtig´ist  ein Monitoring des Wasseramselbestandes.


Literatur




Weiterführende Links:

Pflanzen- und Tierarten-Schutzverordnung

Rote Liste gefährdeter Tierarten

Abfrage - Rote Listen

Ursachen für die Gefährdung der Tiere

Vogelschutz-Richtlinie

Bonner Konvention

Biodiversität in Österreich

Birdlife

Umweltbundesamt

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Rückfragen: Mag. Michael Hubka