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Wintergäste am Futterhaus

Titelleiste für Themengebiet "Hecke"

Vogelfütterung im Winter sollte richtig durchgeführt werden

Blau- und Kohlmeise bei einem "Meisenknödel"

Vogelfütterung im Winter ist nicht überlebensnotwendig

Vogelfütterung während des Winters stellt für einzelne Arten eine Überwinterungshilfe  und "Zubrot" dar, besonders im urbanen Bereich; ansonsten ist sie im Großen und Ganzen kein Überlebenserfordernis, da Vögel, die bei uns den Winter verbringen, ausreichend angepasst sind und gelernt haben, ohne menschliche Hilfe den Winter zu überleben. Samen und Beeren von Bäumen und Sträuchern dienen als Nahrungsquelle. Auch sind durch zusätzliche Fütterung positive Effekte auf ganze Brutbestände nicht zu erwarten.

Dessen ungeachtet stellen viele Leute im eigenen Garten ein Futterhäuschen auf; hier können viele, auch seltene Arten bequem, quasi vom Wohnzimmerfenster aus beobachtet werden. Auch ist ein solches Vogelhaus gut geeignet, Kinder zur Naturbeobachtung anzuleiten und Verantwortung zu übernehmen.

Beim Füttern  sollten einige Grundregeln beachtet werden:

  • Der Aufstellungsort des Futterhäuschens ist am besten nahe einer Hecke, damit die Vögel bei drohender Gefahr (Greifvogel, Katze) Deckung suchen können.
  • Handelt es sich beim angebotenen Futtergerät um ein Futterhäuschen, so sollte zweckmäßigerweise die Fläche, auf der das Futter liegt, nicht zu groß sein. Die Vögel sollten nicht im Futterhäuschen sitzen, damit das Futter nicht durch Kot verschmutzt wird und Krankheiten (z.B. Salmonellen) übertragen werden.
  • Für die Tiere sollte eine zusätzliche Sitzstange angebracht sein. Die entnommene Futtermenge sollte aus einem Silo nachrinnen.Offene Futterhäuschen sollte man zumindest alle paar Wochen gründlich reinigen.
  • Sobald kranke oder tote Tiere beobachtet werden, sollte die Fütterung eingestellt werden und betroffene Futterhäuschen gereinigt und desinfiziert werden.
  •  Keine Speisereste verfüttern, insbesondere keine gesalzene Speisen! Sie können für die Vögel selbst schädlich sein.
  • Es ist darauf zu achten, dass das Futter nicht nass wird. Nasses Futter kann gefrieren bzw. schimmelt bei milden Temperaturen.
  • Auf jeden Fall ist es ganz wichtig, dass im Frühjahr die Fütterung eingestellt wird, wenn die Vögel genug Futter in der Natur finden.
  • Neben der Zusatzfütterung mittels Futterhäuschen ist es aber auch wichtig, dass der Gartenfreund einzelne Äpfel oder sonstiges Obst an Bäumen hängen lässt; diese werde gerne als Zucker- und damit als Energielieferanten angenommen.

Heimische Beeren sind Nahrung für Weichfutterfresser (Drosseln) sowie die darin enthaltenen Samen Nahrung für die Körnerfresser. Geeignete Pflanzenarten für diesen Zweck sind Eberesche (Vogelbeere), Weißdorn , Liguster , Eibe  sowie die Früchte des Efeus.

Samenfresser fressen gerne die Samen verschiedener Wildkräuter und -blumen, z.B. von Gänsefußgewächsen , Brennnesseln, Kletten, Beifuß, aber auch Arten wie Nachtkerze, Weidenröschen, Mädesüß, u.a.

Insektenfresser wie Zaunkönige, Rotkehlchen und bisweilen auch Meisen holen sich gerne auch überwinternde Insekten und Spinnen aus liegengelassenem Laub, Laub- und Reisighäufen, die auch für die Überwinterung der Igel bereitgestellt werden sollten.

Im Folgenden sollen einige Vogelarten vorgestellt und besprochen werden, die als Wintergäste am Futterhäuschen zu beobachten sind:

Zaunkönig                                                                                                                         link nach oben

Zaunkönige überwintern bei uns und bevorzugen als Lebensraum unterholzreiche Wälder, Parks, aber auch Gärten. Sie ernähren sich von Insekten, Spinnen und bodenlebenden Kleinlebewesen. Bei zusätzlicher Fütterung werden Haferflocken, Fettfutter, getrocknete Beeren und kleine Samen gefressen. Als sonstige Hilfe kann man ihnen Hecken, Stauden, Reisighaufen und schneefreie Komposthaufen anbieten.

Amsel

Die Mehrzahl der europäischen Vögel überwintert bei uns, der Rest zieht nach Südwesteuropa. Die überwinternden Tiere bevorzugen oft Gärten und Parks in Siedlungsgebieten, wo sie sich von Beeren und Früchten (Eberesche, Heckenrose und Weißdorn) ernähren, in der kalten Jahreszeit aber auch überwinternde Kleintiere als Nahrung annehmen. Als Zusatzfutter kann man Haferflocken, getrockneten Beeren, Obst, aber auch Fett und Fettfutter anbieten. Als sonstige Hilfen dienen Beerensträucher, Fallobst, Falllaub, auch der ein oder andere am Baum hängen gelassene Apfel als Energielieferant, oder auch Komposthaufen. Bei Nahrungsmangel werden Samen gefressen, die von den Vögeln aber nur schwer verdaut werden können.

Rotkehlchen

Rotkehlchen sind Teilzieher, d.h. bei uns lebende Vögel ziehen Richtung Süden , während Vögel aus Nordeuropa, aber auch heimische Siedlungsbewohner hier überwintern. Der Lebensraum des Rotkehlchens sind Wälder und halboffene Landschaften, aber auch Parks und größere naturnahe Gärten. Sie ernähren sich hauptsächlich von Insekten; im Herbst und Winter werden zusätzlich auch Beeren genommen. Bei Zusatzfütterung bevorzugen sie Samen, Fett, Haferflocken und getrocknete Beeren.Hilfe beim Überwintern bieten auch Beerensträucher, liegengelassenes Falllaub wegen des Insektenreichtums und schneefreie Komposthäufen.

Kleiber

Kleiber überwintern bei uns; sowohl im Herbst und Winter als auch zur Brutzeit besiedeln sie Wälder, Gehölze, Parks und Gärten. Ihre Nahrung besteht aus Insekten und Spinnen, die sie aus der Borke oder unter Flechten hervorholen.Zusätzlich schätzen sie verschiedene Baumsamen von Rot- und Hainbuche, Ahorn, Eschen, Eichen und Eiben.Bei Zusatzfütterung fressen sie gerne große Samen, Fett, Nüsse sowie Meisenknödel. Als sonstige Hilfen werden Altbäume der genannten Arten gerne angenommen.

Bunt- und Kleinspecht

Beide Arten überwintern im Brutgebiet , leben auch im Herbst und Winter in Wäldern, Parks und Gärten. Ihre Nahrung besteht das ganze Jahr über aus holzbewohnenden Insekten. Buntspechte fressen im Winter auch gerne fettreiche Nüsse und Baumsamen von Fichten, Föhren, Hain- und Rotbuche, Wal- und Haselnuss. Bei Zusatzfütterung sollten Fett, Nüsse und große Samen gefüttert werden. Auch Meisenknödel und -ringe werden gerne angenommen.Als sonstige Hilfe für diese und andere Spechtarten lassen Sie bitte alte Bäume stehen !

Kohlmeise

Die Kohlmeise gilt als relativ häufiger Gast am Futterhaus. Sie überwintert im Bereich von Siedlungen; ihre ganzjährige Nahrung sind Insekten und Kleintiere, während sie imWinter verschiedene Samen, Beeren und Nüsse gerne fressen. Bei Zusatzfütterung kann man der Kohlmeise Meisenringe und -knödel, Fett und verschiedene Samen anbieten. Als sonstige Hilfen werden Laub-, Reisig- oder Komposthaufen wegen der dort überwinternden Insekten und anderer Kleintiere gerne angenommen.

Blaumeisen                                                                                                                         link nach oben

Die Blaumeise ist ein Teilzieher; die bei uns überwinternden Vögel leben in nahrungsreichen Lebensräumen, z.B. Wäldern, Städten und Dörfern.Sie ernähren sich ganzjährig von kleinen Insekten, die sie aus Pflanzenstängeln holen und von Blättern und Zweigen ablösen. Im Winter benötigen sie zusätzlich fettreiche Baumsamen (Eicheln, Bucheckern), aber auch Beeren und Wildkräutersamen. Bei Zusatzfütterung nehmen sie gerne alle möglichen Sämereien,  Haferflocken, Nüsse, Fett und Meisenknödel und -ringe. Als sonstige Hilfe mögen sie gerne naturnahe Gärten mit vielen Wildkräutern, die viele Insekten beherbergen.

Sumpfmeise

Sumpfmeisen bewohnen das ganze Jahr Laub- und Mischwälder, Parks und Gärten, ernähren sich ganzjährig von Spinnen und Insekten und im Winter zusätzlich von Sämereien.  Bei Zusatzfütterung werden kleine und große Samen, Haferflocken, fette (energiereiche) Nahrung (Nüsse, Fett), Meisenknödel und -ringe gerne angenommen.Als sonstige Hilfe im Garten kann man ihnen Wildkräuter an schneegeschützten Stellen, sowie Laub- und Reisighaufen zur Verfügung stellen.

Tannen- und Haubenmeisen

Tannenmeisen und Haubenmeisen überwintern in Nadel- und Mischwäldern, aber auch Siedlungen, Gärten und Parks.Sie fressen das ganze Jahr über Insekten und Spinnen, im Winter wegen des erhöhten Energiebedarfs verschiedene Sämereien von Tannen, Fichten, Eiben und Vogelbeeren. Bei Zusatzfütterung werden verschiedene Samen, Nüsse, Fett, Meisenknödel und -ringe sowie Haferflocken angenommen.Als zusätzliche Hilfe im Garten kann man ihnen alte Koniferen (Nadelbäume) anbieten, da sie viele Insekten beherbergen.

Buchfink (Fringilla coelebs)                                                                                                                                       link nach oben

Die Weibchen des Buchfinken ziehen in schneefreie Gebiete, während die meisten Männchen im Brutgebiet verbleiben, wo sie offene Feldlandschaften mit Gehölzen, aber auch Siedlungen bewohnen. Die überwinternden Tiere ernähren sich von verschiedenen Samen, die sie vom Boden aufsammeln. Bei Zusatzfütterung fressen sie gerne verschiedene Samen, aber auch Haferflocken.Sonstige Hilfen im Garten sind verschiedene Wildkräuter als auch geschützte, schneefreie Stellen zur Futtersuche.

Bergfink

Bergfinken sind nordeuropäische Brutvögel, die bei uns überwintern. Sie leben im Winter vor allem in Buchenmischwäldern, aber auch an Siedlungssrändern, wo sie sich von Früchten, Kräutern und Samen, vornehmlich Bucheckern, ernähren. Sie können sogar Nahrung aus nicht zu tiefem Schnee ausgraben. Bei Zusatzfütterung fressen sie gerne verschiedene Samen, Haferflocken und Nüsse. Mit samenreichen Bäumen, v.a. Rotbuchen im Garten kann man ihnen zusätzliche Hilfe angedeihen lassen.

Grünfink

Beim Grünfink zieht ein Teil der Tiere in den Süden, der andere Teil bleibt im Brutgebiet. Im Winter kommen auch nördliche Brutvögel zu uns. Sie leben im Winter in offenen Landschaften und Brachen, auf Ruderalflächen und Feldern. Ihre Nahrung besteht aus Kräuter-, Gras- und diversen Baumsamen. Bei Zusatzfütterung fressen sie gerne verschiedene Samen und Nüsse, sowie Meisenringe und Meisenknödel. Als sonstige Hilfe im Garten kann man ihnen zahlreiche Wildkräuter anbieten.

Gimpel (Dompfaff)

Diese Art verbleibt während des Winters zum Großteil im Brutgebiet. Sie besiedeln Nadel- und Mischwälder, aber auch Gärten und Parks. Im Winter ernähren sich die Tiere von Baumsamen verschiedener Laubbäume, bei Zusatzfütterung fressen sie gerne große und kleine Samen.  Als zusätzliche Hilfe kann man dem Gimpel im Garten viele Wildkräuter und Wildsträucher anbieten. Gimpel kommen sehr zahlreich bei Nahrungsmangel oder starkem Wintereinbruch zum Futterhaus.

Stieglitz (Distelfink)                                                                                                              link nach oben

Stieglitze ziehen großteils nach Westeuropa und ins Mittelmeergebiet; nur in milden Wintern überwintern sie bei uns.  Ihr Lebensraum in Herbst und Winter sind schneefreie Brachen,Gstettn, Wiesen und Siedlungsränder, vor allem wenn sie dort Fruchtstände von Disteln finden. Sie ernähren sich von verschiedenen Sämereien; bei Zusatzfütterung werden verschiedene Samen gefressen. Als zusätzliche Hilfe kann man ihm im Garten verschiedene Wildkräuter, vor allem Disteln (-->Name) anbieten.

Kernbeißer

Kernbeißer leben in lichten Laubwäldern, Parks und Gärten. Der Großteil der Tiere überwintert im Brutgebiet, wo sie sich von großen Baumsamen ernähren: Eiche, Ahorn, Buche und Esche. Bei Zusatzfütterung fressen Kernbeisser gerne Nüsse und verschiedene Samen.Als zusätzliche Hilfe im Garten kann man ihm die genannten Bäume anbieten.

Haus- und Feldsperling                                                                              link nach oben

Diese beiden Arten überwintern im Brutgebiet, der Haussperling als Kulturfolger in der Nähe von Siedlungen; Feldsperlinge in der offenen und halboffenen Landschaft. Sie ernähren sich von verschiedenen Sämereien und Beeren, aber auch Lebensmittelabfällen. Bei Zusatzfütterung fressen sie verschiedene Samen und Getreide gerne.  An sonstiger, zsäzlicher Hilfe werden Wildkräuter und Beerensträucher gerne angenommen.

Goldammer

Die Goldammer ist ein Teilzieher; sie zieht z.T. nach SW-Europa, der andere Teil bleibt in der Nähe des Brutgebietes. Sie bevorzugt offene Landschaften mit Stoppelfeldern, Brachen und Hecken, aber auch bäuerliche Siedlungen. Ihre Nahrung besteht aus Sämereien und Getreideabfällen.  Bei Zusatzfütterung nimmt sie gerne kleine Samen und Getreide. Als zusätzliche Hilfe im Garten kann man ihr Wildkräuter und -gräser anbieten.

Seltene Gäste

Art

Lebensraum

frisst am Futterplatz

Schwanzmeise lichte Wälder, Parks, Gärten Fett, Futtermischungen, Nüsse
Star große, offene Flächen, kurze Vegetation,
Zivilisationsfolger
Weichtierfutterfresser, Obst,
Beeren
Mönchsgrasmücke Überwinterung nur vereinzelt in milden Wintern getrocknete Beeren, zerkleinerte Nüsse, Haferflocken
Heckenbraunelle Überwinterung nur vereinzelt in milden Wintern Fettmischungen, kleine Samen, Haferflocken, Futterinsekten
Waldbaumläufer Laub- und Mischwälder Fett, Futtermischungen
Gartenbaumläufer Laub- und Mischwälder, größere Parks, , Gärten Fett, Futtermischungen

                                                                                                                                                                                                     link nach oben

Literatur:

Birdlife Österreich (Hrsg): Gefiederte Gäste am Futterhaus. Tipps  von Birdlife Österreich zur Winterfütterung.

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