Pflanzenartenschutz - Rote Listen Pflanzen und Flechten:
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| grafische Übersicht der Gefährdung der Pflanzen | Stängelloser Enzian Bildrechte: www.pixelio.de |
Rückgang und Gefährdung der Salzburger Flora
Rote Liste der im Bundesland Salzburg aktuell gefährdeten Flechtenarten
Rückgang und Gefährdung der Salzburger Flora
Rückgang und Gefährdung in Zahlen
Beim bisherigen Erforschungsstand sind in Salzburg 1.969 heimische, verwilderte oder neueingebürgerte Farn und Blütenpflanzen (Arten und Unterarten) festgestellt worden.
Diese Zahl setzt sich wie folgt zusammen:
| Heimische Arten | 1681 | |
| Adventivarten | 216 | |
| Neophyten | 72 | |
| Ínsgesamt | 1969 | |
Von den heimischen Pflanzenarten sind:
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ausgerottet, erloschen, verschollen |
(Stufe 0) | 79 | (4,7%) |
| vom Aussterben bedroht | (Stufe 1) | 89 | (5,3%) |
| stark gefährdet | (Stufe 2) | 114 | (6,8%) |
| gefährdet | (Stufe 3) | 172 | (10,2%) |
| potenziell gefährdet | (Stufe 4) | 173 | (10,3%) |
| regional gefährdet | (Stufe -r) | 88 | 5,2%) |
Tab.1: Anzahl der gefährdeten Arten und Unterarten,. bezogen auf die Gesamtzahl an heimischen Pflanzen (1681, s. obige Tab)
Daraus ergibt sich, dass 715 Arten unserer heimischen Flora, also rund 42,5 % in unterschiedlichem Ausmaß gefährdet sind. Dies ist mehr als ein Drittel unserer Farn- und Blütenpflanzen. Auch die Tatsache, dass bereits 4,7 % des heimischen Artenbestandes ausgestorben sind, verdeutlicht in beklemmendem Maße die massiven zerstörerischenEingriffe des Menschen in unsere Natur.
Tab. 2 zeigt einen Vergleich der Roten Liste des Bundeslandes Salzburg aus dem Jahr 1989 und der nunmehr präsentierten Neufassung. Wie daraus hervorgeht, hat die Anzahl der Arten- und Unterarten um 83 Taxa zugenommen. Vor allem die Tatsache, dass 25 neue heimische Pflanzen entdeckt wurden, ist bemerkenswert und verdeutlicht die Intensität der Durchforschung in den letzten Jahren. Dazu muss hervorgehoben werden, dass bereits 1989 das Bundesland Salzburg zu den floristisch am besten untersuchten Regionen des gesamten Alpenraumes gehörte. Die Zunahme der Adventivarten und Neophyten zeigt, dass die heimische Flora durch Zuwanderung neuer Arten ständig einer gewissen Veränderung unterworfen ist.
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Auflage von 1989 |
Auflage von 1996 |
Veränderung | |
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Gesamtzahl (Arten und Unterarten) |
1886 | 1969 | +83 |
| Heimische Arten und Unterarten | 1656 | 1681 | +25 |
| Adventivarten (a!) | 179 | 216 | +37 |
| Neophyten | 51 | 72 | +21 |
| Stufe 0 | 71 | 79 | +8 |
| Stufe 1 | 55 | 89 | +34 |
| Stufe 2 | 156 | 172 | +16 |
| Stufe 3 | 156 | 172 | +16 |
| Stufe 4 | 132 | 173 | +41 |
| Stufe -r | 60 | 88 | +28 |
Tab. 2: Vergleich der letzten und der aktuellen Auflage der Roten Liste gefährdeter Farn- und Blütenpflanzen des Landes Salzburg.
Leider gab es auch bei den einzelnen Gefährdungsstufen ausschließlich Zunahmen (vgl. Tab. 2). Dies jedoch auf eine drastische Verschlechterung der Gefährdungssituation der heimischen Flora zurückzuführen, ist nicht gerechtfertigt. Zum einen liegen nämlich diese Veränderungen in den zahlreichen Neufunden begründet, die - zumeist alleine aufgrund ihrer Seltenheit - als in unterschiedlichem Ausmaß gefährdet einzustufen sind. Zum anderen ist es einfach die bessere Kenntnis über Häufigkeit und Verbreitung einzelner Arten, die - bei weitgehend gleichgebliebener Gefährdungssituation seit 1989 - eine Reihung in eine höhere Gefährdungsstufe nötig machten.
Wenn also aus diesen Zahlen keine drastische Verschlechterung der Situation abgeleitet werden kann, so muss doch festgehalten werden, dass die Gefährdung der heimischen Farn- und Blütenpflanzen sicherlich nicht geringer geworden und dass der hohe Anteil an gefährdeten Arten nicht zurückgegangen ist. Die begonnenen Anstrengungen zum Schutz der heimischen Flora müssen daher ohne Einschränkungen weitergeführt werden !
Tab. 3 stellt die Roten Listen gefährdeter Farn- und Blütenpflanzen mehrerer mitteleuropäischer Länder sowie von benachbarten österreichischen Bundesländern den Salzburger Daten gegenüber (die nur in wenigen Ländern berücksichtigte regionale Gefährdung wurde - zur besseren Vergleichbarkeit mit den Salzburger Zahlen - weggelassen; zusätzlich ist zu berücksichtigen, dass Adventivarten und Neophyten in den Vergleichsgebieten in recht unterschiedlichem Maße miteinbezogen wurden).
| Schweiz |
BRD (alte Bundesl.) |
BRD (ehem.DDR) |
Bayern | Österr. | Salzb. | |
|
Gesamtarten 100 % |
ca.240 | 2728 | 1768 | 2212 | 2873 | 1681 |
| Stufe 0 | 46 | 63 | 83 | 70 | 53 | 79 |
| Stufe 1 | 102 | 103 | 125 | 156 | 89 | |
| Stufe 2 | 213 | 247 | 145 | 184 | 300 | 114 |
| Stufe 3 | 261 | 305 | 251 | 327 | 401 | 127 |
| Stufe 4 | 253 | 146 | 82 | 103 | 171 | 173 |
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Anzahl der gefährdeten Arten |
773 | 873 | 664 | 809 | 1081 | 627 |
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Anteil an gefährdeten Arten |
ca. 32% | 32% | 37,5% | 36,7% | 37,6% | 37,3 |
Tab. 3: Vergleich der Roten Liste des Bundeslandes Salzburgs mit den Listenbenachbarter europäischer Staaten (Angaben nach GRABHERR &POLATSCHEK (1986), KNIELY et al. (1995), KORNECK & SUKOPP (1988),LANDOLT et al. (1982), RAUSCHERT (1978), NIKLFELD et al. (1986), SCHÖNFELDER (1986), TRAXLER (1980-1984, 1982) und ZIMMERMANN et al. (1989)).
| Sbg. | Kärnten | Steiermark | Burgenl. | Vlbg. | |
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Gesamtartenanz. 100% |
1681 | 2044 | ca.1960 | 1798 | 1581 |
| Stufe 0 | 79 | 52 | 46 | 22 | 82 |
| Stufe 1 | 89 | 64 | 93 | 71 | 96 |
| Stufe 2 | 11 | 148 | 103 | 181 | 138 |
| Stufe 3 | 172 | 247 | 153 | 312 | 219 |
| Stufe 4 | 173 | 105 | 158 | 33 | 225 |
| Anz.der gefährdet.Arten | 627 | 616 | 553 | 619 | 760 |
| Anteil an gefährdet. Arten | 37,3% | 30,1% | 28,2% | ca 35% | ca 48% |
Die Zahlen an ausgestorbenen und gefährdeten Arten liegen im Bundesland Salzburg also in der gleichen äußerst bedrohlichen Größenordnung wie in anderen Gebieten Mitteleuropas. Dies ist um so bedenklicher, da ja gerade Salzburg noch relativ große, wenig vom Menschen beeinflusste Gebiete besitzt (z. B. Hohe und Niedere Tauern, Kalkhochalpen etc.). Andererseits ist jedoch - bedingt durch die Gebirgigkeit des Landes - die landwirtschaftlich intensiv nutzbare Fläche relativ gering, woraus ein immenser anthropogener Druck aufdie Landschaft in diesen Gebieten resultiert: die oben geschilderten Zahlen belegen dies in bedrückender Art und Weise.
Rote Liste der im Bundesland Salzburg aktuell gefährdeten Flechtenarten
von Roman Türk, Salzburg
Von den etwa 1.400 bisher im Bundesland registrierten Flechtenarten sind 143 als gefährdet einzustufen. Acht Arten sind nachweislich im gesamten Bundesland ausgestorben, zwei außerhalb des Alpenanteils. Vom Aussterben unmittelbar bedroht sind 11 Arten, stark gefährdet 33, gefährdet 53 und seltener werdend 36 Arten.
Dem höchsten Bedrohungspotential sind die baum- und holzbewohnenden (epiphytischen und epixylen) Flechten ausgesetzt. Insgesamt gesehen führen folgende Maßnahmen zu einer Förderung des Flechtenwachstums in allen Bezirken Salzburgs:Erhaltung von größerflächigen, naturnahen Waldbeständen, die nicht nur auf Bannwälder beschränkt sein sollten Erhaltung bzw. Neuerrichtung von alten Holzzäunen, Heuschobern undSchindeldächern, die wichtige Ersatzsubstrate für Totholz bewohnende Flechten darstellen
Erhaltung bzw. Revitalisierung großflächiger Hochmoore, um den Moorspezialisten ein Überleben zu garantieren
Nur großflächiger, großzügiger Biotopschutz (Umweltschutz im Hinblick auf Reduzierung des atmosphärischen Schadstoffeintrages mit eingeschlossen) kann für die nächsten Jahrzehnte ein Überleben der empfindlicheren Flechtenarten ermöglichen.


