Herpetologische Kartierung

Alljährlich sterben in Salzburg tausende Frösche, Kröten und Molche auf ihren Wanderungen zum und vom Laichgewässer bei dem Versuch, stark befahrene Straßen zu überqueren. Aber nicht nur solche "Todesstrecken", sondern auch der Verlust von Lebensräumen trugen und tragen dazu bei, dass sich alle heimischen Lurche (Amphibien) auf den Roten Listen gefährdeter Tiere befinden. Analoges gilt auch für die bei uns natürlich vorkommenden Kriechtiere (Reptilien). Beide Tiergruppen (Herpetofauna) stehen im Bundesland Salzburg mit allen Arten unter vollkommenen Schutz.

Andererseits ist der konkrete Wissensstand über diese Tiere noch immer sehr gering, weshalb von Mag. Martin Kyek im Auftrag des Naturschutzfachdienstes des Amtes der Salzburger Landesregierung eine Anleitung für die Kartierung der Herpetofauna verfasst wurde, die 1999 veröffentlicht wird. Diese herpetologische Kartierung soll die Biotopkartierung des Landes ergänzen und eine weitere Grundlage zur ökologisch sinnvollen, praktischen Umsetzung gesetzlicher Schutzbestimmungen und zur Erarbeitung von Artenhilfsprogrammen bilden.
Zielsetzungen
- Darstellung der Anzahl der Arten an einem Gewässer oder Gewässerkomplex
- Abschätzung der Populationsgrößen einzelner Arten
- Nachweis von entwicklungsfähigen Restbeständen von Amphibien und Reptilien im jeweiligen Kartierungsgebiet, deren Lebensraumsituation durch gezielte Maßnahmen wieder verbessert werden kann
- Bewertung großflächiger Abschnitte bezüglich ihrer ökologischen Funktionalität über die Beziehung der einzelnen Amphibienarten zu ihren Sommer- und Winterlebensräumen und den Laichgewässern
- Gezielte Unterstützung einzelner Arten (zB durch Schaffung artgerechter Laichgewässer)
- Aufwertung bestehender Feuchtbiotope durch Anlage neuer Gewässer in sinnvoller Struktur, Anordnung und Entfernung
- Renaturierung vorhandener stehender Gewässer
- Schaffung von Wanderkorridoren durch ökologisch sinnvolle Vernetzung isolierter Lebensräume (zB Anlage von Hecken, Wegrainen)
- Grundlage für die Erstellung einer Prioritätsliste bezüglich der dauerhaften Errichtung von Kleintierschutzanlagen im Bereich der Amphibienwanderstrecken an den Straßen im Bundesland Salzburg
- Konkrete Einbeziehung von ökologisch orientierten Zielvorstellungen in die Raumplanung
Kartierungsprojekte
Das Projekt der herpetologischen Kartierung des Oberpinzgauer Salzachtales zwischen Hollersbach und Kaprun in den Jahren 1995 und 1996 durch Mag. Kyek , (Institut für Ökologie beim Haus der Natur, Salzburg) zeigte nicht nur die Praktikabilität des Kartierungskonzeptes, sondern erbrachte konkrete Ergebnisse mit klaren Handlungsvorgaben. Eine weitere Kartierung in den Gemeinden Fuschl und Thalgau startete 1998.
Helfen Sie mit bei der Amphibienkartierung !
Kartierungsanleitung der Amphibien und Reptilien

