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Artenschutzprojekt Fledermäuse

Braunes Langohr                            Foto: Jean Mayer

Fledermäuse gehören aufgrund ihrer vielfältigen Lebensraumansprüche – sie benötigen Sommerquartiere, Jagdgebiete und Winterquartiere - zu dem am stärksten gefährdeten Wirbeltiergruppen in Österreich, so auch in Salzburg. Über das Vorkommen und die Verbreitung ist bei vielen heimischen Arten oft noch sehr wenig bekannt. Abhilfe sollten und sollen daher gezielte Kartierungen schaffen.

Von 1995 bis 1999 wurde die Fledermausfauna der Salzburger Naturwaldreservate von der Zoologin Dr. Friederike Spitzenberger (Naturhistorisches Museum Wien) erfasst. Bei den Untersuchungen wurde der Wert von höhlenreichen Alt- und Tothölzern (Quartiere!) für das Vorkommen von Waldfledermäusen im Gegensatz zum "normalen" Wirtschaftswald deutlich.

1997 wurde mit der bundeslandweiten Kartierung gebäudebewohnender Fledermäuse durch die beiden Fledermausexperten Mag.Dr. Guido Reiter und Ulrich Hüttmeir (Universität Salzburg) begonnen. Auf Initiative der beiden Forscher wurde 1998 mit dem Aufbau eines Fledermausquartier-Betreuernetzes nach internationalem Vorbild begonnen.

Ziel dieses Artenschutzprojektes ist die langfristige Erhaltung und Sicherung bekannter Fledermausquartiere, die Entwicklung und Umsetzung von standardisierten Monitoringprogrammen für die einzelnen Arten (als Basis für die Berichtspflichten nach der FFH-Richtlinie), die Umsetzung konkreter Artenschutzmaßnahmen (z.B. fledermauskundliche Baubegleitung, Putzaktionen etc.) sowie Bewußtseinsbildung und Öffentlichkeitsarbeit.

Seit 1998, 2001 bzw. 2002 beteiligen sich auch die Bundesländer Kärnten, Tirol und Vorarlberg am Artenschutzprojekt Fledermäuse. Dieses bundesländerübergreifende Artenschutzprojekt wird von den Naturschutzabteilungen der Bundesländer Salzburg, Kärnten, Tirol und Vorarlberg sowie vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft finanziert. Von 2003 bis 2006 werden die Ziele des Artenschutzprojektes zudem im Rahmen von Interreg-Projekten gemeinsam mit Italien und Slowenien umgesetzt (Co-Finanzierung durch die EU).

Weitere Informationen zum Artenschutzprojekt Fledermäuse erhalten sie auf der homepage des Artenschutzprojektes unter www.fledermausschutz.at.

Im Bundesland Salzburg konnten bisher 18 Fledermausarten nachgewiesen werden, in Österreich 26. Alle heimischen Arten einschließlich ihrer Fortpflanzungs- und Ruhestätten sind in Salzburg und EU-weit geschützt (Salzburger Naturschutzgesetz, Tierarten-Schutzverordnung, Flora-Fauna-Habitatrichtlinie der EU, Berner Konvention).

Sollten Sie Informationen über Fledermäuse benötigen, wenden Sie sich bitte an die Naturschutzabteilung. Auf Anfrage schicken wir Ihnen gerne Informationsmaterial (Fledermaus-Mappe, Fledermaus-Folder) über unsere heimischen Arten zu.

Fledermäuse brauchen unseren Schutz!