Bergeidechse (Waldeidechse)
Diese Reptilienart ist vom Austerben bedroht

Bergeidechsen sind an ihrer Färbung leicht erkennbar
Sie sind mit etwa 16 cm eine kleine , tagaktive Eidechsenart. Sie besitzen einen verlaufenden, nicht abgesetztem Kopf und einen kräftigen Schwanz, der an einer perforierten Stelle abgeworfen werden kann, aber nachwächst. Die Rückenfärbung ist braun, graubraun oder grau mit einem dunklen Längsstreifen und vielen Flecken (Tarnung durch Verschmelzen mit dem Untergrund). Beim Weibchen ist der Bauch weißlich gefärbt mit einzelnen, dunken Flecken. Die Bauchfärbung des Männchen ist gelb bis orange und schwarz gemustert.
Bergeidechsen und Kreuzottern sind in ihrem Verbreitungsmuster ident
Mit mehreren Unterarten ist sie über ganz Europa mit Ausnahme der südeuropäischen Halbinseln verbreitet. Ihr Verbreitungsmuster ist ähnlich dem der Kreuzotter. Waldeidechsen sind hauptsächlich im Alpen- und Voralpenraum und im nördlichen Granithochland anzutreffen. Bergeidechsen leben bevorzugt in Grünland, alpinen und subalpinen Gras-/ Krautbeständen, Mooren und Sümpfen und Laub-Nadel-Mischwäldern, Waldrändern sowie Feuchtwiesen. Bevorzugte Strukturen innerhalb der Lebensräume sind Kahlschläge, Schutt- und Geröllfelder sowie lichter Baumbestand. Bergeidechsen werden auch oft in steilem, südlich geneigtem Gelände gefunden. Die Vegetationsstruktur in ihrem Lebensraum ist durch mäßige bis üppige Krautschicht bei geringer Gehölzschicht charakterisiert. Vertikal ist die Bestandsdichte zwischen 500 und 2000 m am größten.
Die Tiere halten Winterruhe die bei uns von Oktober bis Anfang März dauert. Sie erscheinen in der zweiten Hälfte des März und verschwinden in der Zeit von September bis Oktober, abhängig von der Meereshöhe ihres Vorkommens.
Bergeidechsen sind lebendgebährend
Die Paarungszeit ist in Mitteleuropa im April bis Juni, im nördlichen Verbreitungsgebiet. Bergeidechsen sind eine lebendgebährende Reptilienart, die nach 3 Monaten Tragzeit im Frühjahr des nächsten Jahre 3-10 lebende Junge zur Welt bringt. Jungtiere finden sich in der Zeit von Anfang April bis Anfang Oktober. Die Lebendgeburt ist eine Anpassung und damit Selektionsvorteil an die rauen Klimabedingungen in ihrer Heimat.
Bergeidechsen sind vom Aussterben bedroht
Die Bestandsentwicklung dieser Art ist leicht rückläufig. Die Verfügbarkeit der Habitate ist gut, während die Entwicklung der Habitatsituation einen Rückgang zeigt. Bergeidechsen werden nicht direkt durch menschliche Tätigkeit negativ beeinflusst, ! Zuwanderung von fremden Populationen ist anscheinend nicht gegeben. Handlungsbedarf besteht in Monitoring und Habitatmanagement der verbliebenen Lebensräume.
Sie sind infolge des Einsatzes der Methoden moderner Land- und Forstwirschaft durch Lebensraumverlust stark gefährdet: wertvolle Ökotone gehen durch Heranmähen bis an den Waldrand verloren. Aufforstungen von Waldlichtungen, Düngung, Biozideinsatz, Entfernung von Hecken und Gewässern, Verbuschung offener Flächen und Umwandlung von Laubwäldern in Fichtenforste schränken ihren Lebensraum stark ein und ziehen diese Eidechsenart stark in Mitleidenschaft. Die Gefährdung der Art ergibt sich nach Ansicht von Gollmann (2007) in Tieflandlebensräumen (Moore im Alpenvorland, Alpentäler) durch massive Habitatverluste, im montanen und subalpinen Bereich durch touristische Erschließung (Schipisten, Verhüttelung von Almen) beeinträchtigt.
Bergeidechsen sind österreichweit laut Roter Liste als vom Aussterben bedroht (RL-Ö=1;RL-Sbg.=3, Tiedemann & Häupl 1994 )und gehören im Bundesland Salzburg zu den gesetzlich vollkommen geschützten Tierarten.
Literatur
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