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Ostigel (Weißbrustigel)

Ostigel kommen in Sazburg nur im Lungau vor

Der Ostigel stellt ein an den kontinentalen Klimabereich angepasstes, nachtaktives Faunenelement dar und ist wie sein Verwandter, der Westigel, ein insektivorer Säuger. Er wurde wie der Westigel während der Eiszeit durch das Eis nach Süden abgedrängt. Die Wiederbesiedlung Österreichs durch den Ostigel erfolgte am Ende des Würms (der letzten Eiszeit) über die Grazer Bucht, und erreichte in weiterer Folge das Burgenland und Teile Niederösterreichs. Sein Hauptverbreitungsgebiet ist österreichweit gesehen das Burgenland, Steiermark, Kärnten, Osttirol, Wien, Niederösterreich und die östlichen Teile Oberösterreichs. Von Süden gelangt er über das Murtal bis in den Lungau, wo er bis in Höhen von 1100 m vordringt.

Ost- und Westigel sind Konkurrenten

Ostigel haben ähnliche Lebensraumansprüche wie die Westigel, seine Hauptnahrung sind Insekten und Regenwürmer. Ostigel sind an die offene Landschaft angepasst, während der Westigel nach Angaben von SPITZENBERGER et al. ursprünglich ein Waldtier ist. Da beide Arten ähnliche Lebensraumansprüche haben, entwickelt sich zwischen beiden ein Konkurrenzverhältnis. Dies äußert sich in einem um etwa einen Monat früheren Geburtstermin gegenüber dem Westigel, bessere Ausreifung der Jungen (304g beim Ostigel gegenüber 246 g beim Westigel), größere Ausbildung des Hirnschädels beim Ostigel (2,5 cm³ gegen über 2,4 cm³ beim Westigel), was ihm zu einem weiteren Startvorteil und damit besseren Überlebenschancen verhilft.

Ostigel besiedeln auch Stadtränder, Gärten und Parks

Österreichische Ostigel sind im Pannonischen Raum  (Slowakei, Österreich, Böhmen und Mähren) verbreitet. Sie besiedeln am SO-rand der Alpen schütter bewaldete, verkarstete Hügel  und Vorgebirge. In Städten besiedelt er ebenso wie der Westigel Gärten, Parks und Stadtränder. Außerhalb der Städte sind seine Vorkommen auf Siedlungen und Siedlungsränder beschränkt. Vertikal kommt der Ostigel hauptsächlich in Höhen zwischen 100 - 800 m vor. Der höchste Ostigelfund wird aus den Gurktaler Alpen (Kärnten) aus 1792 m berichtet (1952).

Ostigel müssen im Winter Energie sparen

Ostigel halten Winterschlaf, um wie andere winterschlafende  Säuger während der kalten Jahreszeit Energie zu sparen und auch die nahrungsarme Zeit besser zu überbrücken. Ihre Aktivität beginnt mit der Schneeschmelze (März/April) und dauert bis zum Einbruch des Spätherbstes (Anfang November). Ostigel paaren sich etwa im späteren Frühjahr und bringen im Sommer mehrere Junge zur Welt.

Sie haben wenig Feinde

Ost- wie Westigel haben wenige natürliche Feinde; Eulen und Greifvögel können mit ihren harten Schnäbeln die Stachelhaut aufreißen. BREHM gibt an, dass Dachse, Iltisse und andere Marder die eingerollten Igelkörper trotz allem bezwingen können.
Igel besitzen auch Parasiten und Schmarotzer, die teilweise in der Igelhaut leben (Flöhe, Zecken). Endoparasiten wie verschiedene Band-  und Rundwürmer, leben in Haut, Lunge und im Darm; sie werden mit der Nahrung aufgenommen.


Ostigel sind gefährdet

Laut Roter Liste ist der Ostigel in Österreich "Gefährdet" (RL-Ö=3). Er ist durch Lebensraumveränderungen und auch den Straßenverkehr gefährdet. Die Art ist nach SPITZENBERGER in ZULKA et al. (2005) in Bezug auf ihre Bestandessituation aktuell vorhanden, die Bestandesentwicklung schwach negativ, die Habitatverfügbarkeit ist positiv, die Habitatentwicklung gleich bleibend; ebenso wie der Westigel zeigt er eine starke Empfindlichkeit auf negative, anthropogene Beeinflussung wie Einfluss durch die Methoden der Landwirtschaft, Lebensraumverschlechterung durch Ausräumen der Landschaft sowie Verschlechterung der Umweltbedingungen (Düngung, Einsatz von Pestiziden usw.)
In Salzburg ist die Art  ausnahmslos im Lungau anzutreffen. Er ist bei uns in Salzburg gesetzlich geschützt.

Literatur

Weiterführende Links:

Pflanzen- und Tierarten-Schutzverordnung

Rote Liste gefährdeter Tierarten

Ursachen für die Gefährdung der Tiere

FFH-Richtlinie

Washingtoner Artenschutzabkommen

Berner Konvention

Bonner Konvention

Biodiversität in Österreich

Biogeographische Regionen

Umweltbundesamt

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