Fledermäuse

Fledermäuse sind die einzigen fliegenden Säugetiere
Fledermäuse gehören gemeinsam mit den Flughunden zu den Fledertieren. Sie sind die einzigen, zum aktiven Flug befähigten Säugetiere. Die heimischen Fledermäuse sind nachtaktive, insektenfressende Säuger, die ihre Beute mittels Echoortung im Flug jagen.
Fledermäuse stellen hohe Ansprüche an ihren Lebensraum: sie benötigen Sommerquartiere, Winterquartiere und geeignete Jagdgebiete. Viele Arten sind auf Verbindungen zwischen den Quartieren und den Jagdgebieten angewiesen, die sie in einer reich gegliederten Landschaft finden. Als Nisthilfe kann man ihnen Fledermauskästen anbieten, die in den Lagerhäusern und Baumärkten erhältlich sind.
Die folgenden 17 Arten wurden bislang in Salzburg nachgewiesen:
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Art (deutsch)
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Rote Liste Österreich
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Kleine Hufeisennase
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starker Rückgang, mäßige Arealeinengung, gleich bleibende Habitatverfügbarkeit, Habitatentwicklung stark negativ, stark negative anthropogene Beeinflussung, keine Zuwanderung, erhöhter Schutzbedarf ! RL-Österr.= 3
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Ortungsruf
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Wasserfledermaus
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geringer Bestand, keine Bestandsentwicklung, gute Habitatverfügbarkeit, Habitatentwicklung positiv, Keine Zuwanderung, RL-Österr.= 4
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Ruf
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Große Bartfledermaus
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Bestand gleich bleibend bis zunehmend, keine Bestandsentwicklung, Habitatentwicklung gleich bleibend bis positiv, keine Zuwanderung, RL-Österr.= 4
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Ortungruf
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Kleine Bartfledermaus
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Bestand gleich bleibend bis zunehmend, keine Bestandsentwicklung, Habitatverfügbarkeit gut, starke Arealeinengung durch den Menschen, Habitatverfügbarkeit gut, keine Einwanderung, RL-Österr.= 4
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Fransenfledermaus
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Bestandsentwicklung schwach negativ,gute Habitatverfügbarkeit, Habitatentwicklung gleichbleibend, starke anthropogene Arealeinengung, keine Zuwanderung, sehr selten ! Zusammenhang zwischen Einzelpopulationen vielerorts vermutlich zerrissen, RL-Österr.= 3
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Wimperfledermaus
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Bestand gleich bleibend bis zunehmend, gute Habitatverfügbarkeit, starke anthropogene Arealeinengung, keine Zuwanderung, gefährdet !, außerhalb der Kerngebiete kein Zusammenhang der Einzwelpopulationen mehr gegeben, RL-Österr.= 2
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Braunes Langohr
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Bestandsentwicklung gleich bleibend, extrem positive Habitatverfügbarkeit, gleich bleibende Habitatentwicklung, keine Einwanderung bekannt, gering negative anthropogene Beeinflussung, RL-Österr.= 4
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Zweifarbfledermaus
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Gast, aktueller Bestand vorhanden, keine Zuwanderung, RL-Österr.= B 3
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Alpenlangohr
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Bestandsentwicklung gleich bleibend, starke Verantwortlichkeit !
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Großes Mausohr
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positive Bestandsentwicklung, gute Habitatverfügbarkeit, Habitatentwicklung gleich bleibend, starke anthropogene Arealeinengung, RL-Österr.= 3
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Ruf
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Großer Abendsegler
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Gast, geringer Bestand, keine Zuwanderung, RL-Österr.= B 3
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Orientierungsruf Jagdruf Fangsequenz Balzruf Lockruf
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Kleiner Abendsegler
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Bestandsentwicklung gleich bleibend, Habitatverfügbarkeitgleich bleibend, mäßige anthropogen bedigte Arealeinengung, keine Zuwanderung, RL-Österr.= 3
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Nordfledermaus
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keine Bestandsentwicklung, keine Arealentwicklung, Habitatverfügbarkeitgleich bleibend, gefährdet, stark negative anthropogene Beeinflussung, keine Zuwanderung, RL-Österr.= 4
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Finalbuzz
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Zwergfledermaus
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Bestandsentwicklung gleich bleibend, gefährdet, mäßige Arealeinengung, stark negative Beeinflussung, keine Zuwanderung, Rote Liste Österr.= 4
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Ruf Jagdruf Fangsequenz
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Rauhautfledermaus
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Gast, gefährdet, keine Zuwanderung, RL-Österr.= B 3
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Mopsfledermaus
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Bestandsentwicklung schwach negativ, mäßige Arealeinengung, geringe Habitatverfügbarkeit, keine positive anthropogene Beeinflussung, keine Zuwanderung, besondere Verantwortlichkeit, Schutzbedarf ! RL-Österr.= 3
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Breitflügelfledermaus
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starker Rückgang, mäßige Arealeinengung, gefährdet, negative Habitatentwicklung, stark negativ anthropogene Beeinflussung, keine Zuwanderung, starke Verantwortlichkeit, akuter Schutzbedarf, RL-Österr.= 4
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Ruf
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Koordinationsstelle Fledermausschutz
Fledermausrufe von www.nabu.de und fledermausschutz.ch
RL-Angaben nach SPITZENBERGER in ZULKA et al (2005): Rote Liste gefährdeter Tierarten Österreichs
Fledermäuse benötigen Sommer-, Übergangs- und Winterquartiere, Jaggebiete und Wochenstuben
In der Quartierwahl sind Fledermäuse sehr wählerisch. Sie mehrere Unterkünfte im Lauf eines Jahres, denen sie oftmals jahrzehntelang treu bleiben. Ihre Sommerquartiere sind in und an Gebäuden z.B. in Dachböden (Kleine Hufeisennase, Großes Mausohr, Braunes Langohr usw.), Zwischendächern und hinter Holzverschalungen (Zwergfledermaus, Kleine Bartfledermaus etc.). Andere Arten bewohnen Baumhöhlen (z.B. Wasserfledermaus) oder leben sogar hinter der Rinde von Bäumen (z.B. Mopsfledermaus). Für diese Arten sind große alte Bäume mit Spechthöhlen oder ausgefaulten Astlöchern in naturnahen Wäldern, aber auch in Parks und Alleen von großer Bedeutung. Bestimmte Waldtypen sind für Waldfledermäuse bedeutsam; Fledermauskästen als Ersatzquartiere sind in Lagerhäusern Baumärkten erhältlich, lassen sich mit einiger Geschicklichkeit aber auch selbst anfertigen.
Für die Jagd benötigen Fledermäuse insektenreiche Gebiete. Sie nehmen gerne Gewässer, Laub- und Mischwälder, Weiden, Wiesen, Gärten, Streuobstwiesen und Parks in Siedlungen an.
Winterquartiere müssen feucht, kühl und frostsicher sein. Viele heimische Fledermausarten wählen daher Höhlen als Winterquartier. Die Tiere halten während der insektenlosen Zeit und um Energie zu sparen, halten die Tiere Winterschlaf: dabei werden alle Körperfunktionen (Atmung, Herzschlag) werden auf ein Minimum reduziert. Die Fledermäuse erwachen, wenn sie während dieser Zeit gestört werden; das bedeutet für das Tier einen hohen Energieverbrauch. Die Tiere müssen sich bei häufigen Störungen neue Quartiere suchen; für einzelne Individuen kann das eine lebensbedrohliche Situation darstellen.
Fledermäuse sind Einzelgänger
Eine feste Paarbindung ist bei Fledermäusen unbekannt. Die Paarungszeit beginnt nach Auflösung der Wochenstuben (ca. August) und kann bis in den Winter hinein reichen. Fledermäuse sind in der Lage, die Geburt der Jungtiere bis ins Frühjahr zu verzögern: die Spermien werden gespeichert, die eigentliche Befruchtung der Eizelle findet erst nach dem Winterschlaf statt. Im Frühjahr sammeln sich die Weibchen einer Art in so genannten Wochenstuben. Die Jungen (meist nur 1 Jungtier pro Weibchen) werden in diesen speziell gewählten Quartieren geboren, gesäugt und aufgezogen. Da sich dort das gesamte Fortpflanzungspotenzial einer Region versammelt, sind die Wochenstubenquartiere sehr gefährdet und müssen besonders geschützt werden. Männchen und Weibchen, die kein Junges bekommen, sind einzeln anzutreffen. Die Wochenstubenkolonien lösen sich je nach Art früher oder später auf, sobald die Jungen auf Insektenjagd gehen.
Fledermäuse sind stark gefährdet und daher geschützt
Fledermäuse sind durch ihre vielfältigen Lebensraumansprüche gefährdet: Sie sind durch Verlust und die Veränderung von Jagdgebieten, Insektizid- und Pestizideinsatz, Holzschutzmitteln, Störung, Veränderungen und Quartierverlust gefährdet. Im Stadt- und Siedlungsbereich lebende Arten sind durch Dimilineinsatz gegen die Kastanienminiermotte und Verkehr gefährdet.
17 Fledermausarten sind aktuell in Salzburg nachgewiesen (Liste). Alle Fledermäuse und deren Lebensräume sind EU-rechtlich und landesgesetzlich vollkommen geschützt.
Fledermäuse in der Landschaft (Vortrag von Dr.Guido Reiter /KFFÖ)
Leitfaden zur Sanierung von Fledermausquartieren
(veröff. mit besonderer Erlaubnis von H. Schuster/bayr. Staatsministerium Projektleiter Interreg III b)
Literatur
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