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Luchs

Luchse (Lynx sp.) sind ein in der freien Wildbahn seltenes und bedrohtes Faunenelement. Sie sind Katzen aus der Ordnung Raubtiere und mit vier Arten weltweit vertreten.

  • Rotluchs
  • Kanadischer (Amerikanischer) Luchs
  • Nordluchs
  • Iberischer Luchs

Luchs                         Foto:  U.Zebunke/pixelio

Luchs - ein lange verschollenes Raubtier

Der Luchs ist neben dem Bär und dem Wolf der drittgrößte Beutegreifer und die größte Katzenart Europas. Das Gewicht eines ausgewachsenen Tieres beträgt je nach Lebensraum 14 kg – 36 kg; das Gewicht der Männchen ist um ca 15% höher als das der Weibchen.

Luchse besitzen ein gelblich-braunes bis rötliches, schwarz-gesprenkeltes Fell und einen weißen Bauch. Im Winter nimmt es eine graue Färbung an, ist dicht und weniger gefleckt. Insgesamt besteht es aus einer dichten Unterwolle und darüber liegenden 5-7 cm langen Grannenhaare.

Ihre dreieckigen Ohren, die etwa 4 cm langen, schwarzen Haarbüschel auf den Ohren und ihr hellgrauer Backenbart sind sichere Erkennungszeichen. Die Haarpinsel auf den Ohren erlauben ein besseres Richtungshören. Auch der Backenbart stellt einen Art „Reflektor“ dar und trägt zusätzlich zur Perfektionierung des Hörvermögens bei. Auch steht der Backenbart im Zusammenhang mit der intraspezifischen Kommunikation durch Abspreizen bzw. Anlegen desselben. Wie bei allen Katzen spielen die Haare des Backenbarts eine wichtige Rolle als Tastorgan.

Sie besitzen hoch entwickelte Sinnesorgane

Als Jäger besitzen Luchse gut entwickelte Sinne: Der Gehörsinn ist gut ausgebildet; wie vorher erwähnt, sorgen zusätzliche „Einrichtungen“ (Backenbart und Ohrbüschel) für eine Perfektionierung des Hörsinns; die Augen sind groß, mandelförmig und sehr leistungsstark. Die Iris ist   goldgelb, gelbbraun oder ockerfärbig. Wie bei allen Katzen mit einer zusätzlichen Schichte (Tapetum lucidum) ausgestattet, die dafür sorgen, dass der einfallende Lichtstrahl reflektiert und das vorhandene Licht ein zweites Mal genutzt wird. Dadurch sind sie 16mal so stark wie das menschliche Auge bei Dunkelheit. Die Tiere besitzen einen guten Geruchssinn, der mehr der Kommunikation als dem Aufspüren der Beute dient.

Der Körper des Luchses ist relativ kurz, aber hoch und seitlich abgeflacht.

Die Schulterhöhe beträgt 50 – 75 cm. Luchse sind hervorragend an ihren Lebensraum angepasst: Die Beine sind lang, wobei die Länge der Vorderbeine etwa 80% der Hinterbeine beträgt; dadurch können bei der Jagd kurze Sprints bis 70 km/h erreicht und kraftvolle Sprünge ausgeführt werden. Allerdings sind Luchse Lauerjäger, womit die Fähigkeit, derartig hohe Geschwindigkeiten zu erreichen, eher von untergeordneter Bedeutung ist. Auch erleichtern die langen Beine die Fortbewegung in schneebedecktem Gelände; die breiten Pranken verhindern ein tiefes und damit Kräfte raubendes Einsinken im Schnee.

Luchse meiden Begegnungen mit dem Menschen

Die Tiere sind eher scheu, sind nachtaktiv und verbringen den Tag im Schutz des Waldes. Genauere Erkenntnisse über ihr Leben wurden durch Telemetrie gewonnen.

Sie sind Fleischfresser und innerhalb gewisser Grenzen in seiner Nahrungswahl äußerst anpassungsfähig. Im Ökosystem Wald stehen sie an der Spitze der Nahrungspyramide; sie ernähren sich von Huftieren, hauptsächlich Rehe, Gämsen sowie junge Rothirsche und Wildschweine. Dabei kommen sie durchschnittlich mit einem Tier pro Woche aus. Nur ausnahmsweise werden Hasenartige als Nahrungstiere angenommen. Sie jagen hauptsächlich in der Dämmerung.

Selten reißen Luchse Nutztiere; jedoch kommt es auch manchmal vor, was analog zu anderen Raubtiere (z.B. Bär) - auch aus Unwissenheit heraus - zu Konflikten mit Landwirten und Jägern geführt hat. Der Mensch fällt nicht in das Beutespektrum der Tiere; ohne Provokation oder ohne, dass sie in die Enge getrieben werden, machen Luchse einen großen Bogen um den Menschen.

Das Höchstalter der Tiere beträgt in freier Wildbahn 14 – 16 Jahre, selten bis 25. Sie erreichen mit 2 Jahren (Weibchen) bzw. 3 Jahren (Männchen) die Geschlechtsreife. Die Ranzzeit (entspricht der Brunft bzw. der Balz) dauert von Februar bis April. Nach einer Tragzeit von 67-74 Tagen werden 1 -5 (durchschnittlich 2) Junge geboren; diese werden 6-8 Wochen gesäugt. Die Männchen nehmen an der Aufzucht der Jungen nicht teil.  





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M.Hubka