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Tierartenschutz für jedermann

Europäischer Laubfrosch  Bild: Martin Kyek

Laubfrosch                                            Bild: Martin Kyek

Download PFD-DokumentFledermäuse- Jäger der Nacht

Wieviele Amphibien brauchen wir ?

Amphibien (Lurche) sind eine Wirbeltierklasse, der es im Laufe der Evolution gelungen ist, sich über sämtliche Kontinente zu verbreiten und dabei fast alle Biotope zu besiedeln. Ausgenommen davon sind Trockengebiete und Meere (Ausnahme: Wechselkröte). Die Gründe liegen einerseits an der Bindung der Ampibien im Kaulquappenstadium an das Wasser gebunden; osmotische Gründe (Gefahr von Wasserverlust) sind ebenfalls für das Fehlen der Amphibien  verantwortlich. Amphibien sind seit dem Oberen Devon (etwa vor 355 - 400 Millionen Jahren) bekannt; bei der Eroberung des Festlandes mussten zahlreiche Anpassungen "erfunden" werden : die Lungenatmung,  Umkonstruktionen der Haut, des Exkretionssystems und insbesondere des Bewegungsapparates waren erforderlich.

Gewässer sind für Amphibien unbedingt erfoderlich. Bei Paarung, Fortpflanzung, Embryonal- und Larvalentwicklung sind die Tiere an Gewässer gebunden. Als spezielle Anpassung finden wir echte  (Lebendgebärung) bei zahlreichen Blindwühlen und eine Sonderform der Lebendgebärung bei vielen Schwanz- und  Froschlurchen

Sämtliche in Salzburg vorkommende Amphibien stehen auf der Roten Liste und sind daher streng geschützt. Zum Schutz der einzelnen Arten siehe die Liste der geschützten Tierarten.

Diese Tiergruppe ist massiv gefährdet.

  • Aufschüttung von Tümpeln,
  • Trockenlegung von Feuchtgebieten,
  • Versiegelung der Landschaft,
  • gewässerbauliche Maßnahmen,
  • Absinken des Grundwasserspiegels,
  • Fischbesatz von Amphibiengewässern
  • Stickstoffeintrag (Düngung, Fischbesatz) in Amphibiengewässer
  • Verlust von Gewässerneubildungen durch Unterbindung
    der natürlichen Hochwasserdynamik
  • Schotterabbau in den Aufschüttungsgebieten der Flüsse
  • Straßenbau (Isolationseffekt)

Die Gefährdungsursachen der Amphibien sind vielfältig; sie sind in durch den Menschen bedingte, strukturelle Veränderungen ihres Lebensraumes, z.B. intensiver Landwirtschaft (siehe weiter unten), in Umweltbelastungen chemischer Natur (Ozon) und klimabedingten Belastungen zu suchen. . Ein weiteres Problem für die Amphibienlarven und auch den Amphibienlaich stellt in diesem Zusammenhang Goldfischbesatz mancher Gewässer und Tümpel dar.

Amphibien wandern zur Fortpflanzungszeit zur Paarung von ihrem "Heimatgewässer" zu ihrem Geburtsgewässer. Wandernde Tierarten sind durch Fragmentierung (Durchschneidung) der Landschaft besonders gefährdet. Die Gewässer der Tiere werden durch den Lauf der Straße voneinander isoliert;  die Tiere, die ihrem angeborenen Wandertrieb folgen und die Straße queren, werden überfahren und getötet.

Als Sofortmaßnahme gegen dieses "Massensterben" empfiehlt sich die "Zaun-Kübel-Methode". Amphibienzäunen halten die Tiere davon ab, die Straße zu queren; sie müssen händisch eingesammelt und über die Straße getragen werden. Eine Dauerlösung, wenn auch teurer, stellen sogenannte Amphibienanlagen dar; das sind Tunnel unter der Straße, in denen die Tiere gefahrlos zum Laichgewässer und wieder zurück gelangen können.

Intensive Landwirtschaft gefährdet die Amphibien

Nährstoffeintrag in Ökosysteme durch übermäßige Düngung (intensive Landwirtschaft) kann zur Gefährdung dieser sehr sensiblen Organismen beitragen: Eutrophierung (übermäßiger Eintrag von Phosphaten und Nitraten in die Laichgewässer) führt zu einer Sauerstoffabnahme bis hin zum "Kippen" des betreffenden Gewässers. Sauerstoffmangel führt zum Erstickungstod der Amphibienlarven (Kaulquappen). Ammoniumnitrat, das aus dem Dünger stammt und in Gewässern in landwirtschaftlich genutzten Gebieten festzustellen ist, hat sich als für die Amphibien hochtoxisch erwiesen und gilt somit als eine bedeutende Gefährdungsursache für den Bestand in den Gebieten mit intensiver Landwirtschaft. Neuere Studien der Oregon State University beweisen, dass bereits geringe Mengen von Nitrat- und Nitritwerte in den Larvengewässern ausreichen , um Amphibien zu töten. Im sehr sensiblen Kaulquappenstadium kommt es zu Missbildungen der Organe, eingeschränkter Nahrungsaufnahme und eingeschränkter Motilität. (Amphibien und Stickstoff,  sehen Sie bitte auch hier)

Ein Video des Landespressebüros unter der fachlichen Beratung der Zoologin Susanne Stadler gibt Auskunft über die Gefährdungsursachen sowie das Wanderverhalten dieser Tiergruppe.

Lebensraumschutz ist vorrangig für den Artenschutz

Lebensraumverlust bedroht die Amphibienbestände. Die Zerstörung jedes Tümpels, jedes wassergefüllten Grabens, jeder Feuchtwiese oder Niedermoors bedeutet eine Bedrohung für den Bestand einer lokalen Population, da Ausweichmöglichkeiten in andere intakte Lebensräume nicht gegeben sind. Amphibien benötigen zu ihrer Existenz gewisse Landschaftsstrukturen wie Gebüsch- oder Heckengruppen und nnaturnahe Lebensräume. Eine flurbereinigte ("ausgeräumte") Landschaft ist für die Tiere unattraktiv; deswegen kann hier ein Zusammenhang mit dem Verschwinden der Tiere dokumentiert werden.

Umwandlung von Mischwäldern in Fichtenmonokulturen bedeutet zumeist das Aus für den Feuersalamander. Sie benötigen naturnahe Buchenwälder mit Waldrandstreifen, Wiesen und Weiden. In allen Lebensräumen sollten kühle, feuchte Verstecke im Wurzelbereich der Bäume vorhanden sein. Sie benötigen alte Wurzelstöcke, Totholz und dicke Falllaubschichten. Für die Geburt der Jungen  brauchen sie klare, sauerstoffreiche Bäche mit flachen Ufern.

Feuersalamander benötigen z.B. als Lebensraum Laub- und Mischwälder im Hügel- oder Bergland. Die Tiere meiden "sauber aufgeräumte" Wälder.

Der Feuersalamander legt - anders als die übrigen Amphibien - keine Eier, sondern setzt bereits fertig ausgebildete Larven ins sauerstoffreiche Wasser klarer, kühler Bäche ab. Verschmutzung dieser Gewässer durch Müllablagerungen oder sonstige Einleitung gefährdet lokal das Vorkommen der Feuersalamanders .

Amphibien sind gegenüber Klimaänderungen und ionisierender Strahlung sensibel

Klimaveränderungen durch Treibhauseffekt und Zunahme der ionisierenden Strahlung (Ozonloch) können durch Erwärmung der Umwelt zu einer Verkürzung des Kaulquappenstadiums führen (Beweisversuche bei Teichfrosch und der Kreuzkröte ). Diese Phänomene bewirken eine Desynchronisation der Beute zu den erwachsenen Amphibien (die potenzielle Beute kommt zu einem anderen Zeitpunkt vor, als die Tiere sie als Nahrung benötigen). Vermehrte UV-Strahlung und andere Umweltveränderungen (z.B. Versauerung) bewirken eine Schädigung von tierischem und pflanzlichem Plankton, wodurch den Kaulquappen die Nahrung entzogen wird.

Amphibien benötigen besonderen Schutz

Amphibien sind eine äußerst gefährdete Tiergruppe, sie reagieren sensibel auf jede Veränderung in unserer Umwelt; Zu ihrem Schutz kann jeder einzelne durch Meinungsbildung in der Öffentlichkeit und Änderung der Lebensgewohnheiten beitragen. Eine landesweite Kartierung, wie sie derzeit von Martin KYEK in Salzburg durchgeführt wird, und eine genaue Analyse ihrer Lebensräume (Korrelation der Amphibienkartierung mit den Ergebnissen der Biotopkartierung), sind wichtige Beiträge zur Bestandserhaltung.

Amphibiengefährdung durch Herbicideinsatz

Was können wir für die Reptilien tun ?

Amphibien und Reptilien haben einen gemeinsamen Ursprung

Amphibien und Reptilien besitzen gemeinsame Vorfahren: Der Quastenflosser ist mit dem einzigen rezenten Vertreter vor der Ostküste Afrikas zu finden. Trotz ihrer gemeinsamen Abstammung unterscheiden sich Amphibien und Reptilien in mehreren wesentlichen Merkmalen:

  • Die Reptilien sind - anders als die Amphibien - während der Entwicklung nicht ans Wasser gebunden. Während Amphibien erst als adultes (erwachsenes) Tier an Land gehen, verläuft die gesamte Entwicklung der heimischen Reptilien an Land.
  • Reptilien machen, anders als die Amphibien, keine Metamorphose durch, d.h. sie durchlaufen keine Kaulquappenstadien. Reptilien werden entweder lebend geboren oder entwickeln sich in einem Ei.
  • Haut bei Amphibien nicht verhornt, Reptilien dagegen besitzen eine verhornte Haut.
  • Hautatmung bei den Amphibien möglich, Reptilien haben dagegen keine Möglichkeit der Hautatmung.

Die Fortbewegungsweise der Schlangen ist schlängelnd, da sie keine Extremitäten ausbilden. Echsen besitzen - mit Ausnahme der Schleichen - Extremitäten.

Berg-(Wald) eidechse Foto:Naturschutzabteilung

Berg-(Wald-)Eidechse               Bild: Naturschutzabteilung

Die Reptilien sind eine im System der Tiere alte Tierart;

Reptilien treten erstmals im Karbon vor etwa 350 Millionen Jahre auf. Es kommt zur ersten größeren Ausbreitung dieser Tiere im Perm (vor 280 Mill. Jahre)und erreicht seinen Höhepunkt im Trias und Jura, als sie Wasser (Ichthyosaurier), Luft (Flugsaurier) und Land (Dinosaurier und ähnliche) beherrschen.

Bei uns sind sie mit den Echsen ( Eidechsen und Schleichen) und Schlangen ( Vipern und Nattern ) vertreten. Die Vipern besitzen senkrecht geschlitzte Pupillen, die bei den Nattern rund sind. Eine Lidbewegung findet sowohl bei Ottern wie Nattern nicht statt. Ottern fallen außerdem durch einen breit abgesetzten Kopf auf (bedingt durch den Besitz einer Giftdrüse), Nattern haben dagegen einen eher schlanken, verlaufenden Kopf.

Die heimischen Reptilien stehen auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten

Ihre Bestandssituation ist heute ähnlich schlecht der der Amphibien. Nach Tiedemann und Häupl (1994) sind alle sieben, in Salzburg vorkommenden Reptilienarten gefährdet.Der Grund für die Gefährdung der Reptilien ist einerseits in Landschaftsveränderungen wie Gewässerausbau, Trockenlegen von Feuchtgebieten, Intensivierung von Land- und Forstwirtschaft (z.b. intensive Düngung, Biozid- und Insektizideinsatz, Aufforstung etc.) oder auch Siedlungs- und Straßenbau zu suchen, anderseits unterliegen besonders sie einem besonderen Verfolgungsdruck durch den Menschen, sowohl durch Terrarianer, als auch wegen Tötung durch den Menschen. Ein Mähen und Kurzhalten dieser Waldmantelvegetation, Beseitigung der Hecken, der genannten Lesesteinhaufen oder auch Einzelbäume, das sogenannte "Ausräumen" der Landschaft wirken sich negativ auf den Reptilienbestand aus. Eine Gefahr, insbesondere für Eidechsenlebensräume stellen die Verbuschung, Aufforstung oder ungeeignetes Biotopmanagement dar.  Die Beseitigung von sonnenbeschienenen Ökotonen, Kleinstrukturen, und Sonderstandorten ist ein sehr bedeutender Faktor.

Der Rückgang der Kreuzotter ist v.a. in Biotopverlust, z.B. der Kultivierung von Mooren, Aufforstung von Feuchtwiesen und ähnlichem zu sehen. Der Verlust der Nahrungsgrundlagen spielt in diesem Zusammenhang ebenfalls eine große Rolle, welchem durch Neuanlage von Amphibiengewässern entgegengewirkt werden kann.

Alle in Salzburg vorkommenden Reptilienarten stehen auf der Roten Liste; sie sind nach Salzburger Naturschutzgesetz sowie der Tier- und Pflanzenartenschutzverordnung im gesamten Bundesland vollkommen geschützt. Zum Schutz bzw. Steckbrief der einzelnen Arten siehe hier.

Reptilien benötigen zum Überleben natürliche, strukturreiche Lebensräume

Reptilien sind wärmeliebend. Sie lieben offene, besonnte Bereiche, Ökotone wie Waldmantelsäume, Hecken, oder auch Lesesteinhaufen oder -wälle. Der Erhalt von Magerstandorten mit lückigem Vegetationsbestand zur Förderung von Zauneidechsenpopulationen wirken sich auch positiv auf andere gefährdete Arten wie z.B. Schmetterlinge aus.

Die Waldeidechse benötigt Wald, Berggebiete oder sumpfiges Gelände als Lebensraum. Dabei besiedeln sie nicht das Waldinnere, sondern die vorhin genannten Waldmantelsäume, Kahlschläge oder Lichtungen mit relativ hoher Bodenfeuchtigkeit.

Zauneidechsen brauchen dagegen eher trockene, warme Lebensräume. Sie liebt Mager-, Trocken- und Halbtrockenrasen; auch auf Waldwegen, Schneisen, Kahlschlägen und Böschungen von Auto- und Bahntrassen ist sie zu finden, insbesonders wenn das Gelände südexponiert und ein Mosaik aus Büschen, Grasbewuchs und unbewachsenen Stellen gegeben

Kreuzotter und Höllenotter gehören den Giftschlangen an; ihre Lebensräume sind Ränder von Hochmooren, buschreiche Feuchtwiesen, Waldränder, Kahlschläge sowie Ödlandflächen. Offene Kulturlandschaften, gepflegte Parks sowie intensiv genutzte Felder werden von der Kreuzotter gemieden. Kreuzottern ernähren sich von Amphibien, anderen Reptilien sowie Kleinsäugern (z.B. Mäusen). Schlangen orten ihre Beute mittels Geruchsorgan. Die bei uns nicht heimische Grubenotter, aber auch die Klapperschlangen, besitzen zwischen den Augen und den äußeren Nasenöffnungen ein spezielles Sinnesorgan zur Wärmerezeption, das sogenannteGrubenorgan. Diese Grubenorgane reagieren äußerst empfindlich auf Infrarotstrahlung und dienen der Beuteortung.

Wichtig für den Reptilienschutz ist ein Lebensraum- und Biotopschutz. Das Land Salzburg leistet mit zahlreichen Förderungsarten einen wichtigen Beitrag zum Lebensraum- und damit zum Artenschutz.

Gebt den Libellen eine Chance !

Libellen sind elegante Flieger

Wer kennt sie nicht, die fliegenden Edelsteine des Himmels - die Libellen.  Libellen, eine kleine Ordnung innerhalb der Insekten sind außer der Antarktis auf fast allen Kontinenten zu finden.  Diese Ordnung innerhalb der Insekten ist seit dem Karbon (vor 350 Millionen Jahren) bekannt. Die Vorfahren der rezenten (heute noch lebenden) Arten besaßen - wie man von versteinerten Funden weiß -Flügelspannweiten bis zu 75 cm, waren also wesentlich größer als die heute lebenden Arten.

Sie sind mehr oder minder überall in der Nähe von Gewässern anzutreffen. Libellen sind Augentiere: Ihr Kopf wird von zwei paarigen, riesigen Komplexaugen eingenommen, die ihrerseits wieder aus vielen tausend Einzelaugen bestehen. Die paarigen Fühler mit den, an der Fühlerbasis sitzenden Ocellen treten eher in den Hintergrund. Ihr Kopf ist durch einen dünnen Hals mit dem Thorax verbunden und frei beweglich.Diese Merkmale deuten also auf ihre räuberische Lebensweise. Sie können ihre Beute im Flug verfolgen und mit den Beinen fangen.

Paarungsrad der Großen Pechlibelle       Foto: Mag.G.Nowotny

Libellen sind durch Lebensraumverlust stark gefährdet

Diese fragilen Wesen sind durch anthropogene Lebensraumzerstörung hochgradig gefährdet. Aufgrund der starken Bindung an Gewässer bedeuten eine Beseitigung bzw. Verschmutzung dieser Ökosysteme eine Gefährdung des Lebensraumes der Libellen.  Sie benötigen sie auch zu ihrer Fortpflanzung und Entwicklung. Man findet verschiedene Arten an Fließgewässern, andere an stehenden Gewässern und auch in der Nähe von Mooren. Diese Libellenlebensebensräume sind durch Nutzungdruck durch den Menschen einer besonderen Gefährdung ausgesetzt Teilweise sind die Tiere stark spezialisiert; z.B. kommt die grüne Mosaikjungfer nur an Gewässern vor, an denen dichte Bestände der Krebsschere zu finden sind; die bevorzugten Lebensräume der gestreiften Quelljungfer sind die Rinnsale kleiner Quellen. Bei Versiegen derselben verlieren die Libellen ihren Lebensraum. Die Folge ist ein Verschwinden dieser Libellenart. Nachdem die Libellen den größeren Teil ihres Lebens als Larve im Wasser verbringen, ist das Vorkommen der Tiere und somit auch der Imagines (erwachsene Tiere) durch die Qualität des Gewässers in dem die Larven leben, begrenzt.

Die Paarung der Tiere ist besonders auffällig

Die Paarung der Elterntiere erfolgt ebenfalls in Gewässernähe und ist zeichnet sich durch Bildung des eindrucksvollen Kopulations- oder Paarungsrades aus. Die Paarung dauert unterschiedlich lang, und zwar von 5-20 sec beim Vierfleck ( Paarung im Flug) bis zu 5 Stunden bei der Großen Pechlibelle. Entweder fliegen die Kopulationspartner in Tandemformation zum Eierlegen oder das Männchen löst sich vom Weibchen und dieses fliegt alleine zum Legen. Nach mehrfacher Häutung der Larve (zehn  oder mehr Häutungen) schlüpft das fertige Tier.

Libellen besitzen eine räuberische Lebensweise

Ein besonderes Kennzeichen der Libellenlarven ist die Fangmaske, die die Larve in Ruhe unter Kopf und Brust trägt und die sie in Sekundenbruchteilen vorschleudert. So werden sogar Kaulquappen, Molchlarven und kleine Fischchen gefangen, die mit den kauenden Mundwerkzeugen mechanisch aufgeschlossen werden.

 die letzte Haut wird als Exuvie bezeichnet. Körper- bzw. Flügelfarben der Libellen sind meist Pigmentfarben, metallisch schillernde Farben sind Strukturfarben, die durch Lichtbrechung an Oberflächenstrukturen erzeugt werden.

Als Hauptursachen für den Rückgang der Libellenarten kann an erster Stelle die Wasserverschmutzung durch ungeklärte Abwässer, Gülle, und andere chemische Stoffe genannt werden. Durch Änderung des chemischen Gleichgewichtes verliert die Beute der Larven die Lebensgrundlage und damit verschwinden auch die Larven und Imagines.

Aufschüttung von kleinen Gewässern bedeutet ebenfalls eine Zerstörung des Lebensraumes der Libellenlarven und damit eine Gefährdung der ganzen Art. Durch Flussbegradigung wird die Fließgeschwindigkeit des betreffenden Gewässers stark erhöht. Viele Pflanzen können durch die starke Strömung im Wasser nicht mehr  wurzeln; die Sedimente, die den Libellenlarven als Versteck dienen, werden weggespült.

Durch übermäßige Bepflanzung von Flussufern mit Hecken und Bäumen sinkt die Temperatur des Wassers durch Beschattung. Dadurch verlieren die Libellenlarven einen Teil ihrer Nahrung und können so nicht mehr schlüpfen.

Abtorfung von Mooren stellt eine Vernichtung des Libellenlebensraumes dar. Es kommt dadurch zu einem Absinken des Grundwasserspiegels und in weiterer Folge zu einem Vertrocknen der Moorschlenken, die den Lebensraum der seltenen Moorlibellen darstellen.

Analog dazu stellt Drainagierung und Trockenlegung von Feuchtgebieten eine Einschränkung und Zerstörung des Libellenlebensraumes (nämlich der Larve und der Imago) dar und ist aus diesen und anderen Gründen abzulehnen.

Quellen stellen - wie weiter oben schon erwähnt- den Lebensraum der gestreifte Quelljungfer dar. Durch Quellfassung verlieren die Larven ihren Lebensraum, nämlich kaum sichtbare Wasserstellen am Quellaustritt. Das dadurch entstandene Quellbett ist für die Libellenlarven als Lebensraum uninteressant.

gestreifte Quelljungfer (Cordulegaster bidentatus)  Foto:Rainer Mysliwietz

Intensive Ufernutzung ist eine weitere Bedrohung dieser Tierart. Die Libellen verlieren durch die immer wieder niedergetretene Ufervegetation ein wichtiges Eiablage- und Schlupfsubstrat. Die gegen die Submersvegetation eingesetzten Graskarpfen stellen eine zweifache Bedrohung der Larven dar: Einerseits vernichten sie die Vegetation als wichtigen Lebensraum der Larven, andererseits dienen die Larven den Fischen als Nahrung. Übermäßiger Fischbesatz bedeutet nicht nur Gefährdung für die Libellenlarven, sondern auch für die in den betreffenden Gewässern lebenden Kaulquappen.

Zum Schutz der einzelnen Libellenarten siehe bitte hier.

Eine Überlebenschance für  die Schmetterlinge !  

Wer hat sich nicht schon an der Farbenpracht und den Flugkünsten, der Gaukler der Lüfte erfreut? Leider ist die Welt der Schmetterlinge nicht ident mit unserer Welt. Schmetterlinge lieben das Kleine, Unscheinbare, das wir moderne Menschen nicht zu schätzen wissen: Unkräuter am Wegrand, im Acker, die Brennnesseln am Waldrand oder an der Hecke, die Blütenvielfalt in der Wiese ebenso natürliche Fluss- und Bachufer !

Schmetterlinge besiedeln die verschiedenartigsten Lebensräume

Warme und blumenreiche Trockenrasen sind als Schmetterlingslebensraum besonders geeignet. Wir finden hier häufig wärmeliebende Schmetterlingsarten wie Schachbrett oder Mauerfuchs.
Hochmoore stellen durch ihre, durch Verdunstungskälte sommerkühlen Klimate ideale Lebensräume wie Hochmoor-Gelbling, das Grüne Blatt, den Wiesenknopf-Ameisenbläuling oder auch das Kleine Nachtpfauenauge. Durch die hochgradige Gefährdung dieses Lebensraumtyps in Mitteleuropa finden sich etwa 90% der Moorarten unter den Schmetterlinge auf den Roten Listen.

Die Wassernähe, also die Ufer, wird nur von einigen wenigen Arten besiedelt. Hauptsächlich finden wir hier Zünsler, die als Larven an Wasserpflanzen leben. Auch im Schilfgürtel leben einige Arten. Man findet hier die Schilfeulen und Schilfwickler, die Rohreulen, Spinnerfalter und die Rohrbohrer.
In der Nähe von Wassergräben, wo man Sumpfstorchschnabel, Blutweiderich, Mädesüß vorfindet, fliegen Schmetterlingsarten, die sonst in feuchten Wiesen vorzufinden sind, wie z.B verschiedene Bläulinge.  Der Alpenapollo ist auf größere Bestände des Bach- und Fetthennensteinbrechs, angewiesen. Steinbrecharten wachsen an Quellen und in Bachnähe und sind seine Futterquelle.

Mohrenfalter    Bildquelle: Archiv Naturschutzabteilung artenreiche Wiese am Wegrand    Bildquelle: www.pixelio.de
Mohrenfalter Bild: Archiv Naturschutzabteilung artenreiche Wiese am Wegrand Quelle: pixelio.de

Natürliche oder halbnatürliche Landschaftselemente, die von den Schmetterlingen geschätzt werden: Sonnige, trockene Hänge, Flussleiten, Straßenböschungen, und Dämme, die so steil sind, dass sich Gehölze nur schwer ansiedeln können, oder die von Schafen baumfrei gehalten werden.

Mischwälder sind ein gut geeigneter Lebensraumtyp. Waldbewohnende Arten brauchen das lichtdurchlässige Blätterdach der Laubhölzer und Lichtungen. Hier finden wir z.B. den Großen und Kleinen Schillerfalter, den Perlmutterfalter, den C-Falter, den Nagelfleck und das Waldbrettspiel. Außerdem sind sehr viele Nachtfalter als Raupe mit dem Wald verbunden.  

Hecken und Waldränder bieten als Ökotone gute Lebens- und Nahrungsbedingungen für Schmetterlinge. Einerseits finden die Tiere an den Blüten der Sträucher reichlich Nektar, andererseits bieten die Gehölze Windschutz aber auch Schutz vor Feinden und schlechter Witterung. Hecken stellen einen doppelten Waldrand dar und werden von seltene Arten wie Segelfalter oder Birkenzipfelfalter besucht.

Viele alpine Arten sind im Alpengebiet weit verbreitet, wenn ihre Ansprüche hinsichtlich ihres Lebensraumes befriedigt sind.Im Bergland bedarf es spezieller Anpassungen, wie ein zweijähriger Entwicklungszyklus, den wir bei verschiedenen Arten finden, um der härteren Futter- und Überlebenssituation im Gebirge gerecht zu werden.

Schmetterlinge sind gefährdet

Einen wesentlichen Anteil an der Gefährdung ist in der strukturellen Änderung ihrer Lebensräume zu sehen. Diese Schmetterlingslebensräume sind durch landwirtschaftlichen Nutzungsdruck besonderen Gefährdungen ausgesetzt Vor wenigen Jahrzehnten noch waren die Wiesen reine Falterparadiese. Heutzutage halten nur wenige Gräser und Blattkräuter den starken Stickstoffeintrag durch die Düngung und die oftmalige Mahd aus. Die farbige Blütenpracht wird zugunsten eines monotonen Grüns zurückgedrängt. Mit diesem Verschwinden der Blumenvielfalt verschwinden auch unsere Schmetterlinge. Starker Dünger wirkt daneben auch giftig für Heuschrecken und andere Wiesentiere. Man weiß aus Untersuchungen, dass für den Schwalbenschwanz, dessen Raupen sich von Wilder Möhre ) und anderen Doldenblütlern ernährt, Futterpflanzen aus intensiv gedüngten Wiesen innerhalb weniger Stunden zum Tode der Raupen führt. Durch den Einsatz von Insektiziden und Bioziden wird die Häutung der Raupen gehemmt.
Auch allzu häufige Mahd lässt Raupen und Puppen auch nicht die nötige Zeit zur Entwicklung. Die Schmetterlingsraupen und auch die erwachsenen Tiere, die auf den Nektar angewiesen sind,  finden keine Nahrung mehr.
Durch die Bestandesumwandlung vieler Wälder in Nadelwaldmonokulturen kommen nur mehr wenige Spezialisten vor, wie etwa der Kiefernspanner, die durch massenhaftes Auftreten dann zu Schädlingen werden. Hecken und Waldrandstreifen sind durch Flurbereinigung und ein Heranmähen bis an den Waldrand besonders gefährdete Schmetterlingslebensräume.

Zum Schutz der einzelnen Arten siehe hier

 

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M.Hubka
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