Libellen
Libellen leben in der Nähe von Gewässern

Prachtlibelle Bildquelle: www.pixelio.de
Diese Insektenordnung ist eine kleine Ordnung
Libellen sind eine tagaktive, evolutionär gesehen alte Insektengruppe. Libellen sind seit dem Karbon (vor 350 Millionen Jahren) bekannt. Die Vorfahren der heute lebenden Arten besaßen - wie man von versteinerten Funden weiß - größer als die heute lebenden Arten (Flügelspannweiten bis zu 75 cm)Sie stellen eine kleine Ordnung im System der Insekten dar und sind außer der Antarktis auf fast allen Kontinenten zu finden. Libellen sind Augentiere: Ihr Kopf wird von zwei paarigen, riesigen Komplexaugen eingenommen, die aus vielen tausend Einzelaugen bestehen. Die paarigen Fühler mit den Nebenaugen treten eher in den Hintergrund. DieseNebenaugen sitzen an der Fühlerbasis. Der Kopf ist durch einen dünnen Hals mit dem Bruststückverbunden und frei beweglich. Diese Merkmale deuten also auf ihre räuberische Lebensweise. Sie können ihre Beute im Flug verfolgen und mit den Beinen fangen. Körper- bzw. Flügelfarben der Libellen sind meist Pigmentfarben, metallisch schillernde Farben sind Strukturfarben, die durch Lichtbrechung an Oberflächenstrukturen erzeugt werden
.
Die Tiere sind sehr spezialisiert
Libellen sind in Gewässernähe anzutreffen. Sie benötigen diese auch zur Entwicklung. Sie leben an Fließgewässern, an stehenden Gewässern und in der Nähe von Mooren. Die Larve verbringt den größeren Teil ihres Lebens im Wasser; daher sind die Larven und die erwachsenen Tiere an eine gute Wasserqualität gebunden. Die Tiere stark spezialisiert: Die grüne Mosaikjungfer kommt nur an Gewässern mit dichten Krebsscherenbeständen die bevorzugten Lebensräume der gestreiften Quelljungfer lebt bevorzugt an kleiner Quellen. Bei Versiegen verlieren die Libellen den Lebensraum.
Libellen besitzen eine eindrucksvolle Paarung
Die Paarung der Elterntiere erfolgt ebenfalls in Gewässernähe; sie ist durch Bildung des eindrucksvollen Kopulations- oder Paarungsrades besonders auffällig. Die Paarung dauert unterschiedlich lang: von 5-20 sec beim Vierfleck (Paarung im Flug) und bis zu 5 Stunden bei der Großen Pechlibelle. Entweder fliegen die Kopulationspartner in Tandemformation zum Eierlegen oder das Männchen löst sich vom Weibchen und dieses fliegt alleine zum Legen. Ein besonderes Kennzeichen der Libellenlarven ist die Fangmaske, die die Larve in Ruhe unter Kopf und Brust trägt und die sie in Sekundenbruchteilen vorschleudert. So werden sogar Kaulquappen, Molchlarven und kleine Fischchen gefangen, die mit den kauenden Mundwerkzeugen mechanisch aufgeschlossen werden. Nach mehrfacher Häutung der Larve (zehn oder mehr Häutungen) schlüpft das fertige Tier; .
Libellen sind aufgrund ihrer Spezialisierung und starke Bindung an Gewässer stark gefährdet
Der Rückgang der verschiedenen Arten ist mit Wasserverschmutzung durch ungeklärte Abwässer, Gülle, andere chemische Stoffe und durch Änderung des chemischen Gleichgewichtes der Gewässer erklärbar.
Aufschüttung kleiner Gewässern bedeutet einen Lebensraumverlust der Libellenlarven. Flussbegradigung erhöht die Fließgeschwindigkeit des betreffenden Gewässers sehr stark. Viele Pflanzen können durch die starke Strömung im Wasser nicht mehr wurzeln; die Sedimente, die den Libellenlarven als Versteck dienen, werden weggespült. Übermäßige Bepflanzung von Flussufern mit Hecken und Bäumen senkt die Temperatur des Wassers durch Beschattung. Dadurch verlieren die Libellenlarven einen Teil ihrer Nahrung und können so nicht mehr schlüpfen. Ein Unterschreiten der Wassertemperaturschwellenwerte stellt nach RAAB et al. (2006) auch eine Verschlechterung der Lebensbedingungen dar. Die letzte Larvenhäutung wird zurückverlegt und es kommt zu einem späteren Schluf der erwachsenenTiere. Ist die Häutung soweit zurückverlegt, stellt eine Verkürzung der Tageslänge ein weiteres Problem dar: es kommt erst im folgenden Frühjahr nach einmaliger Überwinterung zum Schlupf.
Abtorfung von Mooren stellt eine Vernichtung des Libellenlebensraumes dar. Es kommt dadurch zu einem Absinken des Grundwasserspiegels und in weiterer Folge zu einem Vertrocknen der Moorschlenken, die den Lebensraum der seltenen Moorlibellen darstellen. Drainagierung und Trockenlegung von Feuchtgebieten stellen einen Lebensraumverlust für die Larve und die erwachsenen Tiere dar. und ist aus diesen und anderen Gründen abzulehnen. Im gesamten Bundesgebiet ist durch Zunahme der intensiven Bewirtschaftung eine Abnahme der Feuchtlebensräume und Begradigung der Gewässer zu beobachten. Erhaltene Aureste sind nur noch an Donau, March, Thaya sowie in Salzburg an der Salzach zu nennen. Auch eine zunehmende Verwaldung und Zuwachsung ist ein Problem für die Libellen.
Um die Mitte des 19. Jahrhunderts waren nach Angaben von RAINER et al. (2006) ein großer Reichtum an verschiedenen natürlichen Fließgewässerbiotopen vorhanden. Durch umfangreiche Regulierungenund Kraftwerksbauten sind nur noch Reste (Mitte der 80er Jahre etwa 10%) des ursprünglichen Fließgewässerbestandes vorhanden. Zwei Drittel davon sind ohne flussdynamischen Zufluss.
Der gestreifte Quelljungfer bevorzugt kleine Quellen als Lebensraum. Durch Quellfassung verlieren die Larven ihren Lebensraum ( kaum sichtbare Wasserstellen am Quellaustritt) Das dadurch entstandene Quellbett ist für die Libellenlarven als Lebensraum uninteressant.
Libellen sind europaweit geschützt
Libellen sind streng geschützt ! Sie sind bei uns durch Landesgesetz und EU-weit auch ihre Lebensräume durch EU-Bestimmungen vollkommen geschützt.
Literatur
|