Wachtelkönig
Wachtelkönige sind in ganz Europa verbreitet, jedoch selten
Wachtelkönige sind Rallen und erreichen etwa Wachtelgröße. Sie besitzen eine braune, die Flügeloberseite ist hellbraun mit schwarzen Strichen (bessere Tarnung), die Unterseite ist gelbbraun gegen den Bauch hin weißlich. Ihr Schnabel ist kurz und derb. Wachtelkönige sind beim Abflug an ihrer rötlichen Färbung bzw. den hängenden Beinen zu erkennen.
Wachtelkönige sind von Europa bis Mittelasien verbreitet, jedoch selten vorkommend. Die Vögel balzen nachts, oft in aus mehreren Männchen bestehenden Gruppen; sie sind Bodenbrüter und bevorzugen in der Regel feuchtere Bereiche. Bei uns sind sie Brutvögel des Tieflandes (Verlandungsbereiche, aber auch Moore) und extensiv genutzten Wiesen mit dichtem Untergrund; viele Brutplätze sind nicht regelmäßig besetzt. Wachtelkönige brüten im offenen Gelände, wahrscheinlich nur einmal im Jahr; sie legen Bodennester an.
Die Legezeit ist Mai/Juni. Pro Brut legen sie 7-12 gelbliche, dunkelrot gefleckte Eier ins Nest, die das Weibchen bebrütet. Die Jungen schlüpfen nach etwa 16-19 Tagen; nach weiteren 35 Tagen werden die Nestlinge flügge. Ihre Nahrung besteht aus Insekten, Sämereien und grüne Pflanzenteile.
Wachtelkönige sind Zugvögel. Sie ziehen ab September in ihre Winterquartiere in Afrika und kehren im April/Mai wieder in ihre Brutgebiete zurück.
Die Stimme des Wachtelkönigs ist ein hölzernes, schnarrendes, 2-silbiges „rrrrep rrrep“, das vorzugsweise in der Dämmerung zu hören ist. Oft wird der Gesang auch in langen Reihen vorgetragen. Manchmal sind diese Laute stundenlang zu hören, ansonsten sind die Vögel schweigsam. Wachtelkönige können mit Tonbandaufnahmen gut gelockt werden.
Gesang und Rufe des Wachtelkönigs
Der Gefährdungsgrad dieser Vögel ist mit "stark gefährdet" eingestuft
Wachtelkönige sind stark gefährdet und im Rückgang begriffen. Seine Bestandessituation gilt als sehr selten; die Bestandesentwicklung als "abnehmend" eingestuft. die Arealentwicklung ist stark negativ, die Habitatverfügbarkeit gering. Ebenso stufen ZULKA et al. (2005) die Habitatentwicklung als stark negativ an. Auch durch den Menschen werden die Wachtelkönigbestände negativ gefährdet. Zum Schutz der Wachtelkönige ist starke Verantwortlichkeit gegeben, denn diese Art ist weltweit gefährdet. Außerdem ist akuter Schutzbedarf gegeben. Für die stark negative Habitatentwicklung sind die Methoden der modernen Landwirtschaft, aber auch Lebensraumzerstörung, Trockenlegung und Verbuschung von Feucht- und Streuwiesen. verantwortlich. Nach Angaben von Zulka et al.(2005) sind Schutzmaßnahmen für diesen Vogel eine artfreundliche Bewirtschaftung in Wachtelköniggebieten wie spätere Mahd, ein Mähen von innen nach außen, ein Aufbau von Kernpopulationen in Kerngebieten, weiters eine Erhaltung von extensiv genutzten Wiesengebieten und eine Umstellung auf extensive Bewirtschaftung, z.B. Düngeverzicht. Mit ihrem Förderungsprogramm bietet die Naturschutzabteilung für die betroffenen Landwirte Hilfe an.
Sie gehören zu den vollkommen geschützten Vogelarten
Wachtelkönige zählen in Salzburg zu den streng geschützten Vogelarten; sie sind sowohl durch landesgesetzliche Bestimmungen als auch EU-Richtlinien vollkommen geschützt. Laut Aussendung des Umweltbundesamtes "Handlungsbedarf für Österreich zur Erfüllung der EU-Vogelschutzrichtlinie" ist der Wachtelkönig bei uns akut gefährdet, vom Aussterben bedroht und somit ist ein rasches Handeln erforderlich ist. Laut Roter Liste (ZULKA et al, 2005) ist eine besondere Verantwortlichkeit Österreichs gegenüber dieser Art gegeben, da es ein sensibles Randvorkommen besitzt. Es besteht akuter Schutzbedarf durch Schutzmaßnahmen, insbesondere späte Mahd, Lebensraumverbesserungen z.B. Extensivierung von Mähwiesen, Anlage von Stilllegungen und Feuchtbrachen, Wiedervernässungen, Rückbau von Drainagen, sowie Monitoring der Bestände.
Ein Projekt zur Ansiedelung und Schutz des Wachtelkönigs wird im Natura 2000 - Gebiet Oichtenriede duchgeführt.
Weiterführende Links:
Pflanzen- und Tierarten-Schutzverordnung
Rote Liste gefährdeter Tierarten
Ursachen für die Gefährdung der Tiere
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