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Gartenrotschwanz - Vogel des Jahres 2011

Der einst häufige Gartenvogel wurde von BirdLife Österreich, Naturschutzbund Deutschland (NABU) und Landesbund für Vogelschutz (LBV) in Bayern ausgewählt.


Gartenrotschwanz		Bild: Fotosammlung Naturschutzabteilung

Bild: Naturschutzabteilung


Gartenrotschwänze können mit dem Hausrotschwanz verwechselt werden

Der Gartenrotschwanz ist die Zwillingsart des Hausrotschwanzes und leicht mit diesem zu verwechseln. Er gehört zur Familie der Drosseln und ist von seinem Habitus her etwas kleiner als ein Sperling.Auffallend sind die relativ langen Beine, die aufrechte Haltung beim Sitzen, die rot gefärbte Bauchseite und der rote Schwanz.

Das Gesicht und die Kehle des Männchens sind bis zur gedachten Linie Auge-Schnabel schwarz gefärbt. Der übrige Kopf ist blaugrau, die Stirn auffallend weiß.  Die Färbung der Männchen ist im Sommer lebhafter. Die Weibchen sind  graubraun, ihre Unterseite ist heller. Die schwarze Kopf- und Kehlfärbung fehlt, die Kehle ist grauweiß. Beide Geschlechter besitzen einen spitzigen Schnabel. Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus Insekten, die sie auch am Boden suchen. Man sieht sie auch, ähnlich den Hausrotschwänzen, häufig knicksen und mit dem Schwanz zittern.

Die Vögel haben ein weites Verbreitungsgebiet

Gartenrotschwänze brüten über ganz Europa mit Ausnahme Irlands und Griechenlands, Kleinasien, bis ostwärts in den Iran, West- und Mittelsibirien.


Gartenrotschwänze sind Höhlenbrüter

Die Vögel brüten in Wäldern (Laub- und Mischwälder),  Parks, Gärten und Streuobstbereichen. Sie legen ihre Nester in vorhandenen Baumhöhlen, Nischen, Felsen und Halbhöhlen-Nistkästen  an. das  Nest ist ein lockerer Bau aus alten Pflanzen und Pflanzenteilen. Gartenrotschwänze haben 2 Jahresbruten. Legebeginn ist Anfang Mai, es werden 5-7 grünliche Eier vom Weibchen bebrütet; die Brutzeit beträgt etwa 2 Wochen, die Nestlinge bleiben nach dem Schlupf etwa 14 Tage im Nest. Das Jugendkleid ist heller als beim Hausrotschwanz. Nach dem ersten Ausfliegen werden sie noch bis zu 2 Wochen von den Eltern gefüttert. Das  Jugendkleid ist hellbraun gefleckt mit braunweißen Federsäumen. Männliche Jungvögel zeigen im ersten Kleid braunweiße Federn in der schwarzen Kehle; auch die deutlich abgesetzte Stirn fehlt oft noch.


Ihr Ruf ist weicher als der des Hausrotschwanzes

Gartenrotschwänze rufen „füd tek tek“ (nicht so hart und tonlos wie der Hausrotschwanz), oft auch etwas klagend „huit“ bei Erregung „huid tek tek“, sein Gesang ist wohltönender als der des Hausrotschwanzes, etwa „hüi trä trä“, auch sie tragen ihren Gesang auf einer Warte sitzend vor.  Gartenrotschwänze imitieren oft auch Gesänge anderer Vogelarten.


Gartenrotschwänze sind gefährdet

Österreichweit gehört der Gartenrotschwanz zu den potenziell gefährdeten Vogelarten. Die Bestandesentwicklung dieser Art ist stark negativ, ihre Areale mäßig eingeengt. Die Habitatverfügbarkeit des Gartenrotschwanzes ist extrem positiv, die Entwicklung seiner Habitatsituation gleich bleibend, durch den Menschen sind sie nicht direkt beeinflusst.  Die Vögel sind gefährdet durch Struktur- und Biotopverluste, durch Anpflanzen nicht standortgerechter Pflanzenarten (Neophyten) in Parks und Gärten,  Aufräumwut, und die modernen Methoden in Land- und Forstwirtschaft.

Gartenrotschwänze sind durch Landesverordnung landesweit  vollkommen geschützt.
Laut Aussendung des Umweltbundesamtes "Handlungsbedarf für Österreich zur Erfüllung der EU-Vogelschutzrichtlinie" gilt der Gartenrotschwanz als Priorität 3(2)-Art, d.h. ihre Situation ist nicht bedroht, aber Maßnahmen zur Erhaltung ihres Lebensraumes sollten zumindest geplant werden.
Nach Meinung von ZULKA et al. (2005) ist erhöhter Schutzbedarf zur Erhaltung dieser Art gegeben, vor allem Umsetzung von Artenschutzprogrammen, Abbau von Forschungsdefiziten sowie unter Schutzstellung ihrer Lebensräume.

Literatur




Weiterführende Links:

Pflanzen- und Tierarten-Schutzverordnung

Rote Liste gefährdeter Tierarten

Abfrage - Rote Listen

Ursachen für die Gefährdung der Tiere

Vogelschutz-Richtlinie

Bonner Konvention

Biodiversität in Österreich

Birdlife

Umweltbundesamt


Rückfragen: Mag. Michael Hubka