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Haussperling

junger Haussperling (Spatz) auf Nahrungssuche

Junger Sperling auf Futtersuche
(c):segovax/ pixelio.de


Sperlinge sind Kulturfolger

Der Haussperling, bei uns auch Spatz genannt, wird zur Familie Sperlinge gezählt. Sie sind mit den Webervögeln in Afrika und den Finken verwandt. Bei diesen Vögeln handelt es sich um kompakt gebaute, etwa 14-16 cm große Vögel, die sich gern in der Nähe menschlicher Siedlungen aufhalten, also echte Kulturfolger sind. Daher ist auch seine weite Verbreitung erklärlich. Die Vögel leben in Städten, Dörfern, Einzelgehöften, vereinzelt auch auf Berghütten, überall dort, wo Menschen leben. Haussperlinge sind Standvögel und Teilzieher.


Sie sind gegen den Untergrund gut getarnt

Der Hausperling besitzt einen kräftigen, kompakten Körper, einen großen Kopf mit einem kräftigen, schwarzen  Schnabel. Die Färbung des Oberkopfes des Männchens ist rotbraun, der des Weibchens etwas heller, die Backen erscheinen graubraun. Die Flügeloberseite ist braun mit weißen Streifen, das Weibchen ist insgesamt etwa heller. Im Flügel ist eine weiße Binde deutlich sichtbar, eine zweite angedeutet. Weibchen und die Jungen sind eher unscheinbar graubraun. Die Männchen zeigen einen schwarzen Kehlfleck, der im Winter weniger deutlich ist.


Die Vögel sind über Eurasien und Afrika verbreitet

Haussperlinge waren ursprünglich in Mittelasien und den Savannen Afrikas beheimatet, heute sind sie in ganz Eurasien und weiten Teile Afrikas verbreitet. Sie haben als erfolgreicher Kulturfolger, auch als blinder Passagiere an Bord von Schiffen neue Kontinente und Lebensräume besiedeln können. Man findet ihn bis jenseits des Polarkreises und auch in heißen Trockengebieten.


Haussperlinge sind bezüglich ihres Brutplatzes anspruchslos

Haussperlinge sind gesellige Vögel. Auch zur Brutzeit sind sie sehr gesellig. Sie legen ihre Nester in Löchern, unter Dachziegeln, in Baumhöhlen oder freistehend in Kletterpflanzen, an. Sie bauen Kugelnester aus Halmen und Stängeln. Legebeginn ist zumeist Mitte/Ende April. Haussperlinge haben 2-3 Jahresbruten; sie legen 4-6 hell gefärbte Eier. Das Brutgeschäft wird von beiden Altvögeln wahrgenommen und dauert in der Regel 11-13 Tage, die Jungen sind Nesthocker, sie bleiben nach dem Schlupf etwa 14-16 Tage im Nest. Sie besitzen keine Dunen, einen gelben Rachen als superoptimalen Auslöser des Fütterungsreizes beim Altvogel; an frisch ausgeflogenen Haussperlingen kann man oft noch Reste der Schnabelwülste erkennen.  

Nach der Brutzeit im Spätsommer bilden die Vögel große Schwärme.  Sie hüfen am Boden, baden gerne auch im Staub. Ihre Rufe sind ein „dchuip“ „dchuip“ meist im Flug. Bei Erregung Rufen sie zeterned „tschet“-„tschet“, ihr Gesang ist ein wohltönendes „dü-dü-dü“.


Sie nehmen pflanzliche und tierische Kost zu sich

Die Nahrung der Haussperlinge ist vielfältig: sie kann im Sommer aus Getreidekörnern, Gräsern, Wildkräutern, Blüten und jungen Blättern bestehen; im Winter fressen sie Sämerereien  und Beeren. Zur Fortpflanzungszeit fressen sie Insekten, Insektenlarven, Spinnen, Milben und dgl. als Eiweißlieferanten.


Haussperlinge sind derzeit ungefährdet

Der Haussperling ist ein derzeit ungefährdeter Brutvogel Österreichs. Seine Bestandsentwicklung ist zwar schwach negativ, jedoch die Habitatverfügbarkeit positiv bzw. Habitatentwicklung ebenfalls schwach negativ. Eine direkte, anthropogene Beeinflussung auf den Haussperling ist nicht gegeben.

Vor wenigen Jahren wurde durch Birdlife Österreich ein steter Rückgang dieses „Allerweltvogels“ festgestellt; das war auch der Grund, warum der Haussperling zum Vogel des Jahres 2002 ernannt wurde. Der Grund für diesen Rückgang sind in Gebäuderenovierungen und glatter Bauweise; damit verbunden ist eine Reduktion der Brutmöglichkeiten. Einsatz von Pestiziden und exotischen Gehölzen in Parks und Gärten verringern dass Insektenangebotes. Der dritte Grund ist wohl in der verstärkten Aufräumwut zu sehen, im Wunsch, einen aufgeräumten Garten zu besitzen, statt ein wenig Mut zu Unordnung im eigenen Garten aufzubringen und „G’stettn“ zuzulassen.

Haussperlinge sind im Bundesland Salzburg geschützt: Sie unterliegen den Bestimmungen der  Tier- und Pflanzenarten-Schutzverordnung (LGBL.Nr.18/2001) und zählen somit zu den landesweit geschützten Vogelarten.

Literatur




Weiterführende Links:

Pflanzen- und Tierarten-Schutzverordnung

Rote Liste gefährdeter Tierarten

Abfrage - Rote Listen

Ursachen für die Gefährdung der Tiere

Vogelschutz-Richtlinie

Bonner Konvention

Biodiversität in Österreich

Birdlife

Umweltbundesamt