Gartenbaumläufer

Gartenbaumläufer und Waldbaumläufer sind schwer zu unterscheiden
Gartenbaumläufer gehören zur Familie der Baumläufer ; sie sind kleiner als Sperlinge, sind kurzbeinige Klettervögel, die einen relativ langen Stützschwanz und steife Steuerfedern besitzen und einen feinen, abwärts gebogenen Schnabel. Dieser ist länger als der des Waldbaumläufers. Er läuft spiralig, ruckartig an Baumstämmen in die Höhe, sucht nach Nahrung und fliegt dann zum nächsten Baum. Beim Klettern am Stamm stützen sich die Gartenbaumläufer mit ihrem Schwanz ab, ähnlich dem Schwarzspecht. Gartenbaumläufer besitzen dazu besonders steife und widerstandsfähige Schwanzfedern.
Der Rücken des Gartenbaumläufers ist braun mit helleren Flecken und Streifen, bauchseitig ist er weiß, während die Flanken bräunlich getönt sind. Damit ist der Gartenbaumläufer am Stamm und im Geäst hervorragend getarnt. Das Auge ist dunkel und besitzt einen weißen Überaugenstreif, der weniger deutlich ausgeprägt ist als beim Waldbaumläufer. Ansonsten sind beide Arten nur schwer unterscheidbar, oft sind sie nur am Gesang auseinander zu kennen.
Die Vögel sind über Europa und Nordafrika verbreitet
Gartenbaumläufer sind Brutvögel in West- und Mitteleuropa, fehlen in Großbritannien und Norddänemark; im Osten kommen sie bis Ostpolen und an die Schwarzmeerküste vor. Darüber hinaus kommen sie auch in Teilen der Türkei, Nordafrikas und Südeuropas vor. Gartenbaumläufer kommen in tieferen Lagen vor, und fehlen im Gebirge. Die Vögel sind Stand- und Strichvögel. Ihr Lebensraum sind lichte Laub- und Laubmischwälder, eher offene Landschaften, Parks, und größere Gärten mit altem Baumbestand, aber auch Streuobstflächen. Sie bevorzugen Laubbäume wie Eichen, Esche, Ahorn, Ulmen, brüten aber auch gelegentlich in Nadelbäumen, fehlen aber im reinen Nadelwald und ab 1000m.
Gartenbaumläufer bauen kunstvolle Nester
Gartenbaumläufer legen ihre Nester hinter der Borke in Baumspalten, aber auch Mauerspalten, aber auch Nistkästen an. Das Nest besteht aus Reisern, Moos und Gras. Legebeginn ist ab April; die Vögel haben 1 Jahresbrut, gelegentlich 2. Sie legen 5-7 weiße Eier, die braun-rot gefleckt sind. Das Weibchen brütet etwa 2 Wochen, die Nestlinge werden noch etwa 15-17 Tage von beiden Eltern gefüttert.
Sie sind im Winter am Futterhäuschen zu finden
Die Vögel fressen kleine Insekten, deren Larven, Spinnen und andere Wirbellose.
Vor allem im Winterhalbjahr fressen die bei uns verbleibenden Vögel auch Samen, sind auch als Gäste am Futterhaus anzutreffen, wo sie Fettnahrung bevorzugen. Gartenbaumläufer sind keine sehr geselligen Vögel, schließen sich aber im Winter zu Schlafgemeinschaften zusammen, als Schutz gegen die Kälte.
Beide Baumläuferarten sind am Ruf gut unterscheidbar
Die Stimme der Gartenbaumläufer ist ein recht lautes, kräftiges "tüt" aber auch ein hohes, dünnes "sri" ähnlich dem Waldbaumläufer. Der Gesang ist kürzer und kräftiger und klingt wie "dit-dit-dit-didelit-dit", sein Lockruf ist kräftig.
Gartenbaumläufer sind durch Lebensraumverlust gefährdet
Gartenbaumläufer sind regelmäßige Brutvögel in Österreich. Österreichweit ist bezüglich der Bestandsentwicklung ein starker Rückgang dieser Vogelart beobachtbar. seine Areale sind stark eingeengt, dagegen ist die Habitatverfügbarkeit der Art extrem positiv, die Entwicklung der Habitatsituation aber negativ. Die Vögel werden durch den Menschen nicht direkt beeinflusst. Gartenbaumläufer sind im Bundesland Salzburg nicht häufig. Es liegen einige ältere Meldungen vor, aber die wenigen aktuellen Meldungen beziehen sich auf das Natura 2000-Gebiet Salzachauen sowie eine Meldung aus Bergheim-Lengfelden. Gartenbaumläufer sind im gesamten Bundesland geschützt. Sie unterliegen den Bestimmungen der Salzburger Tier- und Pflanzenarten- Schutzverordnung.
Die Hauptursache einer Gefährdung des Gartenbaumläufers dürfte in der modernen Land- und Forstwirtschaft zu sehen sein. Lebensraumverluste wie Umbruch von Laub- in Nadelholzbestände, Schlägerung von alten Bäumen und Aufforstung offener Landschaften sind schuld an der lokalen Gefährdung dieses Vogels. Sowohl die Bestandes- als auch die Arealentwicklung sind nach dem Konzept von ZULKA et al. (2005) stark negativ.
Zur Erhaltung dieser Art ist erhöhter Schutzbedarf erforderlich. Vordringlich dürfte nach Meinung von ZULKA et al. (2005) die Erhaltung halb offener Laubwälder, eine Reduktion der Emissionen zur Erhaltung der Eichenwälder, eine Erhaltung großer Streuobstflächen sowie ein Monitoring dieser Art erforderlich sein.
Weiterführende Links:
Pflanzen- und Tierarten-Schutzverordnung
Rote Liste gefährdeter Tierarten
Ursachen für die Gefährdung der Tiere
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