Buntspecht
Buntspecht (c) Karin Jähne/www.pixelio.de
Buntspechte sind Brutvögel in Österreich
Buntspechte sind tagaktive eine von ihrem Habitus etwa amselgroße Vertreter aus der Familie der Spechte, die zu den Brutvögel in Österreichs gezählt werden.
Buntspechte kommen über fast ganz Europa mit Ausnahme Irlands, Islands und einiger Mittelmeerinseln vor. Sie brüten im Nadel- und Laubwaldgürtel Eurasiens bis Japan ostwärts, Hiter- und Vorderindien südwärts. Sie sind bei uns Stand-, seltener Strichvögel. Die Vögel brüten in Laub- und Nadelwäldern, Parks, Feldgehölzen, Auen und in größeren, naturbelassenen Gärten mit Baumbestand. Oft ist er auch mitten in der Stadt anzutreffen.
Sie sind in ihrem Lebensraum perfekt getarnt
Die Vögel sind auffallend schwarzweiß gefärbt, der Rücken ist schwarz, die Schultern weiß, die Unterseite grauweiß. Beide Geschlechter besitzen eine schwarze Kopfkappe und einen schwarzen Bartstreif als wichtiges Kennzeichen. Das Männchen besitzt am Hinterkopf einen scharlachroten Nackenfleck, der beim Weibchen fehlt. Die Unterschwanzdecken sind bei beiden Geschlechtern rot; im Jugendkleid besitzen sie einen roten Vorderkopf. Der Schnabel - sowohl des Männchens als auch des Weibchens - ist sehr lang und wird für Nahrungserwerb bzw. Bau der Bruthöhle verwendet. Die Schnabelbasis ist schwarz. Auffällig ist die Fortbewegung des Buntspechtes am Stamm: Er klettert unter Einsatz des Stützschwanzes nach oben.
Sein Ruf ist häufig als ein „kix“ wahrzunehmen, bei Erregung gibt er Folgen von „kix-kix-kix“ und „kreck-kreck-kreck“ – Reihen von sich. Sein Fluggeräusch ist laut und schnurrend.
Beide Eltern bebrüten das Gelege
Buntspechte zimmern mit ihrem starken Schnabel eine Bruthöhle, die bevorzugt in den Stämmen oder starken Ästen von Nadelhölzern platziert wird. Dort legt der Vogel das Nest an.
Legebeginn ist Mitte April, 1 Jahresbrut, bei Gelegeverlust kommen aber auch Ersatzgelege vor. Die Vögel legen 5-8 weiße Eier, die von beiden Eltern bebrütet werden. Das Männchen brütet mehr als das Weibchen. Die Gesamtbrutdauer beträgt etwa 12 Tage. Die anschließende Nestlingsdauer dauert 20-23 Tage. Die Jungen werden von beiden Altvögeln gehudert und gefüttert. Wenn die Nestlinge älter sind, hört man ihr Geschrei aus der Bruthöhle.
Die Nahrung der Buntspechte ist vielfältig
Buntspechte fressen tierische Nahrung im Sommer: Holz bewohnende Käfer, Schmetterlingslarven, und viele andere Gebüsch- und Baum bewohnende Insekten. Sie holen mithilfe ihres starken Schnabels ihre Nahrung aus dem Holz („Klopfen des Spechtes“). Dabei klettern sie mithilfe ihres Stützschwanzes am Stamm hinauf.
Im Frühjahr trinken sie den Blutungssaft ihrer Nistbäume, im Winter ernähren sie sich von fettreichen Samen der Nadelbäume. Dabei werden die energiereichen Zapfen der Kiefern und Lärchen geerntet. Sie werden in der so genannten Spechtenschmiede bearbeitet und die fettreichen Samen zwischen den Zapfenschuppen herausgeholt, was naturgemäß die Spechte vor eine schwierige Aufgabe stellt. Der Zapfen wird in Holzritzen, Löcher und Spalten eingeklemmt, um besser bearbeitet werden zu können, und um an die wertvolle Nahrung zu kommen.
Buntspechte sind auch regelmäßig an Futterstellen zu beobachten: Fett, Nüsse, große Samen, Meisenknödel und -ringe werden als energiereiche Kost gerne angenommen.
Trotz ihrer guten Bestandessituation sind Buntspechte bei uns geschützt.
Buntspechte sind weit verbreitet und sind relativ plastisch hinsichtlich ihres Lebensraumes. Sie gelten bei uns in Österreich als derzeit ungefährdete Brutvögel. Ihre Bestandesentwicklung ist zunehmend, ebenso ihre Arealentwicklung; die Habitatverfügbarkeit ist positiv, die Habitatentwicklung gleich bleibend; der Einfluss des Menschen ist gering positiv bis gar nicht gegeben (ZULKA et al.2005).
Trotzdem gilt der Buntspecht bei uns im Bundesland Salzburg zu den gesetzlich vollkommen geschützten Vogelarten.
Weiterführende Links:
Pflanzen- und Tierarten-Schutzverordnung
Rote Liste gefährdeter Tierarten
Ursachen für die Gefährdung der Tiere
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