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Laubfrosch

Laubfrösche sind an ihrer Größe und ihrer Farbe leicht erkennbar

Laubfrosch Bild: Martin Kyek

Laubfrosch                                         Bild: M.Kyek

Sie sind in fast ganz Europa anzutreffen

Laubfrösche sind kleine, dämmerungs- und nachtaktive Baumfrösche, die mit Ausnahme von Irland und fast ganz Skandinavien über weite Teile Europas verbreitet sind. Erwachsene Individuen erreichen eine Kopf-Rumpf-Länge erwachsener Laubfrösche beträgt etwa 4-5 cm. Die Schnauze ist rund, die Pupille waagrecht, das Trommelfell deutlich ausgebildet. Die Hautoberfläche ist glatt, glänzend grün.  Die Finger- und Zehenspitzen sind mit Haftscheiben ausgestattet, die den Tieren die Fähigkeit zum Klettern verleihen. Das Männchen hat eine große kehlständige Schallblase. Die Paarungsrufe, die in einem Rhythmus von 4-6 /s erfolgen, sind weithin hörbar.


Laubfrösche besiedeln naturbelassene Lebensräume

In Salzburg finden wir den Laubfrosch eher in tiefen Lagen, z.B. im Flachgau und Tennengau sowie im Pinzgau im Salzachtal von Zell am See westwärts. Der Verbreitungstyp des Laubfroschs ist außeralpin. Die Vertikalverbreitung liegt in Österreich mit wenigen Ausnahmen zwischen 200 und 1200 m. Er besiedelt Feuchtwiesen, Auwälder und Grünland. Bevorzugte Lebensraumstrukturen sind Saumbiotope, Waldränder, Waldlichtungen, Hecken und Gebüsche. Laubfrösche werden besonders in ebenem Gelände und in südöstlich exponierten Lagen bzw. in Gebieten mit gut entwickelter Kraut- und aufgelockerter Strauchschicht angetroffen. Als Wasserlebensräume werden temporäre, stehende Gewässer mit überwiegend Flachwasserzonen und üppigen, vorwiegend vertikalen Pflanzenstrukturen (z.B. Binsen) bevorzugt.


Die Nahrung ist sehr vielfältig

Die Nahrung des Laubfroschs besteht aus Käfern,  Spinnen, Haut- und Zweiflüglern sowie Ohrwürmern und Wanzen, aber auch Algen und Detritus. Seine Feinde sind verschiedene Vögel wie Waldkauz, Bussarde, Neuntöter und Möwen, während die Fressfeinde der Larven Fische, Ringelnattern und auch andere große Amphibienlarven sind.

Diese Amphibienart ist dämmerungs- und nachtaktiv. In Mitteleuropa dauert die Fortpflanzungszeit von April bis Juni. Laichballen werden an Pflanzenteilen abgesetzt; aus den befruchteten Eiern schlüpfen nach 8-14 Tagen die Larven. Die Metamorphose dauert etwa 3 Monaten  und die Jungtiere gehen an Land.


Laubfrösche sind gefährdet und daher streng geschützt

Laubfroschbestände sind nach GOLLMANN (2007) aktuell in Österreich und Salzburg vorhanden. Die Bestandesentwicklung ist schwach negativ, die Arealentwicklung gleich bleiben, die Habitatverfügbarkeit ist dagegen hoch. Direkte Beeinflussung ist nach Ansicht des Autors nicht vorhanden. Es ist keine Einwanderung aus fremden Populationen bekannt. International wird die Art wegen geringer Populationsdichten  und regionaler Bestandsabnahme als "near threatened" (Gefährdung droht) eingestuft.

Wichtige Schutzmaßnahmen sind v.a. in einer Extensivierung der Landwirtschaft zu sehen: Düngeeinschränkung (Düngung führt zu Stickstoffeintrag), Einschränkung des Biozideinsatzes, Hintanstellen der Flurbereinigung und Renaturierung und Neuschaffung von Gewässern. Mit einem  "Ausräumen" der Landschaft (z.B. Beseitigung der Hecken und anderer Kleinstrukturen) gehen Leitlinien für die Ausbreitung dieser Tiere verloren. Eine derartige Isolation kann lokale Laubfroschkolonien gefährden.

Laubfrösche stehen auf der Roten Liste gefährdeter Tierarten (Tiedemann und Häupl,1994). Diese Tierart sind in der gesamten EU durch die FFH-Richtlinie Anh. IV  sowie in Salzburg durch die Pflanzen- und Tierarten-Schutzverordnung landesweit unter Schutz; Laubfrösche sind überdies Bestandteil der Berner Konvention, Anh.II.

Ruf des Laubfrosches

Literatur




Weiterführende Links

Pflanzen- und Tierarten-Schutzverordnung

Rote Liste gefährdeter Tierarten

Abfrage - Rote Liste

Ursachen für die Gefährdung der Tiere

FFH-Richtlinie

Berner Konvention

Stickstoffeintrag durch übermäßige Düngung

Reptilienlebensraum Magerwiese

Amphibiensterben und Klimawandel

Biodiversität in Österreich

Biogeographische Regionen

Umweltbundesamt

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Rückfragen: Mag. Michael Hubka