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Gartenabfall muss richtig kompostiert werden

Nach den ersten Wettervorboten der herannahenden kalten Jahreszeit denken viele Gartenbesitzer/innen bereits daran, ihren Garten in den nächsten Wochen zur Überwinterung vorzubereiten. Bei dieser Gelegenheit werden auch viele Pflanzen ausgerissen oder ausgegraben und entsorgt. Das allergene Ragwied kommt bei uns als Neophyt vor  Bild: G.Nowotny

Ragweed         Bild: G. Nowotny

Gartenabfälle müssen wie jeder Abfall entsorgt  werden

"Auch Gartenabfälle sind Abfälle nach dem Abfallwirtschaftsgesetz und gehören dementsprechend entsorgt", weiß Mag. Günther Nowotny, Sachverständiger im Referat Naturschutzgrundlagen. "Für Gartenbesitzer, die selber kompostieren, stellt sich das Problem nicht: Für sie bedeuten die herbstlichen Pflanzenabfälle willkommenen Nachschub für ihre Komposthaufen. Leider ist aber immer wieder zu beobachten, dass viele Gartenabfälle an Waldrändern, entlang von Forststraßen oder an den Ufern von Bächen und Flüssen landen. Die Palette reicht dabei von Gras- über Astschnitt bis hin zu umfangreichen Resten aus Gemüse- und Blumenbeeten, wobei oft auch Kunststoff-Blumentöpfe und anderer Abfall, der nicht verrottet, gleich mit entsorgt werden."

Vielen "Schwarz-Entsorgern" sei wahrscheinlich nicht klar, dass sie gesetzwidrig handeln, da es sich ja um biogene Abfälle handle, die großteils verrotten. "Da in unseren Gärten auch viele nicht heimische Pflanzen kultiviert werden, sind negative Auswirkungen auf unsere natürliche Umwelt zu bedenken", so Nowotny.

Neophyten im Garten
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Sonnenhut

Bildquelle (beide):www.pixelio..de

Indisches Springkraut  



Ablagerung von Gartenabfällen in der Natur ist gefährlich

Mit den in der Natur deponierten Gartenabfällen gelangen auch ausschlag- beziehungsweise keimfähige Pflanzenteile, Früchte und Samen in natürliche Lebensräume. "Manche ursprünglich nicht heimischen Pflanzen starteten ihre Verbreitung in Gärten. Etwa die aus Amerika stammenden Kanada- und Riesengoldruten sowie das asiatische Drüsige Springkraut, die nun ganze Feuchtbiotope überwuchern, wobei sie häufig seltene heimische Pflanzen verdrängen. Auch die Staudenknöterich-Arten oder der wegen seines Haut ätzenden Saftes gefürchtete Riesen-Bärenklau wurden und werden als Zierpflanzen kultiviert", weiß Nowotny.

Starke Ausbreitung von allergenen Pollen

Das unüberlegte Ablagern von Gartenabfällen in der Natur leistet der Ausbreitung untypischer Arten Vorschub. "An manchen Ablagerungsstellen erlebt man im Folgejahr einige Überraschungen. An einer Stelle im geschützten Landschaftsteil und Natura-2000-Gebiet Tauglgries, eine im Gebiet der Gemeinden Kuchl und Bad Vigaun gelegene Wildflusslandschaft im Tennengau, konnten heuer beispielsweise neben Kartoffel- und Tomatenpflanzen gleich mehrere nicht typische Arten beobachtet werden. Etwa das Beifuß-Traubenkraut, das auch als Beifußblättrige Ambrosie oder Ragweed bekannt ist und wegen seiner stark allergenen Pollen bereits eine fragwürdige Berühmtheit erlangte", so Nowotny.

Gartenabfälle nicht in der Natur entsorgen

Der Appell der Naturschutzexperten lautet daher: "Wir bitten alle Gartenbesitzer, ihre Gartenabfälle am besten selber zu kompostieren oder die vielen Angebote zur Entsorgung in den Gemeinden zu nutzen. Keinesfalls sollen Gartenabfälle illegal in der freien Natur entsorgt werden – im Interesse unserer heimischen Tier- und Pflanzenwelt, aber auch der menschlichen Gesundheit." L213-58

Warnung des BMLfUW: Ragweed breitet sich weiter aus





Rückfragen: Mag. Günter Nowotny