Naturpark Weißbach eröffnet

Das Wechselspiel von Almen, Wald und Kalkgebirge
dominiert weite Teile des Naturparks Weißbach Bild: H. Hinterstoisser
Der neue Naturpark liegt in einer schönen Landschaft
Der idyllische Ort Weißbach im Pinzgauer Saalachtal ist in eine beeindruckend schöne Gebirgslandschaft eingebettet: umgeben von den markanten Felsformationen der Salzburger Kalkhochalpen erstreckt sich vom Saalachtal aus eine abwechslungsreiche Kulturlandschaft mit einer Fülle naturkundlicher Kleinodien. Schon bisher hatte Weißbach Anteil am Naturschutzgebiet Kalkhochalpen und am Landschaftsschutzgebiet "Weißbacher Gemeinschaftsalmen", deren bekanntester Teil wohl die Kallbrunnalmen darstellen. Doch schon der "Einstieg" in die traumhaft gelegene Landschaft oberhalb von Weißbach ist spektakulär: direkt vom Ort weg führt die Seisenbergklamm in das Hintertal Richtung Hirschbichl. Im Norden grenzt der bayerische Nationalpark Berchtesgaden-Königssee an. Was lag also näher, als diese hochwertige Landschaft einem breiten Besucherkreis als Naturpark zu erschließen.
Der Naturpark Weißbach ist Salzburgs dritter Naturpark
Bei der Eröffnung des nunmehr dritten Salzburger Naturparks wies Bürgermeister Josef Hohenwarter auf die Entstehung dieses Schutzgebietes hin. 2004 begannen Überlegungen für das Projekt, wobei der leider allzu früh verstorbene Gemeindeamtsleiter Schmuck als Motor des Unternehmens unermüdliche Überzeugungsarbeit leistete. Die Idee fiel auf fruchtbaren Boden und in Kooperation mit der Naturschutzabteilung beim Amt der Salzburger Landesregierung wurde in Arbeitsgruppen gemeinsam mit der örtlichen Bevölkerung, vor allem den Grundeigentümern Planungsteams gebildet, welche vom Leitbild über das Naturparklogo bis zur Konzeption von Informationseinrichtungen wertvolle Vorarbeiten leisteten. Vor allem den bäuerlichen Grundeigentümern und den bayerischen Saalforsten, welchen der Großteil des 2781 ha großen Naturparks gehört, ist für ihre bereitwillige Mitarbeit zu danken. Mit Zustimmung aller Beteiligter konnte schließlich für das Gebiet zwischen Hundsfußalm im St. Martiner Teil des Gerhardsteinmassivs bis zur Grenze des Naturschutzgebiets Kalkhochalpen ein zusammenhängendes Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen werden, welches nunmehr das Prädikat Naturpark verliehen bekam.
Salzburgs spielt aktive Rolle bei der Weiterentwicklung der Naturparkidee
Dipl.-Ing. Günter Jaritz, Naturschutzabteilung, wies auf die planerische Konzeption und das auch vom Dachverband der Naturparke Österreichs postulierte "4-Säulen-Modell" für Naturparke hin: Naturschutz, Erholung, Bildung und Regionalentwicklung. Der Vorsitzende des Verbandes der Naturparke Österreichs, Bürgermeister Johann Thauerböck (Mühlviertel), gab seiner Freude an der aktiven Rolle Salzburgs bei der Weiterentwicklung der Naturparkidee Ausdruck.
Landesrat Sepp Eisl lobte in seinen Eröffnungsworten den umfassenden Planungsprozess, bei welchem die aktive Beteiligung der lokalen Bevölkerung von Anfang an groß geschrieben wurde. "Die Bevölkerung von Weißbach hat die Naturparkidee als Chance für eine zukunftsorientierte regionale Entwicklung und eine aktive Mitgestaltung erkannt und ist daher bereit, diese umzusetzen", so Landesrat Eisl. Einer der künftigen Schwerpunkte des Naturparks wird – neben Natur- und Landschaftsschutz und dem Erholungs- und Bildungsaspekt – in der touristischen und regionalwirtschaftlichen Entwicklung von Almgebiet und extensivem Grünland liegen. Vor allem bei diesen Flächen handelt es sich um Lebensräume, die traditionelle menschliche Nutzung benötigen, um in hochwertiger Form erhalten zu bleiben und so als Grundlage für das Vorkommen einer großen Artenvielfalt dienen.
Der Naturpark Weißbach bietet ein reichhaltiges Angebot
Die engagierte Naturparkbetreuerin, Frau Dipl.-Ing. Christine Klenovec, stellte zum Abschluss des Festakts in Weißbach, an welchem sämtliche örtliche Vereine, Musikkapelle, Trachtenfrauen, Feuerwehr und Kameradschaftsbund sowie die Bezirksgruppe Pinzgau der Salzburger Berg- und Naturwacht teilgenommen haben, das umfangreiche Eröffnungsprogramm vor. Dieses reichte von geführten Alm- und Schmetterlingswanderungen, einer Abenteuer-Erlebnisstelle des Alpenvereins für Kinder, einer waldpädagogischen Führung und der Vorstellung bedrohter Haustierrassen bis zu umfangreichen kulinarischen Angeboten, welche vor allem die örtlichen Bäuerinnen vorbereitet hatten. Von Goldmelissensaft bis zu vorzüglichen Kräuterkäsen, Schafwurst und Geselchtem reichte die Palette bis zu köstlichen Mehlspeisen. Eigene Informationsstände gab es vom Nationalpark Berchtesgaden, mit dem eine ausgezeichnete grenzübergreifende Zusammenarbeit aufgebaut werden konnte.
|
|
| Die Weißbacher Trachtenfrauen, die Berg- und Naturwacht Pinzgau und der örtliche Kameradschaftsbund gaben mit ihren Fahnenabordnungen der Eröffnung ein feierliches Gepräge Bild: H. Hinterstoisser | Landwirtschaftliche Produkte aus der Region sollen durch den Naturpark besseren Absatz finden. Eine Auswahl an Köstlichkeiten präsentierten Bgm. Sepp Leitinger (St.Martin), LR Sepp Eisl, Bgm. Josef Hohenwarter (Weißbach) und Bgm. Johann Thauerböck als Vertreter des Verbandes der Naturparke Österreichs Bild: H.Hinterstoisser |
Der neue Naturpark soll eine naturschutzbasierte touristische Hauptattraktion des Saalachtales werden
Gleich neben der Saalachtal Bundesstraße wurde im Gemeindeamt ein Naturpark-Informationszentrum eingerichtet, welches auch das Büro der Naturparkbetreuerin beinhaltet. Ein Alm-Erlebnisweg, der vom Gasthof Lohfeyer im Hintertal bis zum Hirschbichl an der bayerischen Grenze führt, stellt in sehr gelungener und ansprechender Weise die Kulturlandschaftserhaltung durch die Landwirtschaft näher vor. Der ehemalige "Baustadl" an der Hirschbichl Landesstraße ist als Ausstellungsraum für den Bereich Wald- und Forstwirtschaft adaptiert worden. In unmittelbarer Nähe ist ein Waldlehrweg im Bau. Weitere Angebote werden laufend entwickelt. Der Naturpark Weißbach ist als ein von der Bevölkerung getragenes zukunftsorientiertes Projekt auf bestem Weg, eine naturschutzbasierte touristische Hauptattraktion des Saalachtals zu werden.
H. Hinterstoisser

