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Phänologie - Mahd nach dem Naturkalender

In der Natur gleicht kein Jahr dem anderen. Das gilt auch für den Zeitpunkt der Blüte oder Fruchtreife unserer Wiesenpflanzen. Sie halten sich nur selten an unseren Datumskalender. Wann die Wiesen heranreifen, richtet sich vielmehr nach dem jährlichen Witterungsverlauf und kleinklimatischen Gegebenheiten. Zeitige und späte Jahre zeigen dabei bis zu 3 Wochen Unterschiede in der Vegetationsentwicklung. Fixe Mähzeitpunkte nach dem Datumskalender können diese jährlichen und regionalen Unterschiede in Salzburg kaum berücksichtigen. Aus diesem Grund wurde ein neuer Ansatz für die Festlegung der Mahdtermine gesucht – die Mahd nach dem Naturkalender.

Mahd nach dem Naturkalender

Grafik: Mahd nach dem Naturkalender

Um die jährlichen Unterschiede in der Vegetationsentwicklung und die regionalklimatischen Unterschiede Salzburgs berücksichtigen zu können, wurde für die Festlegung der Mähtermine für artenreiche Wiesen ein neuer Ansatz gewählt – die Mahd nach dem Naturkalender.

Mit der Maßnahme „Mähen nach dem Naturkalender“ wird der Mähzeitpunkt flexibel und unbürokratisch an die jährliche Naturentwicklung angepasst. Damit wird gewährleistet, dass unsere Wiesen einen guten Ertrag mit hoher Futterqualität liefern und ökologisch reichhaltig bleiben. Statt eines fixen Datums wird der früheste Mähtermin je nach Wiesentyp zum Zeitpunkt der Blüte oder Fruchtreife heimischer Pflanzenarten vereinbart. Dafür steht eine Auswahl von 22 Pflanzenarten zur Verfügung – die sogenannten Zeigerarten.

Im Zuge des Betriebsgespräches wird für die jeweilige Wiesenfläche eine geeignete Pflanze, die Zeigerart ausgewählt. Das kann z.B. ein Schwarzer Holunder in der Nähe einer Wiese sein. Mit dem Beginn der Vollblüte des Schwarzen Hollunders können z.B. artenreiche Blumenwiesen gemäht werden. Der Standort der Beobachtungspflanze wird in einer Feldskizze eingezeichnet.

Schwarzer Hollunder

Vollblüte Schwarzer Holunder, Foto K. Wanninger

Der Eintritt der Blüh- oder Fruchtphase der festgelegten Zeigerart wird von den Bauern selbst beobachtet und in einem „Rückmeldeblatt“ eingetragen. Dieses wird an die Naturschutzabteilung gesendet. Damit leistet der Bewirtschafter einen wertvollen Beitrag zur Kenntnis der jährlichen Salzburger Naturentwicklung und dem Aufbau eines Salzburger Naturkalenders.

Als Bonus für das aktive Beobachten und Rückmelden erhält jeder teilnehmende Betrieb einen Prämienzuschlag (Monitoringzuschlag) zur Flächenprämie.

Visietenkarte

Foto: Visitenkarte.

Damit die Beobachtung der Zeigerpflanzen leicht fällt, erhält jeder Teilnehmer Pflanzensteckbriefe und Visitenkarten als anschauliche Unterstützung. Sie beinhalten alle nötigen Hinweise und Beschreibungen zu den Zeigerarten.

Bereits über 100 Betriebe nutzten diesen flexiblen Weg und ersetzten den fixen Mähtermin nach dem Datumskalender durch eigene Beobachtungen der Blüh- oder Fruchtphasen spezieller Pflanzenarten. Damit wird gewährleistet, dass unsere Wiesen einen guten Ertrag mit hoher Futterqualität liefern und ökologisch reichhaltig bleiben.

Broschüren, Antragsformulare, Links





Rückfragen: DI. Günter Jaritz