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Naturschutz und Forstwirtschaft

Mit rund 47 % der österreichischen Staatsfläche ist der Wald der bestimmende Faktor der österreichischen Kultur- und Naturlandschaft. Damit sind 41.000 km² bewaldet, knapp die Hälfte des österreichischen Bundesgebietes. Auch bei den ca. 1.300 naturschutzrechtlich geschützten Gebieten Österreichs nimmt der Wald mit seinen vielfältigen Wert bestimmenden Waldgesellschaften und Strukturen sowie als Lebensraum seltener und gefährdeter Arten eine wichtige Rolle ein. Seit 2007 steht für das Management der österreichischen Wälder erstmals ein umfangreiches Naturschutz-Förderprogramm zur Verfügung.


Waldwirtschaft und Natura 2000

Ein wesentlicher Teil der Natura 2000 Gebiete Österreichs ist von Wald geprägt und erfordert damit auf Waldlebensräume und Waldarten abgestimmte Strategien und Maßnahmen zur Sicherstellung des günstigen Erhaltungszustandes. Neben den besonderen Waldlebensräumen sind zahlreiche Tier- und Pflanzenarten der beiden EU Naturschutzrichtlinien, der FaunaFloraHabitatrichtlinie (kurz FFH-Richtlinie) sowie der Vogelschutzrichtlinie, an Waldlebensräume gebunden.

Alleine 25 der 74 in Österreich vorkommenden Lebensraumtypen des Anhang I der FFH-Richtlinie beziehen sich auf Wälder. Immerhin 10 Lebensraumtypen sind prioritär und damit auf dem Gebiet der Europäischen Union vom Verschwinden bedroht. Daneben findet man zahlreiche Arten des Anhangs II der FFH-Richtlinie sowie der Vogelschutzrichtlinie, die den Wald als Lebensraum oder für die Nahrungssuche nutzen.

Die beiden EURechtsnormen für den Naturschutz sowie unterschiedliche nationale und internationale Abkommen und Konventionen haben den Schutz von Wäldern zum Ziel. Für Österreich ist dies insbesondere die Alpenkonvention mit dem Bergwaldprotokoll, das 2002 in Kraft getreten ist. Dieses verpflichtet die Vertragsparteien u.a. zu Maßnahmen, welche die biologische Vielfalt, das Naturerlebnis und die Erholungsfunktion des Bergwaldes sicherstellen.   


Chancen des Programms Ländliche Entwicklung

Bundesweit wurden bis 2007 im Naturschutzbereich, mit Ausnahme einiger länderspezifischer Naturwaldreservate-Programme und einzelner Vertragsnaturschutzmaßnahmen, kaum Aktivitäten im Wald gesetzt. Insbesondere für das Flächenmanagement der Waldlebensräume und deren Arten in Schutzgebieten fehlten bislang geeignete, zielgerichtete Instrumente.

Gerade die oben beschriebenen vielfältigen Funktionen des Waldes, seine Bedeutung für den Naturschutz sowie die rechtlichen und fachlichen Vorgaben auf europäischer und nationaler Ebene erfordern zielgerichtete Maßnahmen für das Management von Waldlebensräumen.  

Mit dem Programm Ländliche Entwicklung steht nun bis 2013 allen Bundesländern erstmals ein umfangreiches Förderprogramm für das Management von Waldlebensräumen und –arten zur Verfügung

Erhaltung von Waldlichtungen, Foto:  G. Loiskandl

Erhaltung von Waldlichtungen, Foto:  G. Loiskandl





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