Das LIFE-Projekt "Wengermoor"
| Übersicht | was ist LIFE | |
| Projektdaten | Aktuelles-Projektstand | |
| Projektgebiet | Öffentlichkeitsarbeit | |
| Arten und Lebensräume |
Übersicht
Projektgebiet ist das am Nordufer des Wallersees gelegene Natura 2000-Gebiet "Wallersee-Wengermoor". Es ist der grösste naturnahe Moorkomplex des Salzburger Alpenvorlandes und gekennzeichnet durch ein Mosaik aus unterschiedlichsten Biotoptypen wie Hoch-, Nieder- und Übergangsmooren, Streu- und Feuchtwiesen, Moorwäldern, Bachläufen und der Verlandungszone des Wallersees. Ein Teil dieser Biotoptypen, z.B. die "naturnahen lebenden Hochmoore" ist von europäischer Bedeutung. Das Wenger Moor beherbergt zahlreiche gefährdete moortypische Pflanzenarten und stellt gleichzeitig ein wertvolles Brut- und Rastgebiet für zahlreiche, z.T. ebenfalls europaweit bedeutsame Vogelarten dar, wie z.B. den Wachtelkönig oder den Eisvogel. Zudem ist es ein Refugium für Schmetterlinge, darunter 3 Arten der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie der EU.
Zu den schwerwiegendsten Beeinträchtigungen des Gebietes zählen die zunehmende Austrocknung und Verwaldung der Hochmoore, die Verluste von Wachtelkönighabitaten durch Fichtenaufforstungen und intensive Landbewirtschaftung sowie der naturferne Zustand einzelner Bachabschnitte.
Übergeordnetes Ziel des LIFE-Projektes ist die Erhaltung bzw. Verbesserung des ökologischen Zustandes des Natura 2000-Gebietes. Hierzu sollen der Wasserhaushalt der Hochmoore stabilisiert, begradigte Bachabschnitte renaturiert und ehemalige Wachtelkönighabitate durch Beseitigung von Fichtenaufforstungen und durch Nutzungsextensivierung wiederhergestellt werden. Ein umfangreiches Informations- und Besucherlenkungskonzept soll zu naturverträglichen Verhalten animieren und so Störeinflüsse im Gebiet minimieren.
Parallel zu diesem Naturschutzprojekt betreibt die Abteilung für Umweltschutz im Naturschutzgebiet einen Nebelsammler, der Aufschluss über verschiedene chemische Parameter, u.a. über pH und den Gesamtstickstoffeintrag liefern soll.
Projektdaten
Zeitraum
4 Jahre (Februar 1999 bis Jänner 2003)
1 Jahr Projektsverlängerung (bis Jänner 2004)
Budget
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22632000.- ATS (=~1600.000 Euro) |
EU 50 % | ||
| Land Salzburg 47% | |||
| Bundesministerium 3% | |||
Projektgebiet
Es sind ca. 100 ha als Schwerpunktflächen durch Maßnahmen im Rahmen des LIFE – Projekt "Wengermoor" betroffen. Das Projekt wirkt sich aber auch darüber hinaus positiv auf das gesamte 300 ha große Natura 2000-Gebiet aus (z.B. Besucherlenkung, Vertragsnaturschutz). Zum überwiegenden Teil befinden sich die Flächen im bäuerlichen Besitz.
4) Wertgebende Arten und Lebensräume
Lebensräume lt. Anhang I der FFH-Richtlinie im Wenger Moor [%]
| naturnahe lebende Hochmoore | 5 | |
| Moorwälder | 5 | |
| Erlen-Eschenwälder | 1 | |
| Pfeifengraswiesen | 5 | |
| feuchte Hochstaudenfluren | 1 | |
| magere Flachland-Mähwiesen | 10 | |
| geschädigte Hochmoore | 10 | |
| Übergangs-Schwingrasenmoore | 3 | |
| Niederungen mit Torfmoorsubstrat | 2 | |
| Hainsimsen-Buchenwald | 3 | |
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Anteil gesamt der Lebensräume lt. Anh.I |
45 |
Vogelarten gem Anh. I der Vogelschutzrichtlinie im Wengermoor:
| Wachtelkönig | Crex crex |
| Eisvogel | Alcedo athis |
| Grauspecht | Picus canus |
| Neuntöter | Lanius collurius |
| Zwergrohrdommel | Ixobrychus minutus |
| Rohrweihe | Circus aeruginosus |
Weitere landes-bzw. bundesweit bedeutsame Vogelarten im Wengermoor:
| Großer Brachvogel | Numenius arquata |
| Bekassine | Gallinago gallinago |
| Braunkehlchen | Saxicola rubetra |
| Feldschwirl | Locustella naevia |

"LIFE" ist das Förderprogramm der Europäischen Union zur Unterstützung von Naturschutzprojekten in Natura 2000 Gebieten (auch hier) zur Verwirklichung eines europaweiten Netzes von Schutzgebieten.
Das LIFE I - Programm lief von 1992 bis 1995, die daran anschließende LIFE II - Förderungen umfassten den Zeitraum von 1996 bis 1999. Europaweit wurden im Rahmen von LIFE II 152 Projekte ausgewählt. Das LIFE–Projekt "Wengermoor" wurde als eines der 9 in Österreich geförderten Projekte ausgewählt .
Das Projekt wird zu 50% gefördert.
Es ist das erste LIFE-Projekt im Bundesland Salzburg; in ganz Österreich laufen derzeit 27 Projekte (LIFE-I bis LIFE-III), 9 wurden bereits abgeschlossen.Das Förderprogramm LIFE-III wird noch bis 2004 laufen, Einreichfrist für neue Projekte ist jeweils der 30.10. bei der Europäischen Kommission.
Stand März 2003
Am 14.10.2002 wurde bei der Europäischen Union aufgrund der Verzögerungen bei den Grundverhandlungen um eine Verlängerung der Projektslaufzeit um ein Jahr bis Jänner 2004 und um die Abänderung des Finanzplanes durch den Entfall des Teilprojektes „Zellermoor“ angesucht. >
Im Dezember 2002 wurde eine Verlängerung bis Jänner 2004 genehmigt.
Vorbereitende Maßnahmen – Grundlagenerhebung
Erstellung von Schätzgutachten Land- Forstwirtschaft für die Flächen, für die ein Erwerb oder ein Nutzungsverzicht geplant ist
laufende Pegelmessungen an den 26 im Rahmen des Projekts gesetzten Pegeln
Lage- und höhenmäßige Vermessung der beiden Hochmoore einschließlich der Graben- und Torfstichsysteme
Durchführung einer Vogelkartierung mit Schwerpunkt auf den EU-relevanten Arten (MORITZ 2000)
Erstellung einer flächendeckenden Vegetationskartierung für das gesamte Natura 2000-Gebiet (FRIESE 1999)
Erhebung EU-relevanter Tagfalterarten (GROS 2000)
Ausarbeitung eines Landschaftspflegeplanes/Managementplanes (KUMPFMÜLLER 2000)
Detailplanung Eisbach
Wasserrechtliche Bewilligung der Maßnahmen am Eisbach
Detailplanung Zellermoor
Wasserrechtliche Bewilligung der Maßnahmen im Zellermoor
Forstrechtliche Bewilligung für Bestandesumwandlungen am Wallerbach
Forstrechtliche Bewilligungen für Rodungen zur Umwandlung in Streuwiesen
Beginn Detailplanung Wengermoor
Erhebung des Fischbestandes am Eisbach (PETZ-GLECHNER 2001)
Durchführung von 5 stichprobenartigen Rammkernsondierungen zur Untersuchung der Untergrundverhältnisse im Wenger Moor
Vorliegen der Detailplanung für Anstaumaßnahmen im Wengermoor.
Teilprojekt Wallerbach
Das gesamte Teilprojekt „Wallerbach" ist bereits fertiggestellt und besteht aus folgenden Maßnahmen:
Umwandlung Fichtenmonokulturen in Erlen-Eschenwälder im Ausmaß von ca. 0,5 ha
Schaffung eines bachbegleitenden Pufferstreifens auf einer Fläche im Ausmaß von ca. 0,6 ha
Abrückung eines Wirtschaftsweges vom Wallerbach im Unterlauf in einer Länge von 250 m
Wiederanbindung des Altarmes „Spindlerschleife" an den Wallerbach
Geschiebeablagerungen durch das Jahrhunderthochwasser am 12. August 2002 haben die Spindlerschleife vom Hauptgerinne abgeschnitten - vorerst wird die weitere Entwicklung beobachtet

Geschiebeablagerung Spindlerschleife Foto: Kumfmüller
Teilprojekt Eisbach
Das gesamte Teilprojekt „Eisbach" ist ebenfalls bereits fertiggestellt:
Bauabschnitt 1: beginnend bei der Brücke über den Eisbach und über 650 m bis zum bereits naturnahen Bereich nahe der Mündung in den Wallersee (Wegabrückung, naturnahe Umgestaltung des Bachlaufs) – Fertigstellung April 2001
Bauabschnitt 2: beginnend bei der Brücke bachaufwärts über 600 m bis zur Bahnunterführung (Beseitigung von Betonschwellen, naturnahe Umgestaltung des Bachlaufs) – Fertigstellung April 2002
Das Augusthochwasser bewirkte im oberen zweiten Bauabschnitt Schotterbänke und Uferanrisse, wobei diese dynamischen Gewässerentwicklung durchaus wünschenswert ist und nur minimale Stabilisierungsmaßnahmen erforderlich sind (Durchführung Winter 2002/2003).
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Neu gestaltetes Bachbett des Eisbachs (links), Hochwasser am 15.Aug 2002 (rechts) Fotos: Kumpfmüller
Teilprojekte Zellermoor und Wengermoor
Zellermoor :
Verhandlung mit einem der beiden betroffenen Grundeigentümer im Zellermoor konnte leider nicht positiv abgeschlossen werden, sodass das Teilprojekt „Zellermoor" nicht realisierbar ist.
Wengermoor :
- Verhandlung mit allen 21 betroffenen Grundeigentümer positiv abgeschlossen
- Probeschlägerungen
- Beginn der Detailplanung für die Anstaumaßnahmen
- Durchführung von Rammkernsondierungen
- Beginn der Maßnahmen (Schlägerungen und Errichtung von Sperrbauwerken) im Nordteil des Wengermoors (Pilotprojekt)
- Fertigstellung der gesamten Detailplanung
- Beginn und Abschluss der Schlägerungs- und Anstaumaßnahmen
- Einreichung des Projektes zur wasser- und forstrechtlichen Genehmigung

Mit einem Bagger werden Nut-Feder-Bohlen aus Tannenholz mit einer Länge bis zu 5m in den Moorboden gedrückt. Foto: Kumpfmüller
Teilprojekt Wiesenbrüter
positiver Abschluss der Vereinbarungen mit den betroffenen vier Grundeigentümern.
Abschluss der Schlägerungsarbeiten auf einer Fläche von gesamt ca. 1,8 ha –
Beginn der Fräsarbeiten zur Umwandlung der Wald- in Streuwiesenflächen im Herbst 2002
Erstellung eines Besucherlenkungskonzeptes zum Schutz der Wiesenbrüter
Bau/Adaptierung bestehender Wege – Fertigstellung des Teilstückes „Rundweg Wallersee" im Mai 2002
Beginn der Fräsarbeiten mit einem Forstmulcher zur Schaffung einer maschinell bewirtschaftbaren Wiesenfläche
Konzeption und Aufstellung von Infotafeln für den Wiesenbrüterschutz
Öffentlichkeitsarbeit – Medienberichte, Info-Material, Veranstaltungen
Gesamtkonzept für Öffentlichkeitsarbeit
regelmäßige Artikel über den Stand des Projektes in den Gemeindezeitungen der drei Projektsgemeinden und in der Zeitung des Regionalverbandes Salzburger Seengebiet
¼ jährliche Berichte in der Naturschutzzeitung „Natur Land Salzburg"
anlassbezogene Herausgabe von Pressemeldungen an Salzburger Medien durch das Landespressebüro
2 allgemeine Informationstafeln an den Zugängen zum Naturschutzgebiet und mehrere Bautafeln bei den einzelnen Teilprojekten
Einrichtung einer Internet – Site auf der Homepage des Landes Salzburg
Herausgabe eines Informationsfalters Auflage 30.000 Stück
Gestaltung einer Wanderausstellung bestehend aus 8 Informationstafeln, welche bereits in den Gemeinden Köstendorf, Neumarkt, Seekirchen, auf der Bezirksmesse Flachgau und bei diversen sonstigen Veranstaltungen präsentiert wurde und weiterhin „wandert"
Veranstaltung einer Seenrundfahrt mit anschließendem Life-Fest im September 2000
Abhaltung mehrerer Informationsveranstaltungen für die betroffenen Grundeigentümer
diverse Vorträge wie zB an der Universität Salzburg, Jahreshauptversammlung der Vereinigung der Pächter von landeseigenem Grund am Wallersee etc.
Exkursionen mit diversen Interessenten (Uni Salzburg, Salzburger Landesumweltanwaltschaft, Schülergruppen etc.)
Beginn der Arbeiten für ein Video über das Life-Projekt mit laufenden Dreharbeiten im Gebiet
Eröffnung des „Rundweges Wallersee“ und des Themenlehrpfades mit Pressekonferenz im Mai 2002
Aufstellung von fünf Info-Tafeln Wiesenbrüterschutz
LIFE-Plattform, österreichweite Tagung des Bundeministeriums für Land und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft im Juni 2003
Es erfolgt eine halbjährliche Aktualisierung des Projektstandes

