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Ramsar-Konvention

Übereinkommen über Feuchtgebiete, insbesondere als Lebensraum für Wat- und Wasservögel von internationaler Bedeutung (Ramsar Konvention)

Beitritt Österreichs: 1983; BGBl.Nr. 225/1983 i.d.F. BGBl.Nr. 283/1993

Ziel: Regelung der Rahmenbedingungen für die internationale Zusammenarbeit zur Erhaltung und wohlausgewogenen Nutzung von Feuchtgebieten.

Vier Hauptbereiche sind von den Vertragsparteien umzusetzen:

1. Schutz von Feuchtgebieten
2. Förderung der internationalen Zusammenarbeit beim Schutz von Feuchtgebieten
3. Förderung des Informationsaustausches über Feuchtgebietsschutz und
4. Unterstützung der Arbeit der Konvention

Änderungen bewirken Handlungsbedarf in naturschutzrechtlichen und naturschutzfachlichen Angelegenheiten der Länder.

Im Land Salzburg gibt es fünf Ramsar-Gebiete:  seit 1995 das 58 ha große Rotmoos im Ferleitental, (Gemeinde Fusch), seit dem Welt-Feuchtgebietstag 2004 die Moore im Sauerfelder Wald (120 ha, Gemeinde Tamsweg), die Moore am Schwarzenberg (270 ha, Gemeinden Tamsweg, Unternberg, Ramingstein und Thomatal), sowie am Überling (265 ha, Gemeinde Tamsweg) und die Moore am Pass Thurn (190 ha, Gemeinde Mittersill.


Moor-Erlebnisweg im Ramsar-Gebiet Wasenmoos am Paß Thurn bei Mittersill.  Bild: www.fotorush.com

Moor-Erlebnisweg im Ramsar-Gebiet Wasenmoos

am Paß Thurn bei Mittersill.  Bild: fotorush

Rotmoos
Moore am Pass Thurn

Moore im Sauerfelder Wald

Moore am Schwarzenberg
Moore am Überling

Rotmoos

Das "Rotmoos im Fuscher Tal" ist eines der bedeutendsten Feuchtgebiete im Bundesland Salzburg. Es weist ein Ausmaß von ca. 58 ha auf und liegt in der Gemeinde Fusch (Bezirk Zell am See) inmitten der Hochgebirgslandschaft der Hohen Tauern im Talschluss des Fuscher Tales in einer Seehöhe von 1250 - 1300 m.

Man findet im Rotmoos zahlreiche für Feuchtgebiete charakteristische Pflanzenarten, unter denen das Breitblättrige Knabenkraut (Dactylorhiza majalis) - ein Orchideengewächs - besonders hervorzuheben ist, weil es in tausenden Exemplaren vor allem zur Blütezeit im Frühsommer einen unvergesslichen Eindruck vermittelt; diesem Umstand verdankt das innerste Fuscher Tal seinen Beinamen "Tal der Orchideen".

Im Jahr 1995 wurde das Rotmoos im Fuscher Tal als erstes Gebiet im Land Salzburg gemäß Artikel 2 der Ramsar-Konvention *) als "international bedeutendes Feuchtgebiet" anerkannt.

*) Die Ramsar-Konvention wurde im Jahr 1971 im persischen Ramsar verabschiedet, ihr offizieller Titel lautet "Übereinkommen über Feuchtgebiete, insbesondere als Lebensraum für Wasser- und Watvögel, von internationaler Bedeutung". Die Republik Österreich ist diesem Übereinkommen im Jahr 1983 beigetreten. Der volle Wortlaut der Konvention ist im Bundesgesetzblatt Nr. 225/1983 abgedruckt.



Rotmoos Foto:FischerColbrie

Punkt Moore am Pass Thurn :

(Land Salzburg, Marktgemeinde Mittersill,190 ha). Ein Komplex von 13 Feuchtgebieten  auf den Hügeln nordöstlich des Pass Thurn (zwischen 1160 und 1600 m gelegen), diese zeigen alle typischen Ausprägungen von Mooren der Zentralalpen. Die wechselnde Steilheit der Hügel resultiert in sehr unterschiedlichen Ausprägungen der hydrologischen Bedingungen - Flachmoore mit kalkhältigem Wasser auf den oberen Hügeln, die  in neutrale Übergangsmoore oder sogar saure Hochmoore übergehen.

Traunsteiners Knabenkraut (Dactylorrhiza traunsteineri), eine seltene Orchidee, hat in diesen Mooren einen größeren Standort. Bemerkenswert für die biogeografische Region ist das Vorkommen der Zwergbirke (Betula nana). Die Moore am Pass Thurn sind weitgehend natürlich - mit Ausnahme des Wasenmoos, wo früher Torf gestochen wurde. Im Herbst 2002 wurde hier mit umfangreichen Renaturierungsmaßnahmen begonnen. Ramsar Gebiet No. 1367

Moor am Pass Thurn Foto:Fischer-Colbrie

Punkt Moore im Sauerfelder Wald

(Land Salzburg, Marktgemeinde Tamsweg,119 ha) Ein bewaldeter Bereich östlich von Tamsweg mit Mooren, die weniger zahlreich sind als die Überling-Moore, aber sich von diesen stark unterscheiden und somit einen wichtigen Beitrag zur Feuchtgebietsvielfalt der Region leisten. Hier handelt es sich um einen Komplex aus 11 Einzelmooren mit mesotrophen Durchströmungsmooren, oligotrophen Regenmooren, Übergangsmooren und Latschenhochmooren in einer Höhenlage zwischen 1480 und 1720 m über Glimmerschiefer und Gletschermoränen. Auffallend ist eine vorherrschende Fichten-Latschen-Torfmoos Gesellschaft , die in den Alpen selten und nur von wenigen Örtlichkeiten bekannt ist. Bemerkenswert für die biogeografische Region ist das Vorkommen der borea-len Arten Zwergbirke (Betula nana) und Kleinfrucht-Moosbeere (Vaccinium microcarpum) . Die Moore im Sauerfelder Wald sind allesamt natürlich ( nicht einmal beeinträchtigt durch Beweidung) -  einzige Nutzung ist die Jagd.. Ramsar Gebiet No 1368.

Punkt Moore am Schwarzenberg

(Land Salzburg,  Marktgemeinde Tamsweg Gemeinden, Unternberg, Ramingstein und Thomatal, 267 ha) Im subalpinen, kontinentalen Klima, das ähnlich dem borealen ist, bietet das Plateau  des Schwarzenbergs  in 1580 - 1730 m Seehöhe ideale Bedingungen zur Entwicklung eines natürlichen Moorkomplexes, der die typischen Ausprägungen der borealen und alpinen Moorlandschaften aufweist: Es bestehen hier 6 Einzelmoore, darunter ein sauer-oligotrophes  Regenmoor, ein Latschenhochmoor und ein großer Quellmoorkomplex. An typischen Arten findet man hier die Zwergbirke (Betula nana), den Rundblättrigen Sonnentau (Drosera rotundifolia),  die Armblütige Segge (Carex pauciflora), den Fieberklee (Menyanthes trifoliata)und mehrere Torfmoosarten. Ramsar Gebiet No 1369

Punkt Moore am Überling

(Land Salzburg, Marktgemeinde Tamsweg ,265 ha). Einer der größten Moorkomplexe in den Alpen, mit 117 ha oligotropher Moorfläche in einer Höhenlage zwischen 1540 und 1770m Seehöhe, der alle typischen Ausprägungen von Moortypen in den Alpen aufweist.  Das Gstreikelmoos weist einen der größten, bekannten Schwingrasen auf. Eine große Anzahl von Pflan-zengesellschaften, die unter den borealen Bedingungen entstanden sind, bringen einen hohen Wert für die Biodiversität der Region. Als typische Pflanzen für die Überlingmoore sind die Zwergbirke (Betula nana), mehrere Heidekrautgewächse (Vaccinium microcarpum, V. oxycoccos), und der Siebenstern (Trientalis europea) zu nennen. Alle Moore am Überling sind natürlich oder weitgehend natürlich, mit Ausnahme des „Moor südöstlich der Überlinghütte“, welches im 19. Jahrhundert für Weidezwecke entwässert wurde. Hier ist im Jahr 2000 mit Renaturierungsmaßnahmen begonnen worden. Ramsar No. 1370.

Eine reichbebilderte Broschüre über die RAMSAR-Konvention und ihre Umsetzung in Österreich einschließlich Beschreibung aller österreichischen RAMSAR-Gebiete ist bei den Naturschutzabteilungen der Landesregierungen kostenlos erhältlich.  Telefonische Anforderung in Salzburg unter 0662/8042/5503 oder 0664/5640112.(email siehe Seitenfuß)

RAMSAR Gebiete beim Umweltbundesamt

RAMSAR in Österreich

Die Ramsargebiete Österreichs (kartographisch dargestellt)

Statistik für Internationalen Naturschutz
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