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Grundwasserschutz

Gruppenfoto Gewässeraufsichtsorgane des Landes Salzburg,
Foto: Gewässerschutz

Grundwasser braucht Schutz

In den dicht besiedelten Becken- und Tallandschaften unseres Bundeslandes unterliegen Boden und Wasser einem großen Nutzungsdruck. Siedlungen, Verkehrswege, Gewerbe, Landwirtschaft beanspruchen Raum und Ressourcen. Die Gefährdungspotenziale für das Grundwasser sind vielfältig:

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Landwirtschaft - Düngung
Gülle, Mist und Silagesickersäfte können die Böden und das Wasser stark belasten. Situationen wie fehlender Pflanzenbewuchs oder die Vegetationsruhe im Winter begünstigen die Nährstoffauswaschung vom Boden in das Grundwasser. Eine geschlossene Pflanzendecke (Wiese) ist der beste Schutz für das Grundwasser. Nicht bestockte Ackerflächen (Schwarzbrachen) zeigen deutlich höhere Auswaschungsverluste als Flächen mit Gründecken. Die maximal zulässigen Höchstmengen an Stickstoffdünger sind im Wasserrechtsgesetz 1959 idgF normiert. Abgesehen von diesen Höchstmengen sind bei der fachgerechten Düngung der jeweilige Standort und die Bodenverhältnisse zu berücksichtigen.

Während der Vegetationsruhe im Winter sollen wegen der erhöhten Auswaschungsgefahr keine Dünger ausgebracht werden. Zudem können die Nährstoffe in dieser Zeit von den Pflanzen nicht genutzt werden. Für die ordnungsgemäße und bedarfsgerechte Ausbringung der Wirtschaftsdünger existieren bundesweite gesetzliche Regelungen, welche in Umsetzung der "EU-Nitrat-Richtlinie (91/676/EWG) zum Schutz der Gewässer vor Verunreinigungen durch Nitrat aus landwirtschaftlichen Quellen" im Aktionsprogramm 2003 zusammengefasst sind. Den gesamten Text als auch die einschlägigen Fristen bezüglich Ausbringungsverbot von stickstoffhaltigen Düngemitteln finden Sie unter www.salzburg.gv.at/guelle

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Pflanzenschutzmittel (PSM)
Pestizide werden in der Landwirtschaft, im Forst, im Hausgarten, auf Parkplätzen, auf Schienentrassen aber auch im Stall und im Haushalt gegen Pflanzenschädlinge, Unkräuter und gegen lästige Insekten eingesetzt. Die meisten Pestizide werden im Grundwasser sehr lange nicht abgebaut. Viele Pestizide sind akut fischgiftig, wenn sie in Oberflächenwässer gelangen.

Eines der verbreitetsten Unkrautvernichtungsmittel in den vergangenen Jahrzehnten war Atrazin. Seit 1994 ist der Einsatz von Atrazin verboten. Trotzdem zeigen die Ergebnisse der Grundwasseruntersuchungen noch immer die Belastungen der Vergangenheit. Die in Salzburg festgestellten Belastungen waren und sind lokal eng begrenzt. Abbildung 1 verdeutlicht die große Empfindlichkeit des Grundwassers gegenüber Schadstoffen. Es mussten mehr als 10 Jahre vergehen, damit die Grundwasserqualität sich zumindest wieder den Umweltqualitätsnormen annähert. Nach wie vor kann das Grundwasser in diesem Bereich allerdings nicht als Trinkwasser verwendet werden.

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Atrazin im GrundwasserGruppenfoto Gewässeraufsichtsorgane des Landes Salzburg,
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Verkehrswege
Niederschlagsbedingte Fahrbahnabflüsse des österreichischen Straßennetzes betragen 750 Milliarden Liter jährlich. Die Straßenabwässer sind ein Gemisch aus Reifenabrieb, Tropfverlusten, Fahrbahnverschleiß, Bestandteilenvon Bodenmarkierungen und Streumittel. Besonders am Beginn eines Regenereignisses sind die abfließenden Niederschlagswässer höchst belastet und überschreiten die existierenden Umweltqualitätsnormen um ein Vielfaches.

Auch im Bereich von Flughäfen werden die Niederschlagswässer aus den Start- und Landebahnen durch die eingesetzten Auftaumittel nachteilig verändert. Besonders grundwasserbelastend ist dabei der Harnstoff, der im Grundwasser zu einer Anreicherung von Nitrat führt.

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Chlorid
Je nach Wettersituation werden in Österreich zwischen 150.000 und 300.000 Tonnen Streusalz pro Jahrausgebracht. Der schneereiche Winter 2004/05 führte zu einem Rekordverbrauch an Streusalz. 34.000 Tonnen an Auftausalz wurden insgesamt im Land Salzburg gestreut.

Ein Teil des Salzes geht in Lösung und wird mit dem Schmelzwasser über Abfluss-Systeme der Straße entweder abgeleitet oder gelangt in die Straßenrandböden. Das Chlorid kann vom Boden nicht zurückgehalten werden und breitet sich nahezu ungehindert im Grundwasser aus. Die Folgen sind messbar: während der Streuperiode werden die Grundwasserschwellenwerte in Brunnen in Autobahnnähe oft deutlich überschritten. Zudem werden empfindliche Pflanzen stark geschädigt. Ab einer Konzentration von 200 mg pro Liter kommen auch die korrosiven Eigenschaften des Chlorids, die einen Angriff von Eisen und Beton bewirken, zum Tragen.

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Verdachtsflächen und Altlasten
Für das gesamte Bundesland Salzburg sind derzeit noch etwa 200 Verdachtsflächen und 8 Altlasten registriert. Als Altlasten werden jene gemeldeten Flächen aus dem Verdachtsflächenkataster bezeichnet, für welche nach  Durchführung von Untersuchungen und einer Gefährdungsabschätzung eine erhebliche Umweltgefährdung nachgewiesen wurde.

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Altstandorte
Altstandorte sind Standorte von Anlagen, in denen mit umweltgefährdenden Stoffen umgegangen wurde. Im Bundesland Salzburg sind mehr als 5000 solcher Standorte erfasst.

Der aktuelle Stand des Verdachtsflächenkatasters und weiterführende Informationen können von der Homepage des Umweltbundesamtes unter www.umweltbundesamt.at/fileadmin/site/publikationen/BE267.pdf abgeholt werden

Deshalb braucht die lebensnotwendige Ressource Grundwasser Schutz. Hier einige Maßnahmen, die zum Schutz des Grundwassers ergriffen werden:

  • Laufendes Monitoring zum Feststellen des IST-Zustandes der Grundwasserkörper sowie zum Erfassen langfristiger Trends anthropogener Einwirkungen.
  • Zeitliche und witterungsabhängige Beschränkungen der Düngerausbringung (siehe Aktionsprogramm 2003 www.wasser.lebensministerium.at/article/articleview/20040/1/5712/)
  • Umweltverträgliche Rückführung von Straßenabwässern in den natürlichen Wasserkreislauf. Für die Reinigung von Verkehrsflächenwässern eignen sich am besten natürliche Böden mit ausreichender Durchlässigkeit. Der Boden reinigt das versickernde Wasser physikalisch, chemisch und biologisch. Diese Bodeneigenschaften werden in so genannten Bodenkörperfilteranlagen gezielt zur Reinigung von Straßenoberflächenwässern und zum Rückhalt von Schadstoffen genutzt.

     Einen Planungsbehelf für Bodenkörperfilteranlagen finden Sie unter www.salzburg.gv.at/downloads

  • Einschränkung des Harnstoffeinsatzes auf Flughäfen und Reinigung der Pistenwässer.
  • Altlasten werden nach Priorität der Gefährdungsklasse saniert, gesichert oder zumindest hinsichtlich des Schadstoffaustrags beobachtet. In den letzten Jahren wurden 2 große Sanierungsprojekte abgeschlossen: Hausmüll- und Klärschlammdeponie Urstein-Au sowie der Standort des ehemaligen Gaswerks in der Roseggerstraße in Salzburg. Beispiele abgeschlossener Projekte mit Informationen zum Ablauf der Sanierungsmaßnahmen finden Sie auf der Homepage der Abteilung Umweltschutz auf www.salzburg.gv.at/altlasten_beispiele
  • Neue Deponien werden heute so angelegt und abgedichtet, dass keine Schadstoffe ins Grundwasser gelangen können.

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GRUNDWASSERSCHUTZ BETRIFFT JEDEN

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Wie man Grundwasser im Alltag schützen kann:

  • Keine Gülle auf Schnee, gefrorene oder wassergesättigte Böden
  • Im Garten keine Pestizide verwenden
  • Produkte aus biologischer Landwirtschaft kaufen
  • Abfall sachgerecht entsorgen
  • Verschmutzte Flüssigkeiten fachgerecht entsorgen
  • Anordnungen in Wasserschutzgebieten und Schongebieten beachten
  • Keine Betankungen außerhalb von gesicherten Flächen