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Salzburgs Landwirtschaft






1. Die Öko-Region Salzburg: Ein allgemeiner Überblick

Kühe auf der Weide

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Die Kulturlandschaft im Bundesland Salzburg ist traditionell von der Bewirtschaftung durch bäuerliche Familienbetriebe charakterisiert. Im europäischen Vergleich ist die Salzburger Landwirtschaft, bedingt durch die naturräumlichen Gegebenheiten und historischen Entwicklungen relativ kleinstrukturiert. Es dominieren Grünlandbetriebe mit Rinderhaltung, die durchschnittliche Betriebsgröße beträgt 16,1 ha landwirtschaftliche Nutzfläche.

Die Landesfläche Salzburgs beträgt 715.391 ha. Davon werden 270.000 ha landwirtschaftlich genutzt; das sind 38 % der Katasterfläche. Rund 110.000 ha werden von unseren Bauern als Grünland oder Acker genutzt. Der größere, restliche Teil der landwirtschaftlichen Nutzfläche sind Almen und Bergmähder (siehe auch Tabelle 5).

Im Vergleich mit der Landwirtschaft in der Europäischen Union kann Salzburg mit Recht als "Die Öko-Region Europas" angesehen werden.

In Salzburg nehmen mehr als 94 % der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe am "Österreichischen Programm für eine Umweltgerechte und den natürlichen Lebensraum schützende Landwirtschaft" (ÖPUL) teil. Als aktive Betriebe werden hier jene angesehen, die, unter gewissen Voraussetzungen, einen wesentlichen Beitrag zum Produktionswert der Landwirtschaft in Salzburg leisten und nicht ausschließlich forstwirtschaftliche Flächen bewirtschaften. Die ÖPUL-Betriebe Betriebe bewirtschaften 94 % des Acker- und Grünlandes gemäß den strengen Auflagen des Umweltprogramms. 41 % aller Betriebe wirtschaften biologisch und weitere 45 % verzichten auf den Einsatz von synthetischen Dünge- und Pflanzenschutzmitteln. Insgesamt werden im Rahmen dieses Programms, mit Einbeziehung der Almen und Bergmähder, 97 % der gesamten landwirtschaftlichen Nutzflächen ohne jeglichen Einsatz von leichtlöslichen Handelsdüngern und Pflanzenschutzmitteln bewirtschaftet.



Tabelle 1: Einbeziehung von Acker- und Grünlandflächen in das Umweltprogramm ÖPUL in Salzburg für das Jahr 2008


Anzahl der aktiven Betriebe
(Anteil in %)
Flächen in ha
(Anteil in %)
Aktive Betriebe insgesamt 8.800 (100) 110.000 (100)
Betriebe die am ÖPUL teilnehmen 8.296 (94,3 %) 103.091 (93,7%)
Maßnahme Biologische Wirtschaftsweise 3.620 (41,1 %) 51.532 (46,9 %)
Maßnahme Betriebsmittelverzicht 3.694 (44,5 %) 43.794 (39,8 %)


In Salzburg gibt es insgesamt 10.028 land- und forstwirtschaftliche Betriebe.

Rund 42 % aller land- und forstwirtschaftlichen Betriebe Salzburgs wirtschaften im Haupterwerb und beinahe 90 % liegen im Berggebiet oder in sonstigen benachteiligten Gebieten (Tabellen 2 und 3).



Tabelle 2: Anzahl der Betriebe im Bundesland Salzburg nach der Erwerbsform im Jahr 2007 (Agrarstrukturerhebung 2007)


Haupt- und Nebenerwerbsbetriebe sowie jur. Personen Anzahl der Betriebe Anteil in % Betriebe in Österreich Anteil in %
Haupterwerbsbetriebe 4.196 41,8 70.097 37,5
Nebenerwerbsbetriebe 5.114 51,0 104.814 56,4
Personengemeinschaften/Betriebe jur. Personen 717 7,2 12.124 6,5
SUMME 10.028 100 187.034 100



Tabelle 3: Betriebe im Berggebiet und in Benachteiligten Gebieten, aufgegliedert nach BHK-Gruppen (Berghöfekataster-Gruppen) im Jahr 2005 (Agrarstrukturerhebung 2005)


Haupt- und Nebenerwerbsbetriebe sowie Personengemeinschaften/jur. Personen Anzahl der Betriebe Anteil in % Betriebe in Österreich Anteil in %
Betriebe insgesamt 10.023 100 189.591 100
Nichtbenachteiligte Gebiete 1.183 11,8 54.485 28,7
Berggebiete/ sonst. benachteiligte Gebiete 8.840 88,2 138.106 72,8
Davon Berggebiete 8.303 82,9 101.601 53,6
BHK-Gruppe 1 1.565 15,6 22.329 11,8
BHK-Gruppe 2 2.235 22,3 29.969 15,8
BHK-Gruppe 3 1.466 14,6 13.088 6,9
BHK-Gruppe 4 772 7,7 6.767 3,6



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2. Leistungen der Landwirtschaft


Die Landwirtschaft erbringt für die Gesellschaft eine Vielzahl von unverzichtbaren Leistungen. Die grundsätzliche Aufgabe unserer Bauern ist die Versorgung der Bevölkerung mit qualitativ hochwertigen, naturnahen und gesunden Lebensmitteln. Zu dieser Grundaufgabe kommt noch eine Reihe unentgeltlich erbrachter Zusatzleistungen. Alle Leistungen, die von der Landwirtschaft erbracht werden, sind unter dem Begriff der "Multifunktionalität" zusammengefasst. Für Salzburg von besonderer Bedeutung ist in diesem Zusammenhang die Pflege und Erhaltung der Kulturlandschaft als Grundvoraussetzung für einen florierenden Tourismus.


Die umfassenden Leistungen der Landwirtschaft lassen sich in 4 Kategorien untergliedern.


Tabelle 4: Leistungen der Landwirtschaft

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Foto: Dürnberger

1. Produktionsfunktion
  • Bereitstellung qualitativ hochwertiger, naturnaher, gesunder Lebensmittel und Gewährleistung der Ernährungssicherheit
  • Produktion von nachwachsenden Rohstoffen
2. Soziale Funktion
  • Bewahrung und Pflege "bäuerlicher" Werte, Lebensformen und Kulturgüter
  • Erwirtschaftung eines angemessenen Ein-kommens und Erhaltung des Arbeitsplatzes Bauernhof
  • Sicherung von Arbeitsplätzen im vor- und nachgelagerten Wirtschaftsbereich
  • Schaffung der Basis für die Tourismuswirtschaft
3. Ökologische Funktion
  • Erhaltung und Pflege der Kulturlandschaft
  • Schutz der Lebensgrundlagen (Boden, Wasser, etc.) und deren nachhaltige Nutzung durch naturnahe Landwirtschaft und artgerechte Tierhaltung
  • Erhaltung der biologischen Artenvielfalt
  • Schutz vor Naturkatastrophen
  • Verbesserung der CO2-Bilanz
4. Räumliche Funktion
  • Aufrechterhaltung einer Mindestbesiedlungsdichte in den ländlichen Gebieten
  • Bereitstellung von Infrastruktur im ländlichen Raum

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3. Landwirtschaftliche Produktion im Bundesland Salzburg


Salzburg hat Anteil an folgenden österreichischen Hauptproduktionsgebieten:

  • Alpenvorland (Flachgau)
  • Voralpen (Flachgau, Tennengau)
  • Hochalpen (Tennengau, Pongau, Pinzgau, Lungau)

Produktionsorientierte landwirtschaftliche Betriebe finden sich vor allem im Alpenvorland und in Teilen der Voralpen im Flachgau. Diese Betriebe sind hauptsächlich in der Milchproduktion tätig.

In den Voralpen und Hochalpen sind eher extensiv wirtschaftende Betriebe mit vielseitigen Erwerbskombinationen anzutreffen. Viele dieser Betriebe erwirtschaften Nebeneinkommen durch Angebote im Tourismus (z.B.: Urlaub am Bauernhof)

Ein Großteil der Salzburger Betriebe bewirtschaftet Grünland als Futtergrundlage für die Rinderhaltung. Die Haltung weiterer Tierarten sowie die Bewirtschaftung von Ackerland sind nur für wenige Betriebe von großer wirtschaftlicher Bedeutung (Tabelle 5).



Tabelle 5: Viehhaltung und Kulturartenverteilung in Salzburg im Jahr 2007

Viehhaltung bzw. Kulturart Anzahl der Betriebe Stück bzw. Hektar Durchschnitt /Betrieb
Rinder 6.826 161.766 23,7
Kühe (davon Milchkühe) 6.511 (5.041) 77.299 (56.041) 11,9 (11,1)
Schweine 1.731 12.044 7,0
Hühner 3.617 119.864 33,1
Einhufer 2.011 7.628 3,8
Schafe 1.402 27.657 19,7
Intensives Grünland 8.592 86.909 10,1
Extensives Grünland (davon Almen und Bergmähder) 6.235 (1.979) 143.113 (123.541) 23,0 (62,4)
Ackerland 1.343 6327 4,7


Im Milchwirtschaftsjahr 2007/2008 lieferten 4.492 Salzburger Betriebe insgesamt 272.983 t Milch an Milchbe- und verarbeitungsbetriebe. Davon entfielen 91.142 t (33 %) auf Biomilch Die Gesamtanlieferungsmenge entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Milchlieferleistung pro Betrieb von 60.771 kg.


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