Figurative Zeichnungen / dessins figuratifs
Iris Andraschek, Rebecca Bournigault, Maria Bussmann, Barbara Eichhorn, Gunda Gruber, Françoise Pétrovitch, Barthélémy Toguo, Jean-Luc Verna
Die sechs Künstlerinnen und die beiden Künstler zeigen ausschließlich Arbeiten auf Papier - alles mit dem thematischen Bezug zum Menschen. Das Spannende an dieser Gegenüberstellung von österreichischen und französischen Künstlern ist der Zugang zur Zeichnung, der Einsatz dieses Mediums im jeweiligen Werk. Die österreichischen Künstlerinnen sind eher reine Zeichnerinnen; Arbeiten auf Papier mit Stiften und Tusche sind bevorzugtes Material, das im Zentrum ihrer Arbeit steht. Die französischen Künstler haben festgestellt, dass dies „österreichisch“ ist; vor allem ab dem 20. Jahrhundert gibt es hier eine Tradition, haben sich bei uns mehr Künstler damit auseinandergesetzt, ein großes Oeuvre geschaffen – sicher mehr als in anderen Ländern. Die österreichischen Künstlerinnen sollen jedoch hier nicht ausschließlich als Zeichnerinnen abgestempelt werden: Gunda Gruber entwickelt aus ihren zum Teil collagierten Zeichnungen Filme; auch Barbara Eichhorn arbeitet in ihre teils sehr großformatigen Zeichnungen auf Papier Collagen ein. Iris Andraschek setzt auch Fotografie ein; Maria Bussmann schafft Objekte aus Papier und Draht. Bei den französischen Künstlern geht die Zeichnung ins Malerische. Sie arbeiten weniger mit Linien als mit Flächen, benutzen Aquarell und Tusche, um ihre Papierarbeiten vor allem mit Farbe zu gestalten. Alle vier Künstler sind auch in anderen Medien aktiv, integrieren Objekte (z.B. aus Keramik) in ihre Installationen und performativen Aktionen. Barthélémy Toguo ist hier sicher der Umtriebigste, der mit seinen Installationen und Performances international erfolgreich ist. Jean-Luc Verna, der als Mann schon fast ein Kunstwerk ist, hat in seinem Leben viel gemacht, in den vergangenen Jahren ist er vor allem auch als Tänzer aktiv. Françoise Pétrovitch hat oft prozesshafte Arbeiten, die über einen längeren Zeitraum angelegt waren, geschaffen und immer wieder Objekte aus Keramik und Metall in ihre Ausstellungen integriert. Rebecca Bournigault arbeitet vor allem auch mit Video und Fotografie. Alle acht Künstler setzen den Menschen oder das Figurative in ihren Arbeiten auf Papier ins Zentrum. Das Durchgehende dieser Ausstellung ist bei aller Vielfalt der Ausdrucksmittel die Auseinandersetzung mit dem Portrait oder der menschlichen Figur in verschiedensten Situationen.
Rebecca Bournigault, 1970 in Colmar geboren, lebt und arbeitet in Paris. Maria Bussmann, 1966 in Würzburg, Deutschland geboren, lebt und arbeitet in Wien und New York. Barbara Eichhorn, geboren 1965 in Freising (Deutschland), lebt und arbeitet in Wien. Gunda Gruber, 1971 in Salzburg geboren, lebt und arbeitet in Salzburg. Françoise Pétrovitch, 1964 in Chambéry geboren, lebt und arbeitet in Cachan/Paris. Barthélémy Toguo, 1967 in Kamerun/Afrika geboren, lebt und arbeitet in Paris und Bandjoun (Kamerun). Jean-Luc Verna, 1966 in Nizza geboren, lebt und arbeitet in Paris und Nizza.
Françoise Pétrovitch
Gunda Gruber, Barthélémy Toguo
Rebecca Bournigault, Barbara Eichhorn
Iris Andraschek, Jean-Luc Verna
Iris Andraschek
Maria Bussmann
Barbara Eichhorn
Gunda Gruber
Barthélémy Toguo
Jean-Luc Verna |
Iris Andraschek, EKZ, Bleistift auf Papier, 151,5 x 105,5 cm
Maria Bussmann, aus der Serie "Zur Abgrenzung der Daseinanalytik gegen Anthropologie, Psychologie und
Rebecca Bournigault, „nu” (femme alongée), 2000, aquarelle sur papier,
Gunda Gruber, ohne Titel, 2008,
Françoise Pétrovitch, «Twins», 2006,
Barthélémy Toguo, "Wild cats diner Nr. 4", 2006,Aquarell auf Papier, 208 x 130 cm
Jean-Luc Verna, «Horseguard Hairdo Juju Style», 2006, transfert sur papier ancien rehaussé de crayons et de fards,
Eröffnungsrede Dietgard Grimmer
Musee d'Art Moderne, St. Etienne
Iris Andraschek
Françoise Pétrovitch
Barthélémy Toguo |
























