Skulpturenpreis im Eingang zum Traklhaus
- Irene Kar (2000)
- Peter Brauneis / Bildkombinat Bellevue (2003)
- Gerald Schicker (2006)
- Martin Oberascher (2009)
2009
„Textual Sculpture“, Gefrästes Uriol oder Styrodur beschichtet, ca. 2 x 7 x 2 Meter
Es gibt in der Arbeitsweise meist Versuchsanordnungen die vorab am Computer inszeniert und choreographiert und dann in ein reales Objekt übergeführt werden. Anders kann auch ein vordefiniertes Material gewisse dynamische Eigenschaften aufweisen, dessen Möglichkeiten dann wiederum digitalisiert und im Computer strukturiert werden. Durch diese Prozesse werden verschiedene komplexe Geometrien und Oberflächenstrukturen erzeugt, die im Folgenden in das Objekt eingearbeitet werden. Beispiele für solche Einarbeitungen sind Raumspuren / Raumabdrücke bei charakteristischen Bewegungsmustern, Selbstdurchdringungen der entstandenen Volumina oder Eigenschaften der Gelenke zwischen den Körperteilen. Dabei geht es nicht darum abgeschlossene Objekte zu präsentieren, sondern im experimentellen Umgang mit computergestützten Technologien raumgreifende Strukturen zu generieren. Die Jury bestand aus: Cornelia Gockel, Julie Hayward, Elisabeth Fuchs. Martin Oberascher Website: www.moberascher.blogspot.com 1975 in Salzburg geboren |
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2006
von Gerald Schicker
Die Kulturabteilung des Landes Salzburg hat 2006 zum dritten Mal einen Preis für Skulptur (oder Plastik oder Objekte) für Künstlerinnen und Künstler, die in Salzburg geboren sind oder seit fünf Jahren hier wohnen, ausgeschrieben. Er ist mit € 7.300 dotiert und dem Preisträger wird die Möglichkeit zur Aufstellung des ausgewählten dreidimensionalen Kunstwerkes im Eingangsbereich des Traklhauses gegeben. Die Jury bestand aus Mag. Inge Brodil (Büro Mozart 2006), Dr. Werner Thuswaldner (Kulturjournalist, Vorsitzender des Fachbeirates Kunst im öffentlichen Raum der Stadt Salzburg), HR Dipl. Ing. Axel Wagner (Präsident des Stadtvereines, im Traklhaus, Vorsitzender der Sachverständigenkommission für die Altstadterhaltung). Es lagen 42 Einreichungen vor. Die Juroren entschieden sich einstimmig für Bewerbung von Gerald Schicker. Begründung: Die Jury legte vor allem Wert auf eine dreidimensionale Arbeit, die auch für den Ort geeignet ist und auf die räumliche Situation eingeht. Gerald Schicker hat in seinem Projekt einen deutlichen Bezug zum Eingangsbereich des Traklhaus dargestellt. Bei der Arbeit „1. Hilfe Box – Edition Georg Trakl“ handelt es sich um eine Assemblage aus Holz, Glas, Lack, Fernseher, DVD, Absinthflaschen und Plexiglas. Er kombiniert diese verschiedenen Materialien und Gegenstände zu einem reichen Assoziationsangebot, das sich auf die letzte Lebensphase, das tragische Ende des Dichters Georg Trakl bezieht. Der Betrachter wird sehr rasch in eine bedrängte Lebenssituation hineingezogen, die geprägt war von Kriegserlebnis, Drogenerfahrung und schweren psychischen Bedrängnissen. Schicker geht noch weiter und weist auf Trakls Rastlosigkeit hin, sein Pendeln zwischen den Lebensorten Salzburg, Wien und Innsbruck. Dieses zeigt er durch ein Video, das bei Autobahnfahrten zwischen den Städten entstanden ist. Gerald Schicker 1974 in Gmunden geboren, lebt und arbeitet in Salzburg Einzelausstellungen 2001 Alte Saline Hallein, „Alcatraz“ |
"Erste Hilfe Box - Edition Georg Trakl", Eingang
"Erste Hilfe Box - Edition Georg Trakl"
Gerald Schicker mit Objekt "Erste Hilfe Box - Edition Georg Trakl"
von links nach rechts: Mitglieder der | |
2003
von Peter Brauneis / Bildkombinat Bellevue
„Ein Titel wie aus den Achtzigern des 20., sagt nichts was er kann/soll oder will, der Mann mit Hecht. Aber: passt gut zu schwarz weiss, klingt ebenso bedeutsam wie schwarzweiss aussieht, und passt auch sehr gut zum Wort „Gedenkstätte“. Dieser Mann ist nicht Georg Trakl, obwohl ich mir den auch eher in schwarz weiss vorstelle. Günter Grass kann ich mir auch gut vorstellen, wenn er sagt: „Mann ... mit ... HECHT!. Genug von Leuten, von denen ich mehr oder weniger keine Ahnung habe, wollte Bedeutsamkeit beschwören, was durchaus gut ausgehen kann.“ Die Kulturabteilung des Landes Salzburg hat 2003 zum zweiten Mal einen Preis für Skulptur (oder Plastik oder Objekte) für Künstlerinnen und Künstler, die in Salzburg geboren sind oder seit fünf Jahren hier wohnen, ausgeschrieben. Er ist mit € 7.300 dotiert und dem Preisträger wird die Möglichkeit zur Aufstellung des ausgewählten dreidimensionalen Kunstwerkes im Eingangsbereich des Traklhauses gegeben. Die Jury bestand aus: Dr. Katharina Blaas, im Land Niederösterreich für den Bereich Kunst am Bau zuständig, Ruedi Arnold, Professor der Klasse für Bildhauerei an der Universität Mozarteum, und Dr. Hans Weichselbaum, Leiter der Georg Trakl Forschungs- und Gedenkstätte. Die Juroren entschieden sich einstimmig für die Bewerbung von Peter Brauneis / Künstlergruppe Bildkombinat Bellevue. Begründung: Die Jury hält fest, dass das Eingehen auf den Raum eine ideale, überzeugende Lösung ist. Die Figur ist überlebensgroß, was eine gute Sichtbarkeit und ein Zeichen nach außen, auf den Waagplatz hin darstellt. Es handelt sich um eine Arbeit mit hoher Identität, das Werk hat ein Selbstverständnis und erklärt sich aus sich selbst. Der Künstler spielt mit Humor und Witz und auch mit der Realität durch den Naturalismus, aus dem die auf schwarz/weiß reduzierte Figur entwächst und stellt gleichzeitig eine Assoziation und Atmosphäre zum Fluss, zur nahe gelegenen Salzach, her. Fische und der Fischer (als archaischer Beruf) sind von Trakl bevorzugt eingesetzte Bilder. Peter Brauneis wurde 1964 in Hallein geboren, wo er auch lebt und als freischaffender Künstler (Maler, Filmemacher, …) arbeitet. Seine Werke waren in den vergangenen Jahren im In- und Ausland zu sehen. Einige seiner Kurzfilme liefen bei österreichischen und internationalen Filmfestivals. Die Künstlergruppe Bildkombinat Bellevue besteht aus Peter Brauneis, Peter Schwaighofer (geboren 1956 in Kuchl) und Joe Wagner (1967 in Kufstein geboren) und arbeitet seit 1999 im gemeinsamen Atelier in Hallein. |
"Mann mit Hecht", Eingang
"Mann mit Hecht"
Peter Brauneis hinter seinem "Mann mit Hecht" | |
2000
Mag. Karin Pernegger, Kunstkuratorin Susanne Tunn, Bildhauerin, Professorin an der Internationalen Sommerakademie für bildende Kunst HR Dipl.Ing. Axel Wagner, Präsident des Stadtvereins (der sein Büro im Traklhaus hat)
Die Jury entschied sich einstimmig für den Vorschlag von Irene Kar, weil die Künstlerin auf die architektonischen und inhaltlichen Bezüge eingeht. Seitens der Architektur ist das Objekt/der Leuchtkasten ein Lichtpunkt in der versteckten Eingangssituation und macht den Raum heller und erfahrbarer. Der im Bild dargestellte Raum ist eine Assoziation zum Gedicht "Vorstadt im Fön" von Georg Trakl und gibt einen Einblick in ein koreanisches Restaurant und dessen Küche in Lehen/der Vorstadt Salzburgs. Irene Kar setzt damit die Gedichtzeilen fort und thematisiert Kultur und Tourismus abseits des typischen Salzburg-Blickes. Irene Kar schlägt ein dreidimensionales Foto/Lichtobjekt (Inkjet-Print) auf transparenter Folie auf Plexiglas (ca. 2,50 x 3,20 m) für die Wand gegenüber der eisernen Eingangstüre vor. Das Fotoobjekt wird mit einem Abstand von ca. 20 cm von der Wand montiert. Das Foto wurde von der Künstlerin in Lehen aufgenommen und zeigt den Innenraum eines koreanischen Lokals, besser eine Durchreiche zur Küche. |
Foto/Lichtobjekt von Irene Kar,
Foto/Lichtobjekt (Inkjet-Print) auf |















