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Maßnahmen des Landes Salzburg 2009


Das Land Salzburg entwickelte im Jahre 2008 ein "Integrationskonzept" mit umfangreichen Maßnahmenempfehlungen. Das Jahr 2009 war das erste Jahr der Umsetzung (siehe folgende Aufstellung).


1. Infrastruktur
Für die Umsetzung von Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensbedingungen für MigrantInnen steht im Land Salzburg folgende Infrastruktur zur Verfügung:

  • Integrationsstelle des Landes: Das Land Salzburg betreibt eine eigene Integrationsstelle (seit 2007). Für die Entwicklung und Umsetzung von Integrationsmaßnahmen stehen 1,5 Dienstposten zur Verfügung.
  • Integrationsstelle der Stadtgemeinde Salzburg: Diese Stelle (seit 2006) ist mit zwei Mitarbeiterinnen besetzt. Sie plant im eigenen Wirkungs- und Zuständigkeitsbereich Maßnahmen auf der Grundlage eines eigenen Integrationskonzeptes.
  • Integrationsstelle der Stadtgemeinde Hallein: Diese Stelle (seit 2009) ist mit einer Mitarbeiterin besetzt und ist mit einem interkulturellen Zentrum kombiniert. Die Erstausstattung und die Personalkosten werden vom Land Salzburg finanziert. Die laufenden Betriebskosten werden von der Gemeinde getragen.
  • ÖIF (Österreichischer Integrationsfonds): Der ÖIF bietet in der Stadt Salzburg an zwei Tagen in der Woche Beratungsstunden an.


2. Sprachförderprogramme
Das Land fördert Sprachförderprogramme (aus dem Kindergartenbudget) unter dem Titel "Mama lernt Deutsch" und "Rucksack-Projekt" an Schulen und an Kindergärten mit hohem Anteil an Kindern mit nichtdeutscher Muttersprache.
Weiters finanziert das Land Salzburg ab 2009 aus dem Kindergartenbudget jedem Kindergarten
eine(n) zusätzliche(n) KindergartenpädagogIn, sofern der Anteil der Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache mehr als 50% beträgt.
Aus dem Integrationsbudget werden zudem für folgende Zielgruppen Deutschkurse finanziert:

  • Jugendliche zur Erlangung des Hauptschul- oder Berufsschulabschlusses,
  • Frauen mit nichtdeutscher Muttersprache (vor allem in der Stadt Salzburg und in Gemeinden mit einem hohen Ausländeranteil),
  • AsylwerberInnen in allen Bezirken (Basis- und Fortgeschrittenenkurse),
  • Sprachförderung unter dem Titel "Mama lernt Deutsch" (z.B. in Mattsee).


3. Maßnahmen für Kinder und Jugendliche
Zusätzlich zu den Deutschkursen für Kinder und Jugendliche finanziert das Land Salzburg Projekte, die eine Verbesserung der Integration dieser Zielgruppe zum Ziel haben. Die Programme sind auf das Schuljahr abgestimmt. Dazu gehören vor allem:

  • Sportaktivitäten für Mädchen mit Migrationshintergrund (laufendes 2-Jahresprogramm),
  • Lernprogramme und Nachhilfeunterricht für Jugendliche mit Migrationshintergrund,
  • Ferienprogramme für Kinder von AsylwerberInnen,
  • Musikförderprogramme für Kinder mit Migrationshintergrund,
  • MentorInnenprogramm "Mutmachen" (Kija).


4. Gesundheitsprogramme
Das Land Salzburg fördert bzw finanziert im Rahmen der Gesundheitsprävention spezifische Gesundheitsprogramme für Menschen mit Migrationshintergrund, nämlich:

  • Laufende muttersprachliche Gesundheitsberatung in der Stadtgemeinde Hallein,
  • Gesundheitsförderprojekt in einem Stadtteil von Salzburg und in der Stadt Hallein (gemeinsam mit dem Arbeitskreis für Vorsorgemedizin und Fonds Gesundes Österreich).


5. Interkulturelle Kompetenz
Ein Schwerpunkt des Landes Salzburg ist der Auf- und Ausbau von interkulturellen Kompetenzen. Dazu gehören zurzeit:

  • Lehrgang "Interkulturelle Kompetenz" für MitarbeiterInnen in Frauenorganisationen (gemeinsam mit den Frauenbüros von Stadt und Land Salzburg),
  • Seminarreihe zur Interkulturellen Wirtschaftskompetenz (vier Workshopmodule) gemeinsam mit der Wirtschaftsabteilung und Wirtschaftskammer,
  • Interkulturelles Frauenfrühstück in zwei Gemeinden (meist alle zwei Monate),
  • Interkulturelle Bildung inkl Sprachkurs für MitarbeiterInnen in einem Großbetrieb.


6. Beratung, Information und Bildung
Das Förderprogramm umfasst auch einen Beratungsschwerpunkt. Dazu gehören folgende Ansätze:

  • Beratung und Förderung der Bürgerservicestellen in Gemeinden mit einem höheren Ausländeranteil (meist integriert in die allgemeine Bürgerservicestellen),
  • Beratung durch migrantische NGOs (pauschalfinanziert und leistungsfinanziert),
  • Leistungsbezogene und strukturierte Spezialberatung betreffend Nostrifizierung (gemeinsam mit dem Verein VeBBAS),
  • Vierteilige Veranstaltungsserie betreffend aktuelle Migrationsthemen in Verbindung mit Podiumsdiskussionen (Verein SOMOS),
  • Jahrestagung der Salzburger Bildungswerke mit Workshops "Integration",
  • Workshops Gender und Migration im Rahmen des 2. Salzburger Gender-Day (Landesschulrat Salzburg),
  • Ausstattung der öffentlichen Bücherei Hallein mit Büchern für MigrantInnen,
  • Schulberatung in allen Belangen über das B.I.K. des Landesschulrates,
  • Bildungsberatung für MigrantInnen durch den Verein BIBER,
  • Durchführung einer Ringvorlesung gemeinsam mit der UNI Salzburg betreffend aktuelle Themen Migration.

Auf lange Sicht ist geplant, die allgemeine Beratung in Form einer zentralen Erstanlaufstelle zu bündeln – allf. unter Einbindung des ÖIF.
Die Nostrifizierungsberatung soll zugleich die notwendigen Grundlagen für die Weiterentwicklung dieses Beratungssegments erreichen und zugleich konkrete Mengeninformationen liefern.
In der Stadt Salzburg bietet auch der Österreichische Integrationsfonds (zwei Tag pro Woche) Beratungszeiten an.


7. Interkulturelle Zentren / Integrationsstellen
In der Stadtgemeinde Hallein wurde ein interkulturelles Zentrum (IKU) als sogenannte Erstanlaufstelle (bestehend aus Infozentrum und Treffpunkt) installiert. Es ist zugleich ein Begegnungs- und Organisationszentrum. Die Errichtung und der laufende Betrieb sowie Einzelaktionen werden mit Mitteln des Landes mitfinanziert.


8. Mentorenprojekte
Im Rahmen des Integrationskonzeptes des Landes Salzburg werden folgende Mentorenprojekte realisiert:

  • Integrationslotsinnen für Frauen mit Migrationshintergrund zur Verbesserung der Integration in den Arbeitsmarkt (Frau und Arbeit),
  • Mentorenprogramm "MutMachen" für Jugendliche (Pinz-Power),
  • Mentorenprogramm für lernschwache SchülerInnen mit Migrationshintergrund.


9. Gewaltprävention
Die Gewaltprävention nimmt einen Teil der Integrationsarbeit ein und umfasst zwei unterschiedliche Projekte:

  • Jugendbereich: Prävention durch Break Dance und Mediation mit migrantischem Hintergrund
  • Erwachsene: Präventionsprojekt in der Männerwelt


10. Informationsmaterialien
Das Land Salzburg setzt auf Informationsleistungen: Dazu gehören zur Zeit folgende Broschüren:

  • "Willkommen" (Einstiegs- oder Willkommensbroschüre für MigrantInnen),
  • "Ein Kind zwei Sprachen" (Flyer für Mehrsprachigkeit),
  • "Grundversorgung" (Broschüre für AsylwerberInnen),
  • "Starter and Welcome" (Broschüre für Asylberechtigte),
  • "Kinderbetreuungseinrichtungen. Sprachen, Sprechen, Sprich mit mir.",
  • "Nostrifizierung" (Folder in Bearbeitung).

Parallel dazu gibt es eine je eigene Homepage von Stadt und Land Salzburg. Die Broschüren sind im Internet zugänglich und downloadbar.
Sämtliche Broschüren werden in Hinkunft jedenfalls ins Englische übersetzt und so als Sammelsprache angeboten.
Auch die Stadt Salzburg verfügt über eine eigene Willkommensmappe.


11. Studien und Entwicklungsarbeit
Zurzeit werden im Land Salzburg folgende Studien zu nachstehenden Themen bearbeitet bzw sind bereits fertig gestellt:

  • Arbeitsmarkt und Migration (TEP - Territorialen Beschäftigungspakt),
  • Migration und Gesundheit mit Erhebungen und Projekten (Abteilung Gesundheit und Abteilung Kultur, Gesellschaft, Generationen, Fertigstellung Herbst 2010),
  • Jugendstudie mit Migrationsschwerpunkt (Jugendreferat des Landes Salzburg),
  • Arbeits- und Lebenswelt von MigrantInnen in der Stadt Salzburg (Verein VeBBAS),
  • Integration durch Arbeit und Bildung (Robert-Jungk-Bibliothek-Zukunftswerkstatt),
  • Analyse aller Deutschsprachangebote im Land Salzburg in Zusammenarbeit mit dem Verein VeBBAS (Fertigstellung 2010).


12. Partizipation von MigrantInnenorganisationen
Noch in diesem Jahr wird mit der Umsetzung der politischen Mitsprache auf der Ebene der Landespolitik begonnen. Geplant ist ein "Runder Tisch für Migranten und Migrantinnen - ein interkulturelles Frühstück".
Am Runden Tisch werden Delegierte von MigrantInnenorganisationen, das für Integrationsfragen zuständige Regierungsmitglied des Landes sowie Experten teilnehmen.
Geplant sind weiters in bestimmten Abständen Landtagsenquete sowie jährliche Fachtagungen zu ausgewählten aktuellen Themen.


13. Sonstige Projekte des Landes
Weiters werden im Jahre 2009 folgende Projekte mitfinanziert:

  • Fest der Kulturen (Land und Stadt Salzburg gemeinsam mit Verein für Volkskultur),
  • Radioprojekt "Von MigrantInnen für MigrantInnen" (Radiofabrik) - 1. und 3. Mi im Monat,
  • "KIMM" - ein Musikprojekt für Mädchen mit Migrationshintergrund (Verein VIELE),
  • Projekt "Musik und Kommunikation" (ORFF-Schulwerk),
  • Interkultureller Koffer (Stadtgemeinde Hallein),
  • Break Dance Projekt in der Stadt Hallein,
  • Theaterprojekt DANICA (österreichisch-serbische Theaterproduktion),
  • Vorbereitung der Tagung "Keiner fällt durchs Netz".


14. Aktivitäten sonstiger Anbieter
Parallel zu diesen Förderschwerpunkten des Landes Salzburg werden folgende interkulturellen Lehrgänge im Land Salzburg angeboten:

  • Interkulturelles Konfliktmanagement (Bildungshaus St. Virgil, ÖIF, BM.I),
  • Masterlehrgang für "Intercultural Competence and Studies" (Universität Salzburg).


Die Integrationsstelle ist Mitglied der ARGE Alp (Regionen aus Italien. BRD, Schweiz, Österreich), die seit drei Jahren den Arbeitsschwerpunkt "Integration und Migration" behandelt. Das diesjährige Schwerpunktthema markierte die Thematik "Migration und Arbeitswelt".