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"Von 0 auf 100!"
Salzburg braucht Bürgermeisterinnen
Intensivlehrgang für Frauen 2003/04




Am 17. Jänner beendeten zwölf engagierte Frauen den Lehrgang „Von 0 auf 100! Salzburg braucht Bürgermeisterinnen“. Das Zertifikat garantiert zwar kein Bürgermeisteramt, aber die vier Wochenendseminare haben den Salzburgerinnen den Rücken gestärkt und die Entscheidung von sieben Teilnehmerinnen als Bürgermeisterinnen zu kandidieren bestärkt. Dass über die Parteigrenzen hinweg ein Netzwerk geknüpft wurde und dabei die ideologischen Positionen nicht im Wege standen, zeigt das Resümee der Teilnehmerinnen: „Ich habe ‚klasse’ Frauen kennen gelernt! Der Lehrgang hat vor allem durch die Gruppe gelebt!“



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Am 17. Jänner 2004 schlossen die 12 Salzburgerinnen den Lehrgang "Salzburg braucht Bürgermeisterinnen" ab.
7 Teilnehmerinnen stellen sich der Bürgermeisterinnenwahl in ihren Gemeinden. Wir wünschen viel Erfolg!!



Dass sie sich nicht so leicht „auf die Palme“ bringen lassen, trainierten die Frauen ebenso wie selbstbewusstes Auftreten und eine nutzenorientierte Argumentation. Denn was bringen die besten fachlichen Grundlagen, wenn die anderen nicht verstehen können, wozu. Einige Frauen nutzen bereits die Erfahrungen des Lehrgangs und betrieben bereits intensive Medienarbeit. Obwohl die meisten Teilnehmerinnen bereits in der Gemeindepolitik tätig sind, war für sie die „Theorie“ des Bürgermeisteramts eines der wichtigsten Lehrgangsinhalte. Amtsleiter Karl Heinz Karpf aus Bad Hofgastein beantwortete auch umfassend die gestellten Fragen und nahm sich dabei kein Blatt vor den Mund. Dass eine Bürgermeisterin sehr viel Verantwortung übernehmen muss und die Ausübung dieses Amtes immer schwieriger wird, muss den Frauen klar sein.



„Bei uns ist die Politik doch noch ein bisschen so quasi eine Männersache...“

1998 fragten wir „Wussten Sie, dass es in Salzburg keine einzige Bürgermeisterin gibt?“ und starteten 2 Politiklehrgänge (1998/99 und 1999/2000) mit insgesamt 45 Teilnehmerinnen. Für diese Frauen war der Lehrgang Sprungbrett für eine politische Karriere, aber zur Bürgermeisterin hat es auch nach der letzten Wahl 1999 Salzburg noch nicht gebracht.

Vor dem entscheidenden Urnengang am 7. März 2004 stellten wir uns der Herausforderung, Frauen, die sich für die Bürgermeisterinnen-Kandidatur entschieden haben, beim Sprung ins oftmals kalte Wasser Unterstützung zu bieten. Damit begleiteten wir die Frauen genau in der Intensivphase ihrer Wahlvorbereitung. Die Wahl am Vortag zum Internationalen Frauentag (8. März) sollte nicht ohne weiblichen Erfolg bleiben!
Politiklehrgang II (1999/2000) Foto: LPB/Neumayr
Grundlage des Intensivlehrgangs waren die Erfahrungen und Rückmeldungen der Teilnehmerinnen der beiden Politiklehrgänge des Büro für Frauenfragen & Chancengleichheit und der Lehrgänge in den Bezirken (Lungau: Lungauer Bildungsverbund, Pongau: KoKon – Frauenbegegnungs- und Beratungszentrum Altenmarkt) und die Studie „Warum werden Frauen nicht gewählt?“ (1999).

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Allerdings... ob Salzburg eine Bürgermeisterin bekommt, hängt nicht alleine von engagierten Frauen ab. Daher waren die Salzburger Parteien und die Medien in dieses Projekt eingebunden.


Der Lehrgang im Überblick - Schwerpunkte

  • Unterstützung bei der individuellen Entscheidung
  • Auseinandersetzung mit dem eigenen Zugang zu Macht und Gestaltungswillen
  • Selbstpräsentation
  • Argumentation & Rhetorik
  • Grundlagenwissen zum BürgermeisterInnenamt
  • Begleitung und Mentoring in der Entscheidungs- und Wahlkampfphase

„Die Stärken der Frauen für die Politik liegen darin, dass die Frauen viel mehr im Alltag sehen, im täglichen Leben und mit dem täglichen Leben konfrontiert sind.“ (Zitat einer Spitzenkandidatin 1999)


Zielgruppe
12 Teilnehmerinnen: Gemeinderätinnen, Vizebürgermeisterinnen, Salzburgerinnen aus allen Bezirken, die die Kandidatur als Bürgermeisterinnen überlegen und in ihrem Entscheidungsprozess unterstützt werden wollen.


Lehrgangsstruktur

  • 4 Trainingsmodule
  • 4 Abendveranstaltungen: Diese Veranstaltungen stehen allen interessierten Frauen offen.
  • begleitendes Mentoring

Da der Lehrgang in einer sehr konzentrierten und intensiven Form durchgeführt wurde, war die Teilnahme an allen Trainingsmodulen und Abendveranstaltungen notwendig und Voraussetzung für den Abschluss mit Zertifikat.


Zeitrahmen: Trainingsmodule von September 2003 – Jänner 2004 / Mentoring bis März 2004

Modul 1
„Von 0 auf 100“ – Der Lehrgangseinstieg

Ein politisches Amt zu übernehmen - gar das einer Bürgermeisterin - ist ein ambitioniertes Vorhaben. Sich dafür noch den nötigen Rückenwind zu holen, macht Sinn und ist erfolgsversprechend. Der gemeinsame Lehrgang mit politisch aktiven Frauen kann der erste Schritt zur Vernetzung sein, der vor allem in der täglichen Kleinarbeit so wichtig ist.
Inhalte: Kennen lernen, Motivation, Erwartungen und Ziele abklären
Trainerin: Karin Stockinger

Gespräch mit Christine Bauer-Jelinek: „Männermacht und Frauenmacht“
Wie viel PR braucht frau, um politisch erfolgreich? - Strategien für Frauen zwischen falscher Bescheidenheit und dem Zwang zur Selbstdarstellung

Vom MachtTABU zur GESTALTUNGSmacht
Viele Jahre von Frauen verkannt, fristete Macht ein freudloses Dasein. Sie wurde totgeschwiegen und verachtet und ihr wurden böse Dinge in die Schuhe geschoben. Nun geht es darum die „helle Seite der Macht“ kennen zu lernen. Es geht um die Macht, die Frauen für sich entdecken müssen, um wirkungsvoll politisch gestalten zu können. Denn ob es uns passt oder nicht: Ohne Macht geht es nicht!
Inhalte: Mechanismen der Macht, persönlicher Zugang zur Macht, Wille zur Macht, Männermacht und Frauenmacht, machtvolle Spielregeln in der Politik
Trainerin: Christine Bauer-Jelinek


Modul 2
Präsent auf dem politischen Parkett

Politische Präsenz bedeutet, sich als Persönlichkeit hervor zu tun und zu positionieren. Natürlich spielen Inhalte dabei eine Rolle. Oft geht es jedoch einfach darum, aufzustehen und zu signalisieren „Ich bin da – ich mische mit!“ Wie Sie in die erste Reihe treten, den „Redestab“ ergreifen und sich vor kleinen und großen Gruppen klar positionieren, erleben Sie hier!
Inhalte: Arbeit mit der inneren Haltung, -Umgang mit Lampenfieber, Sich bewusst Aufmerksamkeit verschaffen (Körpersprache, Stimme, Sprache), Aufbau von Redebeiträgen, Rhetorische Strategien
Trainerinnen: Lisa Sterr und Karin Gante

Abendveranstaltung - Bildungszentrum St. Virgil
Runder Tisch: Als Frau am Hebel der Macht – Frauen in Führungspositionen

  • Rosemarie Drexler, Bezirkshauptfrau Zell am See
  • Susanne Riess-Passer, Generaldirektorin Wüstenrot
  • Myrto Dimitriadou, Leiterin des Theaters TOIHaus Salzburg
  • Waltraud Wöhrer, Mitglied des Vorstandes derSalzburger Aluminium AG

Diese Veranstaltung fand in Kooperation mit dem Frauenbüro der Stadt Salzburg statt.


Modul 3
Frau verschafft sich Gehör

Was nützt die beste Botschaft, wenn sie nicht ankommt? Eine eigene Meindung erfolgreich zu vertreten, erfordert nicht nur Fachkenntnisse, sondern verlangt auch präzise Formulierungen und sicheres Auftreten.
Inhalte: Kommunizieren und Argumentieren, Frauen/Männersprache, Durchsetzen in Gesprächen
Trainerin: Lisa Burghofer

Abendveranstaltung – the COFFEE CUP
Runder Tisch mit Politikerinnen: „Welche Möglichkeiten und Chancen haben Frauen in der Politik?“

  • Elisabeth Stögerer-Schwarz, Gemeinderätin, Luz – Liste Unabhängiger Zirler
  • Ridi Steibl, NR-Abgeordnete, ÖVP
  • Renate Brauner, Stadträtin, SPÖ
  • Magda Bleckmann, Generalsekretärin der FPÖ


Modul 4
Vom Berufs wegen Bürgermeisterin – Aufgaben & Gestaltungsmöglichkeiten

Das Amt einer Bürgermeisterin ist bunt, herausfordernd und manchmal nervig zugleich. Erfahrungen und Sachinformationen einer amtierenden Bürgermeisterin sind wichtige Grundlagen für die eigene Entscheidung.
Inhalte: Aufgaben einer Bürgermeisterin, Gemeindestruktur, Erfahrungen aus der Praxis
Trainerin: Bürgermeisterin - angefragt

Kamingespräch mit LHF Gabi Burgstaller und GV-Präsident Helmut Mödlhammer
"… aber als Bürgermeister ist halt doch ein Mann besser!" Warum gerade in Salzburg? Wie stellt mann/frau sich die richtige Bürgermeisterin vor?

Frau wagt und gewinnt! – Rückblick und Ausblick
Frauen neigen manchmal dazu, ihr Wissen und ihre Fähigkeiten nicht entsprechend zu schätzen. Umso wichtiger ist es, sich die im Lehrgang gemachten Erfahrungen bewusst zu machen und die nächsten Schritte zu planen. Den nötigen Mut für den weiteren Weg konnten Sie sich in den vergangenen Monaten sicher holen!
Inhalte: Zusammentragen von Erfahrungen im Rahmen des Lehrgangs, konkrete Planung der nächsten Schritte
Trainerin: Karin Stockinger


Trainerinnen

  • Karin Stockinger, Drin, Kommunikationswissenschafterin und Psychotherapeutin, Uni Salzburg
  • Christine Bauer-Jelinek, Wirtschaftcoach und Psychotherapeutin, Bestsellerautorin, "Die helle und die dunkle Seite der Macht" (www.bauer-jelinek.at)
  • Lisa Sterr, M.A., Coach, Journalistin, Kulturwissenschaftlerin, Berlin
  • Karin Gante, Coach, Logopädin, Schauspielerin, Autorin, Berlin
  • Lisa Burghofer, Maga, Managementtrainerin, Salzburg


Moderatorinnen

  • Martina Berthold, Maga, Büro für Frauenfragen & Chancengleichheit des Landes Salzburg
  • Elfi Geiblinger, ORF Salzburg
  • Romana Rotschopf, Maga, Büro für Frauenfragen & Chancengleichheit des Landes Salzburg
  • Dagmar Stranzinger, Maga, Frauenbüro der Stadt Salzburg


Lehrgangskosten: Beitrag je Teilnehmerin:€ 350,- (für Organisation, Trainings, Unterlagen)
€ 50,- (Pausengetränke, ein Mittagessen pro Modul)

Übernachtungen und Abendessen waren von den Teilnehmerinnen selbst zu organisieren und zu bezahlen.


Information

Büro für Frauenfragen & Chancengleichheit des Landes Salzburg
Michael-Pacher-Straße 28, 5020 Salzburg, T 0662/8042-4041, bff@salzburg.gv.at, www.salzburg.gv.at/frauen

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Rückfragen: Katharina Zehner