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Kostenlose Schutzimpfungen für Kinder

Impfungen

Im Bundesland Salzburg werden alle vom Obersten Sanitätsrat im Impfkonzept genannten allgemeinen Schutzimpfungen für Kinder kostenlos angeboten.

Im Vorschulalter (vom 3. Lebensmonat bis zum 6. Lebensjahr) werden die allgemeinen Schutzimpfungen von den niedergelassenen Kinderfachärzten und Ärzten für Allgemeinmedizin durchgeführt.

Im Schulalter (vom 6. bis 13. Lebensjahr) werden die notwendigen Impfungen von Amtsärzten in den Schulen vorgenommen.

Angeboten werden eine Grundimmunisierung, sowie Auffrischungen für folgende Impfungen:

Diphtherie:
Diphtherie tritt in letzter Zeit vermehrt in osteuropäischen Ländern auf und kann auch in Österreich jederzeit wieder auftreten. Die Ansteckung erfolgt meist als Tröpfcheninfektion (zum Beispiel Niesen, Husten) und führt zu Entzündungen im Nasen-Rachenraum. Als Komplikationen können Entzündungen des Herzmuskels und der Niere sowie Lähmungen auftreten, die zu bleibenden Schäden führen können.

Tetanus:
Beim Tetanus (Wundstarrkrampf) erfolgt die Ansteckung durch Verletzungen, manchmal durch kleine, kaum merkbare Wunden. Die Erkrankung führt zu Muskelkrämpfen, die auch die Atemmuskulatur betreffen können. Auch heute sterben noch 20 bis 30 Prozent der Erkrankten.

Keuchhusten (Pertussis):
Keuchhusten ist besonders im Säuglingsalter gefährlich. Die Ansteckung erfolgt als Tröpfcheninfektion. Die Erkrankung ist gekennzeichnet durch schwere Hustenanfälle, die mitunter zu Atemstillstand führen können. Als Komplikationen können Lungen- und Mittelohrentzündungen, Bronchitis und Schädigungen des Gehirns auftreten.

Hämophilus influenzae b (Hib):
Die Erkrankung mit diesem Bakterium kann vor allem für Kinder unter fünf Jahren gefährlich sein. Sie kann zu Mittelohr-, Lungen- und Kehldeckelentzündungen mit Erstickungsgefahr sowie eitriger Gehirnhautentzündung führen, wobei Dauerschäden möglich sind. Die Ansteckung erfolgt über Tröpfcheninfektion.

Kinderlähmung (Polio):
Die Kinderlähmung ist eine Viruserkrankung, die bei uns Dank der Impfung nicht mehr vorkommt. Durch die Fortführung der Impfung soll eine Weiterverbreitung im Falle einer Einschleppung aus Ländern, in denen die Kinderlähmung noch vorkommt, verhindert werden. Nur bei konsequenter Fortführung kann das Ziel der Weltgesundheitsorganisation - die weltweite Ausrottung der Kinderlähmung bis zum Jahr 2005 - erreicht werden.

Hepatitis B (ab dem Geburtsjahrgang 1998):
Die Hepatitis B wird durch Hepatitis-B-Virus hältiges Blut und andere Körperflüssigkeiten (zum Beispiel Speichel, Samenflüssigkeit) übertragen, sowohl durch direkten Kontakt einschließlich Geschlechtsverkehr, als auch indirekt durch kontaminierte Gegenstände (Zahnbürsten, Rasierklingen, Injektionsnadeln, Akupunkturnadeln, Tätowierbestecke). Auch die Übertragung der Hepatitis B von der Mutter, auf das Neugeborene ist möglich. Wichtig: Untersuchung der Schwangeren im Rahmen der Mutter-Kind-Pass Untersuchung auf Hepatitis B (HBs Ag) und Impfung des Neugeborenen.

Masern, Mumps, Röteln:
Masern sind keine harmlose Kinderkrankheit. Die Ansteckung erfolgt durch Tröpfcheninfektion. Mittelohr- und Lungenentzündung sowie Gehirnentzündung können als Komplikationen auftreten und bleibende Schäden verursachen.

Mumps ist ebenfalls eine schwere Kinderkrankheit. Die Ansteckung erfolgt auch hier durch Tröpfcheninfektion. Als Komplikationen sind Gehirnhautentzündung, Entzündungen der Bauchspeicheldrüse und der Geschlechtsdrüsen möglich.

Röteln zählen zu den harmlosen Kinderkrankheiten. Erkrankt jedoch eine Schwangere in den ersten vier Monaten der Schwangerschaft, so kann das Ungeborene (Augen, Ohren, Herz, Gehirn) geschädigt werden.


Interessante Links:
Österrichische Impfplan für Kinder, Säuglinge und Jugendliche


Ablauf und Organisation

In Entbindungsstationen, Arztpraxen, Mutterberatungsstellen und Apotheken wird jeweils eine Anforderungskarte ausgegeben, mit welcher der Impfling ein persönliches Impfgutscheinheft beim Arbeitskreis für Vorsorgemedizin (Avos) bestellen kann.

Dieses Heft beinhaltet Gutscheine für jede einzelne angebotene Impfung im Vorschulalter mit dem jeweils persönlichen Impffahrplan (=Datum für jede einzelne Impfung).
In den Schulen wird die/der Erziehungsberechtigte über jede angebotene Impfung mittels Merkblatt informiert und hat die Möglichkeit, das Kind für die Impfung anzumelden.
Für Fragen stehen Ihnen das Gesundheitsamt der Bezirkshauptmannschaft bzw. des Magistrates der Stadt Salzburg, sowie die Landessanitätsdirektion im Amt der Landesregierung gerne zur Verfügung.


Allgemeine Impf-Informationen

Infektionskrankheiten im Kindesalter

Eine Reihe von Infektionen tritt hauptsächlich im Kindesalter auf. Sie werden häufig als "harmlose Kinderkrankheiten" angesehen. Trotz der Möglichkeit der Impfung trifft man auch heute noch auf die Meinung, dass es besser sei, Kinderkrankheiten durchzumachen. Dabei wird jedoch nicht bedacht, dass jede mit Fieber einhergehende Infektion eine schwere Belastung für den kleinen Patienten und seine Familie darstellt. Darüber hinaus kann nicht immer davon ausgegangen werden, dass eine Kinderkrankheit harmlos verläuft. In einigen Fällen entstehen schwerwiegende Folgeschäden.


Wie reagiert der Körper auf eine Infektion?

Krankheitserreger, die in den Körper eindringen, werden von ihm mit den Abwehrstoffen seines Immunsystems bekämpft. Wird der Körper zum ersten Mal mit einem Erreger infiziert, dauert es einige Tage, bis er genügend spezifisch auf die Krankheitserreger gerichtete Abwehrstoffe produziert hat. Während dieser Zeit können sich Krankheitserreger noch vermehren.

Es kommt zur Erkrankung. Bei einem späteren Kontakt des Körpers mit dem gleichen Erreger ist das Immunsystem in der Lage, diesen zu erkennen und sofort zu bekämpfen. Dank dieses Abwehrsystems kommt die Krankheit nicht zum Ausbruch. Nach einer Infektion sind wir gegen den jeweiligen Erreger meistens immun.


Was ist eine Impfung?

Durch die Impfung werden dem Körper abgetötete oder abgeschwächte Krankheitserreger zugeführt. Der Körper produziert nun gezielt Abwehrstoffe, z.B. Antikörper, ohne dabei die Krankheit zu durchleiden. Somit werden wir gegen diese Krankheiten gewappnet, d.h. wir entwickeln eine Immunität. Je nach Art des Impfstoffes besteht der Immunschutz über Jahre, oftmals für das ganze Leben. Mit der Impfung wird demnach eine natürliche Infektion nachgeahmt, man kann sie auch als vorgezogene und kontrolliert verlaufende Infektion ansehen. Der wichtige Unterschied: Nach der Impfung tritt keine Erkrankung ein. Nur in sehr seltenen Fällen kann es nach der Impfung zu ähnlichen Krankheitserscheinungen kommen wie nach einer natürlichen Infektion. Diese verlaufen in den meisten Fällen aber mild und klingen bald wieder ab.

Zur Vorsicht sollten nach einer Impfung wie bei einer ganz leichten Infektion, z.B. einem Schnupfen, alle außergewöhnlichen Belastungen vermieden werden.

Das Immunsystem soll Gelegenheit haben, eine gute Abwehr gegen den Erreger aufzubauen. Dafür braucht es auch ein wenig Zeit. Nach etwa zwei Wochen ist der Impfling dann gegen die jeweilige Krankheit geschützt.


Warum impfen wir?

Die Möglichkeit, Kinder durch eine Impfung sicher vor Infektionskrankheiten zu schützen, wurde in den 50er und 60er Jahren als ungeheurer medizinischer Fortschritt begrüßt.
Weil manche der damals gefürchteten Infektionskrankheiten wie die Kinderlähmung aufgrund des hohen Prozentsatzes an geimpften Kindern heute viel seltener vorkommen, fühlen wir uns sicher.
Kleinere Epidemien ( d.h. gehäufte Krankheitsausbrüche ) an Masern oder unzählige Fälle von Keuchhusten zeigen uns aber, wie wichtig die Impfung möglichst aller Kinder noch immer ist. Fachleute betonen aber immer wieder, dass ein umfassender Impfschutz nicht nur für das einzelne Kind, sondern gerade auch für die noch ungeimpften Säuglinge und andere aus gesundheitlichen Gründen ungeimpfte Kinder große Bedeutung hat. Die Impfung, d.h. Immunschutz, ohne krank zu werden, ist noch immer die zuverlässigste Prophylaxe.
In allen Ländern wird durch die Weltgesundheitsorganisation ( WHO ) versucht, möglichst alle Kinder durch frühzeitige Impfungen vor Kinderkrankheiten zu schützen. In Österreich gibt der Oberste Sanitätsrat (Bundesministerium für Gesundheit) regelmäßig Impfempfehlungen heraus, nach denen geimpft werden sollte, um möglichst alle Kinder umfassend zu schützen.
In jedem Falle sollten Sie sich vor der Impfung Ihres Kindes über die Bedeutung der geplanten Schutzimpfung informieren. Deshalb haben wir diese Info-Seiten zusammengestellt. Darüber hinaus sollten Sie aber alle offenen Fragen mit Ihrem Arzt besprechen.

Rückfragen: Dr. Monika Ruis