Geschichte
Das Konradinum Eugendorf geht zurück auf eine private Initiative des pensionierten Pfarrers von Hof, Konrad Seyde. Dieser schenkte 1905 dem damaligen Herzogtum Salzburg sein Haus und seinen Garten samt 28.600 Kronen in Wertpapieren für eine Stiftung zur "Verbesserung der öffentlichen Fürsorge für die Idioten und Cretins". Konrad Seyde stellte zwei Bedingungen:
Über die Zeit danach, sowie die unmittelbaren Vorgänge nach dem Anschluss Österreichs an Deutschland, gibt es nicht sehr viele verlässliche Dokumente. Unmittelbar nach dem Anschluss 1938 wurde das Konradinum von den neuen Machthabern dazu gezwungen, die Verlegung von Pfleglingen zuzulassen und so konnte das nunmehr menschenleere Konradinum aufgelöst werden. | ![]() ![]() ![]() ![]() |
Den Barmherzigen Schwestern (Sr. Anna Berta Königsegg und Sr. Cleta Unterberger) ist es 1938 noch gelungen, etwa 20 Kinder aus dem Konradinum nach Mariatal bei Kramsach in Tirol zu bringen. 14 weitere Kinder wurden am 17. November 1938 von der Bezirkshauptmannschaft Salzburg nach Schloss Schernberg überwiesen. Die meisten davon ihnen kamen am 17. April 1939 dann ebenfalls nach Mariatal. Am 23. Mai 1941 schliesslich wurden von dort alle Kinder zusammen mit Kindern aus Fügen und Mils in Tirol in zwei Autobusse verladen und nach Hartheim bei Linz abtransportiert, wo sie den Tod fanden. Nur ganz wenige Kinder aus dem Konradinum, die bei Pongauer Familien in der Umgebung von Schwarzach Unterschlupf gefunden hatten, konnten vor der Deportation bewahrt werden.
1941 wurde das Konradinum zum Preis von 33.000 Reichsmark zugunsten der NSDAP enteignet und 1949 entschädigungslos in das Eigentum des Landes Salzburgs zurückgestellt. Zwölf Jahre lang war das Konradinum gegen den Willen des Gründers und Stifters Konrad Seyde verwendet worden. 1950 übertrug die Landesregierung neuerlich der Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom Heiligen Vinzenz von Paul die Leitung. Bis zum Ausscheiden der Kongregation aus dem Konradinum 1986 wurden die behinderten Kinder zumeist von drei Schwestern aufopferungsvoll betreut, gepflegt, erzogen und beschäftigt – getragen von der stillen, aber stetigen christlich-humanitären Einstellung.
Mitte der 80er Jahre wurde das Konradinum auf den heutigen Standard mit fünf Wohngruppen umgestellt und baulich saniert. Heute gewährleistet ein Team von knapp 50 Mitarbeiter/innen (Stand August 2007) die Verpflegung der Betreuten, die Reinigung der Unterkunft, die Leibwäsche, die Leitung der Einrichtung selber – und nicht zuletzt eine zeitgemäße, auf die besonderen Bedürfnisse der Betreuten ausgerichtete liebevolle heilpädagogische und pflegerische Betreuung.





