Projekt Freizeitstadion Wals-Siezenheim - Ergebnis Architektenwettbewerb
Pressekonferenz am 20. November 1999, Salzburg, Festspielhaus:
Ihre Gesprächspartner:
Ideale Lösung für Salzburger Stadion und den sensiblen Standort Zur Homepage Schuster Architekten
Ideale Lösung für Salzburger Stadion und den sensiblen Standort Einstimmige Entscheidung der Jury für "Schuster Architekten Düsseldorf" Musterbeispiel für zeitgemäße Sportstättenarchitektur unter den besonders sensiblen Salzburger Rahmenbedingungen Nach zweitägiger Jurysitzung wurde das Projekt des Architekturbüros "Schuster Architekten Düsseldorf" einstimmig zum Sieger des Architektenwettbewerbs der SWS – Stadion Salzburg Wals-Siezenheim Planungs- und Errichtungsges.m.b.H. gewählt. Aus 22 eingereichten Projekten wurden neben dem Siegerprojekt über zwei weitere Preisträger (zweiter Preis: Architekt Dipl.-Ing. Albert Wimmer, Wien; dritter Preis: Wimmer Zaic Architekten, Salzburg), drei Ankäufe und einen Nachrücker auf die Ankauf-Ränge entschieden. Landeshauptmann Dr. Franz Schausberger war vom Siegerprojekt begeistert: "Die Einstimmigkeit in der Jury für dieses Projekt ist der eindeutige Beweis, dass es durch eine innovative architektonische Lösung gelungen ist, den sensiblen Raum für eine moderne Sport- und Freizeiteinrichtung zu nutzen. Der neue Baukörper fügt sich harmonisch in das Landschaftsbild ein und hilft, die Eigenständigkeit und Besonderheit der angrenzenden Elemente zu bewahren. Zudem überzeugt mich das Projekt, weil es mit Kosten von 275 Millionen Schilling sehr umsetzungsbezogen ist." Landesrat Dr. Othmar Raus bekräftige: "Dieses Projekt bringt uns unserem Ziel, für Salzburg eine neue, zeitgemäße Sportstätte zu errichten, einen großen Schritt näher." Ludwig Bieringer, Bundesrat und Bürgermeister von Wals-Siezenheim betonte, dass durch die Absenkung und in der Folge weitgehende Begrünung der gesamten Sportstätte und der Infrastruktur all jenen der Wind aus den Segeln genommen wird, die den Standort für nicht geeignet halten". SWS – Geschäftsführer Alfred Denk: "Wir sind glücklich, dass es mit diesem Projekt gelingt, sowohl den Intentionen des Sports und der Sportpolitik gerecht zu werden und gleichzeitig die erhaltenswerten Besonderheiten der Salzburger Kulturlandschaft zu bewahren". Ing. Dr. Fritz Mair: "Die Professionalität des Preisträgers ist für uns auch ein Garant dafür, dass Qualität, Kosten und Terminplanung eingehalten werden können. Die SWS wird der Salzburger Öffentlichkeit das Siegerprojekt in Ausstellungen präsentieren und damit auch die Bevölkerung von der Qualität des Projektes überzeugen." SV Wüstenrot Salzburg Präsident Rudolf Quehenberger war vom "Schmuckkästchen" begeistert.
Das Siegerbüro "Schuster Architekten Düsseldorf" verfügt über eine umfangreiche Entwurfs- und Ausführungserfahrung in den Bereichen Sport- und Freizeitbau. Es plante beispielsweise das Münsterlandstadion in Münster und den Umbau des Stadions am Zoo in Wuppertal. Besonders hervorzuheben sind auch der Entwurf für die Box- und Judohalle in Berlin (Ankauf 1992) sowie das Kombinationsbad in Passau (2. Preis 1996). Die Aufträge resultieren zum Großteil aus Wettbewerbserfolgen. Die Architektur von "Schuster Architekten Düsseldorf" zeichnet sich durch eine klare und funktionale Formensprache aus, die bis ins Detail konsequent ausgearbeitet wird. Für seine Bauten ist das Architektenbüro, das 1988 gegründet wurde, mehrfach ausgezeichnet worden. Büroinhaber sind Dipl.-Ing. Rolf Schuster, Dipl.-Ing. Jochen Schuster sowie Dipl.-Ing. Olaf Allstedt.
Das Siegerprojekt – Die Begründung der Jury Die südlich der Europastrasse gelegene und sich bis zur Kleßheimer Allee erstreckende Liegenschaft bzw. Baufläche wird beinahe mittig durch ein äußerst subtil in Erscheinung tretendes Bauwerk - dem Stadion - neu definiert. Der herkömmliche Begriff "Bauwerk" wird der konzeptuellen Idee und dem Wettbewerbsprojekt nicht gerecht, vielmehr handelt es sich um ein archetypisches, der Topographie verwandetes Artefakt, das Land-Art-Konzeptionen und kultischen, sowie natürlichen aus der Historie bekannten Gestaltungen Referenz erweist. Ein zum Großteil in den Erdraum gebettetes "negatives" und doch zu weiten Teilen begehbares Volumen erhebt sich nur durch eine noch offene und in weiterer Folge zu präzisierenden Ausgestaltung sanft und bestimmt über das bestehende Gelände und erzeugt dadurch einen "Einblick in die unergründlichen Triebe des Sportlichen". Dies erfolgt durch einen Geländeanzug - Böschung - welche als begrünte und bewußt gestaltete Landschaftsplanung (weich) oder durch architektonische Elemente wie Treppen, Rampen und dgl. (hart) als zikkuratartiges Fragment sich ausprägt. Die Gesamtlage der rechteckigen Grundrissfiguration nimmt die gesamte Bautiefe von Europastrasse bis hin zur Kleßheimer Alle ein und bildet zum Schloßpark hin einen strukturierten Vorbereich West und zur Autobahn einen platzartigen Vorbereich Ost aus. Optional bestehen hier Flächen der unterschiedlichen Freizeit- oder terziärer Nutzung, wobei als vermittelndes Element zum Schlosspark hin die Multifunktionale Halle als intarsienartiger und abgesenkter Baukörper angeordnet ist. Die oberirdischen Parkplätze sind laut Vorbedingungen nördlich der Europastrasse vorgesehen, die Verkehrslösung D 1 unverändert übernommen und die Europastrasse als Schlossallee, welche ohne Beeinträchtigung der Sichtberziehung ausformuliert ist, kultiviert. Der Vorschlag operiert somit mit den sensiblen örtlichen Gegebenheiten im Vorfeld des Fischer v. Erlachsch´en Barockschlosses ( um 1702) Kleßheim idealerweise, weil seine Prägnanz eine lokal-örtliche und sich erst durch konkrete Begegnung erschließt und ein integrativer Teil einer neuen Landschaft sich dadurch konstituiert. Neben der Metapherhaftigkeit bietet der einstimmige Preisträger des europaweiten Architekturverfahrens besondere alltägliche Aneigungsmöglichkeiten für Jung und Alt, für Events außerhalb des sportlichen Genres, sodass von einem Impuls für Freizeitlandschaft vor dem Schlosspark gesprochen werden kann, welcher dadurch Entfaltungsmöglichkeiten erhält. Diese antiurbanistische, aber gleichzeitige architektonische Intervention gewährt den Einblick von oben (dem Terrain) und eine unkomplizierte Erschließung. Dieser innovative Ansatz eines Stadions wird durch einige konstruktive Elemente unterstrichen und weiter ausformuliert. So ist z.B. die eigentliche Tribünenüberdachung ein vorgespanntes Seiltragwerk, welches aus einer transluzenten Membran gebildet wird und der Sportarena einen Open Air Charakter trotz gedeckter Sitzplätze gibt. Durch die räumliche Nähe von MF- Halle und Stadion enstehen betrieblich-organisatorische und räumliche Synergien und ein sparsamer Umgang mit gebauten Volumina. Der gestellte Kostenrahmen erscheint plausibel. Ein weiteres Spezifikum des Projektvorschlages erweist sich durch die Gleichwertigkeit der geforderten Ausbaustufen von 20.000 bzw. 32.000 Sitzplätzen und die ressourcenbewußte Überlegung eines Erdmassenausgleichs (Aushub= Böschungsaufschüttung). Die wirtschaftlichen und funktionellen Aufgaben wurden für die Wettbewerbsphase gut gelöst.
Empfehlungen der Jury für die weitere Vorgangsweise: Das Projekt wurde einstimmig für den ersten Preisrang vorgeschlagen und soll in weiterer Folge mit den Planungsleistungen beauftragt werden. Folgende Überlegungen und Verbesserungen sind dabei neben veranstaltungspolizeilichen, gewerberechtlichen, baupolizeilichen Gesetzen und UEFA-Richtlinien insbesonders zu berücksichtigen bzw zu klären:
Für die Jury: Max Rieder e. h. (stv. Vorsitzender) Klaus Kada, Vorsitz Erklärung Prämiert wurden insgesamt 7 Projekte – drei Preisträger und 4 Ankäufe. Preisträger sind solche Projekte, die die Ausschreibungskriterien gänzlich erfüllen und als realisierbar erachtet werden. Der erste Preis ist dabei als ausdrückliche Empfehlung zu Umsetzung zu sehen. Ankäufe sind jene Projekte, die als besonders kreativ und innovativ erachtet wurden, und die einen besonderen Beitrag zum Wettbewerb geleistet haben. Sie können gegebenenfalls den Ausschreibungskriterien nicht vollkommen entsprechen. Die Jury hat beim Architektenwettbewerb zum Stadion in Wals-Siezenheim 3 Ankäufe sowie einen Nachrücker auf die Ankaufränge vergeben. Die Besonderheit ist, dass der erste Ankauf auch Nachrücker auf die Preisränge ist. Dies bedeutet, dass dieser Ankauf genau dann einen Preis erhält, wenn sich herausstellt, dass einer der Preisträger aus irgendeinem Grund nicht berechtigt war, am Wettbewerb teilzunehmen. Preisträger Erster Preis Schuster Architekten, Düsseldorf / Architekt: Dipl.-Ing. Jochen Schuster Konsulent: Fischer und Friedrich Ingenieurbüro für Tragwerksplanung, Stuttgart Zweiter Preis Architekt Dipl.-Ing. Albert Wimmer, Wien Konsulenten: Vasko und Partner Ingenieure, Ziviltechniker für Bauwesen, Wien Dritter Preis Wimmer Zaic Architekten, Salzburg Architekten: Mag.arch.Robert Wimmer, Architekt Dipl.-Ing. Michael Zaic Konsulent: Dipl.-Ing. Rainer Herbrich, Zivilingenieur für Bauwesen, Salzburg
Erster Ankauf (Nachrücker auf Preisränge) Morphosis, Santa Monica / Architekt: Thom Mayne, Principal Konsulent: Bruce M. Gibbons, Ove Arup & Partners California Ankauf h. reitter architect & kees christiaanse/ASTOC architects +partners, Innsbruck Architekten: Dipl.-Ing. Helmut Reitter, Kees Christiaanse Konsulent: Dipl.-Ing. Christian Aste, Zivilingenieur für Bauwesen, Innsbruck Ankauf Architetto Massimiliano Fuksas, Rom Konsulent: Ing. Fabrizio Gernei Nachrücker auf die Ankauf-Ränge Bétrix & Consolascio, Architekten AG, Erlenbach Architekten: Marie-Claude Bétrix, Eraldo Consolascio Konsulent: BR h.c. Dipl.-Ing. Werner Westhauser, Zivilingenieur für Bauwesen, Salzburg
Fachjuroren
Sachjuroren
ohne Stimmrecht
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