zum Inhalt
zum Inhalt
Energieeffiziente Siedlungen: Fallstudien und strategische Entscheidungshilfen für kommunale Entscheidungsträger (IEA-ECBCS, Annex51)
Eine gebäudeübergreifende, optimierte Energieplanung von Siedlungen und Stadtteilen stellt zum Einen durch die Vielzahl an Akteuren neue Anforderungen an die Beteiligten und die Entscheidungs-findungsprozesse. Zum Anderen bewegt sich die Energieoptimierung im Spannungsfeld von Energie-effizienz und gebäudeübergreifender Energieversorgung auf Basis erneuerbarer Energieträger. Zentrales Ziel ist es daher, basierend auf bestehenden Best-practice-Beispielen im Siedlungsbereich Handlungsanleitungen für kommunale Planungs- und Umsetzungsstrategien abzuleiten und Instrumente kommunaler Energieplanung für Entscheidungsträger und Planer zu entwickeln.
Die Durchführung von Fallstudien zu bereits realisierten Siedlungs- bzw. Stadtteilprojekten, von Energieplanungs- und Implementierungsstrategien aktuell laufender Modellprojekte sowie verschiedener kommunalen Energiestrategien bilden die Grundlage für die Erstellung einer Handlungsanleitung sowie eines Software-Tools für kommunale Entscheidungsträger.
Beschreibung
Ungeachtet des großen technologischen Fortschritts im Bereich Energieeffizienz bei Einzelgebäuden ist im Allgemeinen keine nennenswerte Reduktion des Energiebedarfs von Siedlungen zu beobachten. Einzelbeispiele von Städten und Gemeinden demonstrieren zwar erfolgreiche Energieeinspar- bzw. Klimaschutz-Strategien. Die Erreichung der Klimaschutzziele erfordert hingegen darüber hinausgehende Maßnahmen zur Energiebedarfsreduktion.
Ein wesentlicher Grund liegt darin, dass die erforderliche Festlegung von Zielvorgaben, die Entwicklung eines optimierten Energiekonzepts sowie dessen konsequente Umsetzung einen komplexen Prozess darstellen. Aufgrund der Vielzahl an Entscheidungen und Akteuren bedeuten derartige Prozesse auch einen erheblichen Zeitaufwand seitens der Beteiligten. Aus diesem Grund spielen Fragen des Entscheidungsfindungsprozesses, des Projektmanagements sowie der geeigneten Umsetzungs-strategien neben den technologischen Fragen eine sehr bedeutende Rolle. Im Gegensatz zu Demonstrationsgebäuden müssen kommunale bzw. siedlungsbezogene Energieprojekte zudem eine Optimierung in wirtschaftlicher Hinsicht erzielen, um eine größtmögliche Umsetzungsrate zu erzielen.
Das vorliegende Projekt zielt daher darauf ab, basierend auf bestehenden Erfahrungen in Siedlungen und Gemeinden sowie vorangegangener Annexes des ECBCS-Programms Handlungsanleitungen für kommunale Planungs- und Umsetzungsstrategien abzuleiten und erforderliche Instrumente kommunaler Energieplanung für lokale Entscheidungsträger zu entwickeln. Im Rahmen dieses Projekts soll daher auch ein besonderer Fokus auf die Analyse und Dokumentation der rechtlichen Rahmenbedingungen sowie der unterschiedlichen Planungsansätze in den beteiligten Ländern gelegt werden. Die Betrachtung verfügbarer (technischer) Planungstools spielt hingegen eine untergeordnete Rolle. Die Ergebnisse des Projekts werden in Form eines Leitfadens für Entscheidungsträger sowie eines Software-Tools zur Planung und Optimierung von Siedlungs- Energiekonzepten vorliegen.
Die Durchführung erfolgt in 4 Subtasks:
- Subtask A: State-of-the-art-Bericht über bestehende Organisationsmodelle, Umsetzungsinstrumente und Planungstools für lokale Verwaltungen und Projektentwickler
- Subtask B: Fallstudien zu Energieplanungen und Umsetzungsstrategien in Siedlungen bzw. Stadtteilen
- Subtask C: Fallstudien zu Energieplanung und Umsetzungsstrategien in Gemeinden/Städten
- Subtask D: Instrumente für eine erfolgreiche Energiepolitik auf kommunaler bzw. Siedlungsebene
Die österreichische Beteiligung erfolgt schwerpunktmäßig in Subtask B und D. Im Modellprojekt stadtWerk Lehen in der Stadt Salzburg wird ein Gesamtenergiekonzept für unter Berücksichtigung von Neubauten und des Gebäudebestands erstellt. Basis dafür ist ein eigenes, optimiertes Niedertemperatur-Mikronetz zur Wärmeversorgung, gespeist durch Solarenergie und dem städtische Fernwärmesystem. Das Solarsystem wird durch Einsatz einer Wärmepumpe optimiert. Ein besonderes Augenmerk wird auf die Gestaltung des Umsetzungsprozesses mit verschiedenen Akteuren (Stadt Salzburg, Energieversorger, mehrere Bauträger, Planer, ..) gelegt. Darüber hinaus werden für den Handlungsleitfaden und das Software-Tool "Community Energy Concept Advisor" inhaltliche Beiträge sowie österreich- spezifische Daten eingebracht.
Laufzeit
August 2009 – Juni 2012
Teilnehmende Staaten
Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Japan, Kanada, Österreich, Schweden, Schweiz, Niederlande, USA
Kontakt
Dipl.-Ing. Helmut Strasser
Salzburger Institut für Raumordnung und Wohnen (SIR)
Schillerstrasse 25 /Stiege Nord
5020 Salzburg
Email: helmut.strasser@salzburg.gv.at
Finanzierung
Die Finanzierung der Teilnahme der österreichischen ExpertInnen erfolgt durch das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT).
Link zu Task-Website
www.annex51.org
www.energytech.at
Kontext-Links
www.greensolarcities.com
http://concertoplus.eu
www.european-energy-award.org
www.e5-gemeinden.at
Dieses Projekt wird im Rahmen der IEA- Forschungskooperation im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie durchgeführt.

