Logo Land Salzburg
von A bis Z

Salzburger Landespreis für Erwachsenenbildung und Öffentliches Bibliothekswesen

Preisträger und Preisträgerinnen 2007

Die Verleihung des Salzburger Landespreises 2007 fand am 4.12.2007 in St. Virgil statt.

Innovationspreis

  • 1. Preis
    Dr. Reinhard Ehgartner, Anita Ruckerbauer, Österreichisches Bibliothekswerk für das Projekt
    „Katalogisate online“
  • 2. Preis ex aequo
    Dr. Ingo Bieringer, Friedensbüro Salzburg für das Projekt:
    „Deeskalation. Lehrgänge zur Gewaltprävention“
  • 2. Preis ex aequo
    Maga Petra Aster, DI Richard Breschar, Mag. Walter Riedler, Salzburger Institut für Raumordnung und Wohnen für das Projekt:
    „Sehen und Sichern. Schätze der Kulturlandschaft II“

Praxispreis

Landeskorrespondenz vom 4.12.2007

·

Innovationspreis 1. Preis:
Dr. Reinhard Ehgartner,
Anita Ruckerbauer,
Österreichisches Bibliothekswerk

für das Projekt
„Katalogisate online“

Dr. Reinhard EhgartnerAnita Ruckerbauer

Noch vor wenigen Jahrzehnten erfolgte die Titelaufnahme in Bibliotheken durch mühsame Erstellung von Karteikarten. Mittlerweile wird diese Tätigkeit in den meisten Öffentlichen Bibliotheken über elektronische Bibliotheksverwaltungsprogramme abgewickelt. Trotzdem zählt die Katalogisierung nach wie vor zu den anspruchsvollen und zeitaufwändigen Arbeiten der Bibliothekarinnen.

Das vorliegende Projekt wurde von Praktikerinnen aus der umfangreichen Erfahrung mit der Arbeit von Bibliothekarinnen in Öffentlichen Bibliotheken, gleichsam „von der Basis für die Basis“, entwickelt. Ziel ist, einen Pool an Katalogisaten aufzubauen und laufend zu speisen.

Neben höchster Datenqualität, sind der freie, kostenlose und uneingeschränkte Zugang für alle Interessierten, die Unabhängigkeit von Firmen und die spezielle Ausrichtung auf die Öffentlichen Bibliotheken und die Weiterentwicklung und Verbesserung des Systems in gemeinsamen Lernprozessen besondere Merkmale dieses Projektes.

Besonders stolz sind die Einreicherinnen auf die „Datenwaschmaschine“, einem eigens entwickelten Tool, das in der Lage ist, in wenigen Sekunden Tausende Datensätze u.a. auf Vollständigkeit, richtige Abkürzungen und Schreibweisen oder auf Widersprüche zu überprüfen und unwichtige oder falsche Inhalte zu entfernen.

In den kommenden Jahren strebt man eine noch stärkere regionale Streuung der „Katalogisate online“, eine Erweiterung auf elektronische Medien und die stärkere Zusammenarbeit mit Bibliotheken im Ausland an.

Bemerkenswert ist die gesellschafts- und bildungspolitische Positionierung des Projektes:

  • der freie Zugang zu den Daten mit offenen Schnittstellen, das Recht auf ihre Weitergabe und das Verbot ihrer kommerziellen Nutzung sind ein bedeutender Beitrag zu einem offenen Zugang zu Wissen und Bildung;
  • die Absicht, ein offenes, nichthierarchisches, lebendiges Netzwerk mit breiter Beteiligung von Bibliotheken aller Gattungen zu schaffen und
  • das Anliegen, durch Lernplattformen, Offenheit im Umgang mit Fehlern und Projektpartnerinnen-Treffen auch Lernprozesse bei den Nutzerinnen auszulösen.

Katalogisate online

[zurück]

·

Innovationspreis 2. Preis ex aequo:
Dr. Ingo Bieringer,
Friedensbüro Salzburg

für das Projekt
„Deeskalation. Lehrgänge zur Gewaltprävention“

Dr. Ingo Bieringer

Konflikte sind im beruflichen und privaten Alltag ein „heißes“ Thema. Insbesondere die Konfrontation mit eskalierenden Situationen ist für Jugendliche wie für Erwachsene häufig einschneidend. Fragen, wie „Wie soll ich mich in solchen Situationen verhalten?“, „(Wie) kann ich deeskalierend eingreifen?“, „Wie können derartige Situationen präventiv erkannt und verhindert werden?“ tauchen immer wieder und im Moment verstärkt auf.

Der eingereichte Lehrgang wurde seit 2001 entwickelt und vermittelt Grundlagen und Instrumentarien, um derartige Situationen fachgerecht und nachhaltig zu bewältigen. Er bietet theoretische Grundlagen zum Thema, zeigt gruppendynamische und psychologische Hintergründe auf, ermöglicht persönliche Reflexion und befähigt durch viele praktische Übungen zum konstruktiven Umgang mit eskalierenden Situationen. Die starke Verbindung von theoretisch-analytischen und praxisorientierten Ansätzen ist typisch für den Lehrgang und ermöglicht eine ganzheitliche Auseinandersetzung mit dem Thema Eskalation - Deeskalation.

Die Zielgruppe ist sehr breit gestreut und reicht von Polizeibeamtinnen über Mitarbeiterinnen des Roten Kreuzes, Rechtsanwältinnen, Ärztinnen, Mitglieder der Feuerwehr bis zu Lehrerinnen, Studentinnen und Mitarbeiterinnen in der Jugendarbeit. Besonders wertvoll ist dabei der Erfahrungsaustausch zwischen diesen Personen. Bisher haben 132 Personen diese Ausbildung absolviert.

Das Projekt ist in mehrfacher Hinsicht innovativ: Es greift in erstmals in Salzburg (und wahrscheinlich auch in Österreich) das gesellschaftlich hochaktuelle Thema Deeskalation für hoch eskalierende Konfliktsituationen (Stufe 6 bis 9) in dieser Form auf und führt Personen aus ganz unterschiedlichen Arbeits- und Berufsfeldern zusammen. Es versucht, möglichst alle Ebenen des Themas (Person, Gruppe, Institution) zu beleuchten und ermöglicht durch die Verbindung von Theorie und Praxis, durch Methodenvielfalt und Trainings eine ganzheitliche Auseinandersetzung damit.

Ein besonderes Anliegen des Lehrgangs ist es, den Wissenstransfer zum Thema „Eskalation und Deeskalation“ in möglichst viele Einrichtungen in Stadt und Land Salzburg zu ermöglichen.

Deeskalation. Lehrgänge zur Gewaltprävention

[zurück]

·

Innovationspreis 2. Preis ex aequo:
Maga Petra Aster,
selbständige Volkskundlerin,
DI Richard Breschar,
Salzburger Bildungswerk,
Mag. Walter Riedler,
Salzburger Institut für Raumordnung und Wohnen

für das Projekt
„Sehen und Sichern. Schätze der Kulturlandschaft II“

DI Richard Beschar, Mag. Walter Riedler, Maga. Petra Aster, LRin Doraja Eberle

Die Kleindenkmälererhebung hat im Salzburger Bildungswerk eine jahrzehntelange Tradition. Das eingereichte Projekt startete im Jahre 2002. Seitdem werden die Daten zur Kleindenkmälererhebung im EuRegio-Raum Bayern und Salzburg einheitlich erhoben und in der EuRegio-Datenbank „Schätze der Kulturlandschaft“ zentral archiviert. Ein gemeinsamer Leitfaden, der übrigens inzwischen u.a. schon Verbreitung im ganzen deutschen Sprachraum gefunden hat, unterstützt die Arbeit und sichert ihre durchgehende Qualität.

Die Klein- und Flurdenkmäleraufnahme stellt diese Schätze unserer Kulturlandschaften in Teilen von Bayern und in Salzburg ins Rampenlicht der Öffentlichkeit und leistet damit einen bedeutsamen Beitrag zu ihrer Erhaltung. Die Ergebnisse der Aufnahme werden jeweils auch in gebundener Form aufgelegt und bilden so äußerst wichtige Dokumentationen zur Gemeinde- und Ortsgeschichte.

Die besonderen volksbildnerischen Ziele dieses Projektes liegen in der breiten Bewusstseinsbildung für die Bedeutung der Klein- und Flurdenkmäler in unserer Kulturlandschaft und die Weckung von Interesse an der mit den Kleindenkmälern verbundenen Geschichte. In 22 Gemeinden wurden bereits einschlägige Informations- und Präsentationsveranstaltungen durchgeführt, die zT bis zu 400 Besucherinnen anlockten, was das enorme Interesse der Menschen an diesem Thema belegt. Angebote für spezielle Zielgruppen oder geführte Wanderungen ergänzen das Angebot. Das Interesse zeigt sich aber auch daran, dass rund 50 % der Objekte – als Folge der Aufnahme – inzwischen restauriert wurden.

Ziel ist aber auch die möglichst umfassende digitale Archivierung der Kleindenkmäler im Land Salzburg und die Einschulung von dazu notwendigen ehrenamtlich Tätigen in Grundlagen der Kleindenkmälerforschung und -erfassung.

Inzwischen wurden über 100 ehrenamtliche Kleindenkmälerforscherinnen aus 30 beteiligten Gemeinden ausgebildet. Diese haben bis jetzt über 2500 Objekte in 25 Gemeinden erfasst. Für 22 Gemeinden wurden Dokumentationsbände, Karten, Kurzführer und CDs erstellt. Das Interesse der Salzburger Gemeinden an diesem Projekt ist groß.

Das Modell findet inzwischen in Kärnten, Tirol und in der Steiermark Nachahmung.

Kleindenkmäler

[zurück]

·

Praxispreis für langjährige erfolgreiche Tätigkeit in der Erwachsenenbildung
Volksschuloberlehrer Wolfgang Reichssöllner,
Salzburger Bildungswerk

Wolfgang Reichsöllner, LRin Doraja Eberle

Seit 1979 ist Volksschuloberlehrer Wolfgang Reichssöllner Leiter des Salzburger Bildungswerkes in Stuhlfelden. In dieser Zeit hat er eine Fülle von Bildungs- und Kulturveranstaltungen vorbereitet, organisiert und durchgeführt. Mehr als 1.200 Veranstaltungen mit Schwerpunkten wie Elternbildung, Gesundheit und Umwelt, Politische Bildung und Kultur wurden in diesen 28 Jahren organisiert und von rund 25.000 TeilnehmerInnen besucht.

Damit ist es dem Bildungswerk in Stuhlfelden durchgehend gelungen, einen hohen Anteil der mehr als 1500 Einwohnerinnen zu erreichen. Im Durchschnitt finden in Stuhlfelden heute jährlich über 40 Veranstaltungen des Bildungswerkes statt.

Mit der Ausarbeitung von drei Gemeindespiegeln (1981, 1988 und 2005) leistete Wolfgang Reichssöllner wichtige Grundlagenarbeit für eine umfassende und ganzheitliche Sicht auf die Gemeinde und für die Bildungs- und Kulturarbeit. In sechs Bildungswochen (1981, 1985, 1990, 1995, 2000 und 2005) wurde ein besonders intensives Bildungsprogramm realisiert. Die Bildungswochen wurden jeweils in enger Zusammenarbeit mit Einrichtungen und Vereinen längerfristig vorbereitet, geplant und evaluiert.
Besonders hervorzuheben ist Reichssöllners Tätigkeit in der Koordination örtlicher Aktivitäten und sein Engagement in der Ortsentwicklung in den 90er Jahren.

In seiner Tätigkeit als Bildungswerkleiter hat er immer wieder innovative Methoden der Bildungsarbeit erprobt, um das Angebot attraktiver zu gestalten.

Persönlicher Einsatz, Umsicht, Nachhaltigkeit, ein „langer Atem“ und hohe Qualität zeichnen die Bildungs- und Kulturarbeit von Wolfgang Reichssöllner in besonderer Weise aus.

[zurück]

·

Praxispreis für langjährige erfolgreiche Tätigkeit in der Erwachsenenbildung
Doris Witzmann,
Katholisches Bildungswerk

Doris Witzmann

Doris Witzmann ist seit Jahrzehnten in zahlreichen und unterschiedlichen Funktionen in der Bildungsarbeit des Katholischen Bildungswerkes tätig. So arbeitet sie ab 1982 als Referentin beim Katholischen Bildungswerk in der Ausbildung von Multiplikatorinnen und ist derzeit intensiv in der Begleitung der Regionalkoordinatorinnen aktiv.

Seit 1991 gehört sie ehrenamtlich dem Vorstand des Katholischen Bildungswerkes an, ist derzeit stellvertretende Vorsitzende und hat u.a. den Organisationsentwicklungsprozess des KBW und die Entwicklung des neuen Leitbildes intensiv mitgestaltet.

Doris Witzmann hat ihre ehrenamtliche Mitarbeit nie auf ein eng katholisches Segment reduziert und ihre Ideen und ihre Kreativität darüber hinaus vor allem in ihrer Wohngemeinde Elixhausen eingesetzt. So hat sie u.a. von 1993 bis 1995 am Projekt „Lebens- und familienfreundliche Gemeinde Elixhausen“ mitgearbeitet und den Arbeitskreis „Ehe und Familie“ geleitet. Seit 2003 ist sie führend am Projekt „Generationendorf Elixhausen“ beteiligt. Sie ist Mitglied der Steuerungsgruppe und leitet in diesem Prozess u. a. die Arbeitskreise „Sozialzeitausweis, -konto, -bilanz“ und „Altern in guter Gesellschaft“.

Inhaltlich war und ist ihr immer wieder die Frauenfrage ein besonderes Anliegen.

Neben ihrem vielfältigen Engagement in der erwachsenenbildnerischen Praxis hat Doris Witzmann regelmäßig ihre Kompetenzen durch eigene Fortbildungen erweitert.

Die Arbeit von Doris Wirtzmann zeichnet sich durch hohe fachliche und soziale Kompetenz, durch den wertschätzenden Umgang mit den Teilnehmerinnen und durch Verbundenheit mit dem christlichen Menschenbild aus.

[zurück]

Die Laudationes wurden von Professor Dr. Martin Wiedemair verfasst.

Landeskorrespondenz vom 4.12.2007



Rückfragen: Mag. Robert Luckmann