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Gruppe 03 - Umwelt und Forst                                                                                                                             Tamsweg, im April 2006

Windwurf 2002:

Situation Frühjahr 2006



Der Schadholzanfall im Jahr 2002 hat im Lungau 1,0 Millionen Festmeter betragen, das entspricht fast dem Einschlag von zehn durchschnittlichen Jahren.
Es sind große Kahlflächen von insgesamt 2.300 Hektar entstanden, Einzelflächen sind bis zu 300 Hektar groß!

Durch den vorbildlichen Einsatz der Waldeigentümer konnten bis Ende 2003 bereits 90 % des Schadholzes aufgearbeitet werden.

Im Gegensatz zu anderen Windwurfgebieten im Land Salzburg wurde auch das Schadholz auf vielen Schutzwaldflächen außer Ertrag unter schwierigsten Bedingungen aufgearbeitet und abtransportiert.
Dies war von besonderer Bedeutung wegen der drohenden Borkenkäfer- Massenvermehrung.
Auf diese Weise konnten viele an Windwurfflächen direkt angrenzende Schutzwald-Bestände erhalten werden.

Auch der wirtschaftliche Aspekt ist nicht außer Acht zu lassen:
Wird ein Baum vom Borkenkäfer befallen und muss deshalb genutzt werden, so sinkt der Erlös durch die Abwertung der Holzqualität um ca. € 30.- pro Festmeter, durch die geringen Holzmengen und den verstreuten Anfall steigen gleichzeitig die Holzaufarbeitungskosten.

Für die rasche Aufarbeitung des Schadholzes und die Erhaltung der  verbliebenen Schutzwaldbestände waren vor allem drei unterstützende Maßnahmen von entscheidender Bedeutung:

  • Assistenzeinsätze des Österreichisches Bundesheeres
  • Mittel aus dem Katastrophenfond
  • Forstwegebau

Eine Massenvermehrung des Borkenkäfers wurde 2002 vorausgesagt und ist eingetreten:

Käferholzanfall bis             2003:   13.000 Festmeter maximal (in den Jahren 1984 und 1993)

                                              2004:   50.000 Festmeter

                                              2005: 100.000 Festmeter

Auf Grund des Schadholzanfalles 2002 und der ungewöhnlichen Witterung 2003 (Jahrhundertsommer) sowie der allgemeinen Klimaerwärmung ist im Lungau eine nie da gewesene Käferholzmenge angefallen.
Mit 15 % zusätzliches Käfer- Schadholz bezogen auf die ursprüngliche Schadholzmenge konnte dieser Anteil jedoch durch die dargestellten Maßnahmen und raschen und intensiven Anstrengungen aller betroffenen Waldeigentümer verhältnismäßig gering gehalten werden. In anderen Schadensgebieten Salzburgs liegt dieser Wert bei 85 %!
Als forstliche Gegenmaßnahmen wurden im abgelaufenen Jahr und werden im Jahr 2006 vor allem die vorbeugende Vorlage von Fangbäumen und die Durchführung von Fangschlägen angewendet werden.
Zusätzlich wird die forstliche Beratungstätigkeit auch durch den Einsatz von Waldschutzberatern intensiviert.

Die Maßnahmen der Wiederbewaldung sind im Jahr 2004 voll angelaufen und werden auch in den nächsten Jahren noch andauern. Auch hier ist der verstärkte Einsatz von forstlichen Förderungsmitteln zur Unterstützung der Waldbesitzer und zur Erzielung gemischter und strukturierter Verjüngung sehr wertvoll.
Die Zunahme der Wildschäden (sowohl Verbiss- als auch Schälschäden) erfordert aber auch den vollen Einsatz und Mithilfe der örtlichen Jagdinhaber zur Reduktion der vielerorts überhöhten Schalenwildbestände.

Für den Bezirkshauptmann:


Dipl. Ing. Bonimaier



Rückfragen:

Dipl.Ing. Johann Bonimaier, Tel. 06474/6541-6503