Logo Land Salzburg
Mobile-Version
von A bis Z

Aufenthaltstitel (Aufenthaltserlaubnis, Niederlassungsbewilligung)


Aufenthaltstitel berechtigen zum Aufenthalt für einen bestimmten Zweck oder zum dauernden Aufenthalt und werden erteilt als:

  • Aufenthaltserlaubnis: wenn Sie sich nur vorübergehend in Österreich niederlassen wollen (z.B. Studium, Schulausbildung, Betriebsentsandter, Saisonarbeitskraft - näheres siehe unter Aufenthaltszwecke für Aufenthaltserlaubnisse).
  • Niederlassungsbewilligung: wenn Sie sich in Österreich auf Dauer niederlassen wollen, das heißt, Sie haben in Österreich einen Mittelpunkt Ihrer Lebensinteressen oder wollen in Österreich zur Ausübung einer Erwerbstätigkeit niedergelassen sein.


Aufenthaltstitel (Niederlassungsbewilligung oder Aufenthaltserlaubnis) können auf Antrag erteilt werden. Dabei ist zu unterscheiden zwischen Erstniederlassungsbewilligung, Erstaufenthaltserlaubnis und weiterer Niederlassungsbewilligung oder Aufenthaltserlaubnis (Verlängerung).


Es besteht die Möglichkeit (seit 1.1.1998) einen Anspruch im Rahmen eines Erstantrages auf Familiennachzug geltend zu machen. Der Antragsteller kann in seinem Antrag angeben, dass er den Familiennachzug seines Ehegatten und seiner minderjährigen Kinder beantragt. Die Quote für den Familiennachzug wird dann für ein Jahr reserviert. Wichtig ist jedoch, dass dann bereits im Rahmen der Antragstellung alle Voraussetzungen für die gesamte Familie (z.B. entsprechende Wohnung, genügend Einkommen) erfüllt sein müssen. Der Familiennachzug von Personen, die sich vor dem 1. Jänner 1998 in Österreich niedergelassen haben, ist auf Ehegatten und Kinder vor Vollendung des 14. Lebensjahres beschränkt. Dasselbe gilt, wenn Sie nach dem 1. Jänner 1998 den Antrag gestellt haben und dabei den Familiennachzug nicht beantragt haben.


Die Erteilung einer Niederlassungsbewilligung auf Grundlage einer Verpflichtungserklärung ist unzulässig. Die Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis auf Grundlage einer Verpflichtungserklärung ist möglich.


1. Aufenthaltszwecke

2. Antragstellung

3. Voraussetzungen

4. Zuständigkeit

5. Unterlagen

6. Gültigkeitsdauer

7. Weitere Informationen




1. Aufenthaltszwecke

Falls Sie Ihren Aufenthaltszweck während Ihres Aufenthaltes in Österreich ändern, ist dies der Behörde ohne unnötigen Aufschub bekanntzugeben.

Eine Aufenthaltserlaubnis kann nur für folgende Aufenthaltszwecke erteilt werden:

  • Student
  • Familiengemeinschaft mit Studenten
  • Schüler
  • Familiengemeinschaft mit Schüler
  • Rotationskraft
  • Familiengemeinschaft mit Rotationskraft
  • Volontär
  • Grenzgänger
  • Pendler
  • Saisonarbeitskraft
  • Betriebsentsandter
  • Selbständiger ohne Niederlassung
  • Aufenthalt aus humanitären Gründen
  • Künstler
  • vom AuslBG ausgenommener unselbständiger Erwerb
  • Praktikant

Eine Niederlassungsbewilligung kann nur für folgende Aufenthaltszwecke erteilt werden:

  • jeglicher Aufenthaltszweck
  • Familiengemeinschaft mit EWR-Bürger
  • Familiengemeinschaft mit Österreicher
  • jeglicher Aufenthaltszweck ausgenommen unselbständiger Erwerb
  • Familiengemeinschaft - ausgenommen unselbständiger Erwerb
  • Familiengemeinschaft - ausgenommen Erwerbstätigkeit
  • Privat
  • Medienbediensteter eines ausländischen Informationsmediums
  • Künstler
  • vom AuslBG ausgenommener unselbständiger Erwerb


2. Antragstellung

Der Antrag auf Erteilung einer Erstniederlassungsbewilligung oder  Erstaufenthaltserlaubnis ist grundsätzlich vom Ausland zu stellen.

Ausnahme: Wenn Sie zur sichtvermerksfreien Einreise berechtigt sind und eine Beschäftigungsbewilligung als Saisonarbeitskraft erteilt wurde oder wenn Sie Angehöriger eines EWR-Bürgers oder Österreichers sind, können Sie den Antrag auch im Inland stellen.

Nachdem im Antrag der jeweilige Zweck bekanntzugeben ist und dieser während des Verfahrens nicht geändert werden kann, ist es im Zweifelsfall zu empfehlen, sich vor Antragstellung bei der österreichischen Botschaft im Ausland oder bei der Behörde, die den Antrag in Österreich bearbeitet, zu erkundigen. Zuständig für die Erteilung von Aufenthaltstiteln ist immer jene Fremdenpolizei der Bezirkshauptmannschaft, in deren Wirkungsbereich Sie beabsichtigen zu wohnen oder wo Sie wohnen. Ein Antrag auf weitere Niederlassungsbewilligung oder weitere Aufenthaltserlaubnis kann im Inland vor Ablauf des zuletzt erteilten Aufenthaltstitels gestellt werden. Beim Antrag bzw. bei der Erteilung von Aufenthaltstiteln fallen Gebühren und Verwaltungsabgaben an, die gesondert aufgelistet werden.  


3. Voraussetzungen

A) Voraussetzungen für die Erteilung eines Aufenthaltstitels (Aufenthaltserlaubnis, Niederlassungsbewilligung):

  • Besitz eines gültigen Reisepasses
  • Rechtsanspruch auf eine für Inländer ortsübliche Unterkunft
  • es darf kein rechtskräftiges Aufenthaltsverbot bestehen
  • ein ausreichender Krankenversicherungsschutz muss bestehen
  • Sie müssen über ausreichende eigene Mittel zu Ihrem Aufenthalt verfügen
  • Ihr Aufenthalt darf die öffentliche Ruhe, Ordnung oder Sicherheit nicht gefährden
    oder die Beziehungen der Republik Österreich zu einem anderen Staat beeinträchtigen
    die Voraussetzungen für die Erteilung des Aufenthaltstitels je nach Aufenthaltszweck
    müssen gegeben sein (z.B. gemeinsames Familienleben, Beschäftigungsbewilligung,
    Zulassungsbescheid zur Universität, ...)
  • ev. Quote*

*Im Fremdengesetz ist auch geregelt, dass der Zuzug von Fremden abhängig vom Aufenthaltszweck in Form einer Quote geregelt ist. Die jeweils jährlich zur Verfügung stehende Quote, also die quotenpflichtigen Niederlassungsbewilligungen, sind in der Niederlassungsverordnung geregelt. Falls der Antrag mangels Quote nicht bearbeitet werden kann, wird die Entscheidung aufgeschoben bis eine Zuzugsquote zur Verfügung steht. Im Folgenden wird nach dem jeweiligen Zeitpunkt des Einlangens des Antrages die Niederlassungsbewilligung erteilt.

B) Voraussetzungen für die unbefristete Erteilung einer Niederlassungsbewilligung:

  • es darf keine Tatsache wahrscheinlich sein, dass in Hinkunft ein Versagungsgrund wirksam wird
  • Niederlassung seit fünf Jahren in Österreich
  • regelmäßiges Einkommen aus erlaubter Erwerbstätigkeit

bei Ehegatten und minderjährigen Kindern

  • es darf keine Tatsache wahrscheinlich sein, dass in Hinkunft ein Versagungsgrund
    wirksam wird
  • zwei Jahre Hauptwohnsitz in Österreich
  • gemeinsames Familienleben mit der Bezugsperson, die seit fünf Jahren in Österreich
    niedergelassen ist und regelmäßiges Einkommen aus erlaubter Erwerbstätigkeit hat


4. Zuständigkeit:

Die Zuständigkeit der Behörde richtet sich nach dem beabsichtigten Wohnsitz:

Pongau: BH St. Johann im Pongau, Fremdenpolizei, Franz Lehner, Tel.: +43 6412 6101 6285

Lungau: BH Tamsweg, Fremdenpolizei, Rosemarie Koren, Tel.: +43 6474 6541 6661

Salzburg Umgebung: BH Salzburg-Umgebung, Fremdenpolizei, Peter Moser, Tel.: +43 662 8180 5951

Tennengau: BH Hallein, Fremdenpolizei, Elisabeth Roßmann, Tel.: +43 6245 796 6027

Pinzgau: BH Zell am See, Fremdenpolizei, Birgit Scharler,  Tel.: +43 6542 760 6790

Stadt Salzburg: Magistrat Salzburg, Amt für öffentliche Ordnung


5. Unterlagen, die zur Antragstellung benötigt werden

Unterlagen, die nicht in deutscher Sprache abgefasst sind, sind übersetzt und beglaubigt beizubringen. Die Dokumente, deren Original in Ihrem Besitz bleiben sollen, sowie Unterhaltsverpflichtungserklärungen müssen in gerichtlich oder notariell beglaubigter Abschrift vorgelegt werden. Die Auflistung der Unterlagen hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit; es ist unter Umständen auch notwendig, dass Sie zusätzliche Unterlagen benötigen.

A) Erstantrag:

  • Reisepass
  • Passfoto
  • Geburtsurkunde
  • Meldebestätigung vom Ausland
  • Einkommensnachweis oder Vermögensnachweis
  • Nachweis über die ortsübliche Unterkunft (Mietvertrag oder Kaufvertrag)
  • Strafregisterauszug aus dem Heimatland (nicht älter als 3 Monate, bei Personen ab dem 14. Lebensjahr)
  • Nachweis über ausreichenden Versicherungsschutz

Zusätzliche Unterlagen je nach Aufenthaltszweck:

  • bei unselbständiger Erwerbstätigkeit (Erstantrag quotenpflichtig):
  • arbeitsrechtliche Bewilligung (Einzelsicherungsbescheinigung oder
    Beschäftigungsbewilligung oder Arbeitserlaubnis oder Befreiungsschein) bei
    selbständiger Erwerbstätigkeit (Erstantrag quotenpflichtig):
  • gewerberechtliche Bewilligung (Nachweis der Gesetzeskonformität der Erwerbstätigkeit)
  • Einkommensnachweis

Familiengemeinschaft (Erstantrag quotenpflichtig)

  • Meldezettel des Angehörigen in Österreich
  • Einkommensnachweis des Ehegatten (bei Kindern Einkommensnachweis der Eltern)
  • Heiratsurkunde
  • Staatsbürgerschaftsnachweis (bei Angehörigen von EWR-Bürgern und Österreichern)

Student

  • Zulassungsbescheid zur Universität

Schüler

  • Nachweis des beabsichtigten Schulbesuches bei einer anerkannten Schule

Saisonarbeitskraft, Praktikant, Volontär (Verlängerung im Inland nicht möglich)

  • arbeitsrechtliche Bewilligung

vom Ausländerbeschäftigungsgesetz ausgenommener unselbstständiger Erwerb

  • Bestätigung des Arbeitsmarktservice, dass die Tätigkeit vom Ausländerbeschäftigungsgesetz ausgenommen ist

in Österreich geborene Kinder (keine Quotenpflicht, während der ersten drei Monate von der Sichtvermerkspflicht befreit, sofern die Mutter über einen Aufenthaltstitel verfügt)

  • Aufenthaltstitel der Mutter

B) Verlängerungsantrag

  • Reisepass
  • Passfoto
  • Meldezettel
  • Einkommensnachweis (Nettolohnbestätigung, Bilanz, Steuerbescheid, Pension, Einkommensnachweis des Ehegatten...)
  • arbeitsrechtliche oder gewerberechtliche Bewilligung (Beschäftigungsbewilligung, Arbeitserlaubnis, Befreiungsschein, gewerberechtliche Bewilligung, ...)
  • Nachweis über ortsübliche Unterkunft (Mietvertrag, Kaufvertrag)
  • Versicherungsnachweis

Student:

  • Nachweis über Studienerfolg

Schüler:

  • Schulbesuchsbestätigung

Antrag auf Erteilung einer unbefristeten Niederlassungsbewilligung

  • Reisepass
  • Passfoto
  • Meldebestätigung der letzten 5 Jahre (ohne Unterbrechung)
  • Lebenslauf
  • Bestätigung über Versicherungszeiten
  • Polizeiliches Führungszeugnis (vom letzten Wohnort aus dem Ausland, nicht älter als 3 Monate bei Personen über 14 Jahre)
  • Mietvertrag oder Grundbuchauszug
  • Einkommensnachweis
  • wenn Sie Angehöriger eines EWR-Bürgers oder österreichischen Staatsbürgers sind:Heiratsurkunde,Staatsbürgerschaftsnachweis, Adoptionsunterlagen


6. Gültigkeitsdauer

Die Gültigkeitsdauer eines Aufenthaltstitels richtet sich

  • nach der Gültigkeit des Reisepasses
  • der arbeitsrechtlichen Bewilligung
  • nach der Dauer der Gültigkeit der Person, dessen Familienangehöriger Sie sind

Die erste Niederlassungsbewilligung ist auf eine Höchstdauer von einem Jahr beschränkt, die nächsten zwei Verlängerungen auf jeweils zwei Jahre, sofern nicht die Voraussetzungen für die Erteilung einer unbefristeten oder längerfristigen Niederlassungsbewilligung bestehen.


7. Weitere Informationen

Niederlassung & Aufenthalt beim Bundesministerium für Inneres