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Maul- und Klauenseuche (MKS) - Vorsichtsmaßnahmen durch den Landwirt
In Großbritannien ist die Maul- und Klauenseuche außer Kontrolle geraten und sie hat sich schon auf mehrere andere Europäische Staaten ausgebreitet. Sie ist damit auch zur großen Gefahr für die heimische Landwirtschaft geworden. Neben den durch die Behörden ergriffenen Vorsichtsmaßnahmen, wie etwa Beschränkungen für den Viehhandel und den Tiertransport, dem Importverbot für tierische Nahrungsmittel aus den betroffenen Ländern und Desinfektionsmaßnahmen an den Grenzen, sollte auch jeder Landwirt für seinen eigenen Betrieb zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen ergreifen.
Betriebsfremde Personen sollen grundsätzlich die Ställe nicht betreten, da das Virus auf Kleidung und Schuhen anhaftet und so übertragen werden kann. Fremde Personen, die den Stall in Ausnahmefällen betreten müssen, sollen eine betriebseigene Schutzkleidung, wie Mantel, Überschuhe oder Gummistiefel, sowie eine Kopfbedeckung tragen. Zur Desinfektion dieser Kleidung reicht der normale Waschvorgang bei 60°C aus.
Weiters wird das Auflegen von Seuchenteppichen auf den Hofzufahrten bzw. die Aufstellung von Desinfektionswannen oder -matten vor den Stalleingängen dringend empfohlen. Sie müssen so aufgestellt werden, dass sie nicht umfahren bzw. umgangen werden können.
Die Widerstandsfähigkeit des MKS-Virus in der Außenwelt ist relativ hoch. So hält es sich eingetrocknet monatelang an Haaren, Wänden, Säcken, Kleidern oder Heu. Auch im Erdboden, in den Abwässern oder in der Jauche kann es viele Wochen ansteckungsfähig bleiben. Empfindlich ist das MKS-Virus aber gegen Sonneneinstrahlung, Hitzeeinwirkung und vor allem gegen Veränderungen des pH-Wertes, sowohl in den saueren als auch basischen Bereich. Daher werden als Desinfektionsmittel zum Beispiel fünfprozentige Zitronensäure (50g/Liter Wasser) oder zweiprozentige Natronlauge (nicht bei Aluminium!) verwendet.
Zur Desinfektion der Stiefel ist am besten eine mit Desinfektionslösung angefüllte Wanne geeignet. Da Schmutz die Wirkung von Desinfektionsmitteln aber erheblich beeinträchtigt, sind die Stiefel vor dem Betreten der Desinfektionswanne zu reinigen. Als Seuchenmatte kann ein einfacher Schaumgummi verwendet werden, der mit dem Desinfektionsmittel getränkt wird.
Seuchenteppiche für Fahrzeuge können in der Form errichtet werden, dass sie mit Kanthölzern eingefasst, mit einer dichten Plane ausgelegt und mit Sägespänen befüllt werden. Das Desinfektionsmittel ist in einer solchen Menge zuzugeben, dass die Späne richtig nass sind. Es ist ständig nachzufüllen, da die Matten bei Austrocknung ihre Wirkung gänzlich verlieren. Wichtig ist, dass das Reifenprofil in seiner gesamten Tiefe getränkt wird. Die Radkästen können zusätzlich mit der Desinfektionslösung besprüht werden.
Mit diesen Maßnahmen kann der Landwirt selbst einen wesentlichen Beitrag zur Vorbeugung gegen die Einschleppung der Maul- und Klauenseuche leisten.
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