Stieglitz

Distelfink-Pärchen (c) Karin Jähne/ pixelio.de
Stieglitze sind auffällig gefärbt und daher leicht erkennbar
Stieglitze (Distelfinken) sind Vertreter der Finken und von ihrem Habitus her etwa kleiner als Sperlinge. Die Altvögel besitzen rote Gesichtsmasken, die im Jugendkleid noch nicht ausgebildet sind. Kopf und Halsseiten sind weiß, der Oberkopf und der Nacken schwarz abgesetzt, ebenso die Flügel. Die Flügel zeigen in allen Kleidern ein auffälliges gelbes Feld. Seine Oberseite ist grau bis braun. Der Bauch ist hell. Stieglitze besitzen ihrer Ernährungsweise entsprechend (Körnerfresser) einen langen, kräftigen Schnabel. Das Jugendkleid ist diffus gestreift, der Kopf graubraun (die rote Maske noch nicht entwickelt), gelber Flügelstreif schon vorhanden
Sie bevorzugen natürliche und naturnahe Lebensräume
Stieglitze leben in lichten Laub- und Laubmischwäldern, Parks und Gärten. Sie sind Kurzstreckenzieher und ziehen zwischen Oktober und April nach Süd- und Westeuropa, aber auch in Mitteleuropa. Sie kommen von Westeuropa bis Mittelsibirien, und in Nordafrika vor. Bei uns brüten sie bevorzugt an Waldrändern, in Streuobstgärten, in Heckenlandschaften, aber auch in Parks. Außerhalb der Brutzeit leben sie in kleinen Trupps, klettern häufig in Staudenpflanzen (v. a. Disteln (>Name)).
Stieglitze legen ihre Nester in hohen Bäumen oder hohen Sträuchern an; sie bauen ein Napfnest, in das sie 4-6 braunschwarze, auch rot gezeichnete Eier legen. Das Weibchen bebrütet die Eier etwa 12-14 Tage bis zum Schlupf, die Jungen werden dann noch etwa eine Woche von beiden Eltern außerhalb des Nestes gefüttert. In der Norm haben Stieglitze eine Jahresbrut.
Der Ruf der Stieglitze ist ein „dudidelidelet“ oder „didudid“, auch scharfe „zidi“ oder schnarrende „tschrr“ bei Auseinandersetzungen sind zu hören. Bettellaut der Jungvögel ist ein „di-wet-wet di-wet-wet“. Der Gesang wird als Strophe mit Schnörkeln und Trillern vorgetragen, die auch nasale Elemente aufweisen kann.
Stieglitze haben ein reiches Nahrungsspektrum
Distelfinken fressen vor allem Sämereien von Stauden und Wiesenpflanzen, in der Brutzeit ernähren sie sich auch von kleinen Insekten. Für den Nahrungserwerb finden wir beim Stieglitz besondere Anpassungen hinsichtlich der Bewegung: Stieglitze können kopfunter am Ast hängend picken, sie können dünne Halme langsam unter seitlicher Körperhaltung nach oben klettern, bis der Halm sich zum Boden neigt und sie zu den Samenkörnern gelangen. Das Fressen der Samen erfordert dem Stieglitz eine gewisse Technik ab: die Hüllspelzen müssen vom Samenkorn entfernt werden, z.T. müssen sie aufmeißelt werden wie z.B. die Samen der Kiefernzapfen, unreife Samen werden einfach zerquetscht, wieder andere, nämlich die Samen von Pflanzen mit offenen Fruchtständen (wie Mädesüß, verschiedene Ampferarten und Wegericharten) werden einfach herausgepickt; alle diese Techniken müssen die Jungvögel von den Eltern erst erlernen. Bei der Futtersuche werden Stieglitze oft gestört und deswegen sind Futterpflanzen nur ungenügend ausgeklaubt. Das ist auch die Ursache, warum der Stieglitz seine Futterpflanzen nicht ausrottet.
Die Vögel sind derzeit ungefährdet
Der Stieglitz gilt derzeit als ungefährdeter Brutvogel. Die Bestandessituation ist als "Häufig" eingestuft, die Bestandesentwicklung ist abnehmend. Die Arealentwicklung des Stieglitzes ist stabil, die Habitatverfügbarkeit hoch. Die Entwicklung der Habitatsituation ist beim Stieglitz gleich bleibend. Trotzdem ist er durch die Bestimmungen der Salzburger Pflanzen- und Tierarten-Schutz-Verordnung (LGBL.Nr.18/2001) landesweit geschützt.
Zum Schutz dieser Art besteht Handlungsbedarf, besonders im Bereich Lebensraumerhaltung und Lebensraumverbesserung, Erhaltung extensiv bewirtschafteter, grüner Wiesen, Weiden sowie Streuobstbeständen, und Anlage und Pflege selbst begrünter Brachen. Monitoring !
Weiterführende Links:
Pflanzen- und Tierarten-Schutzverordnung
Rote Liste gefährdeter Tierarten
Ursachen für die Gefährdung der Tiere

