Segelfalter

Segelfalter Bildquelle: pixelio.de
Segelfalter sind tagaktive Ritterfalter
Segelfalter sind tagaktiv und als Schwesternart des Schwalbenschwanzes ein Vertreter der Ritterfalter.
Sie sind weit verbreitet von Nordafrika, über Süd- und Mitteleuropa, über den Nahen und Mittleren Osten bis Westchina. Vertikal tritt er in Höhenlagen von 0-2700m auf. Das Verbreitungsmuster zeigt lokale Häufungen.
Sie sind an ihrer Flügelzeichnung gut erkenntlich
Die Falter fliegen von März bis Oktober. Die Flügelspannweite ausgewachsener Falter beträgt etwa 50 - 70 mm, wobei die Weibchen etwas größer sind als die Männchen. Die Grundfarbe der Flügel (sowohl Hinter- als auch Vorderflügel) ist blassgelb mit schwarzer Längsbänderung. Die Hinterflügel besitzen außerdem einen rotbraun hinterlegten, blauen Augenfleck. Auffällig sind bogenförmige, blau eingelegte, schwarze Muster auf den Hinterflügeln sowie schwanzartige Fortsätze ähnlich dem Schwalbenschwanz, die aber noch länger sein können als bei letztgenanntem Schmetterling.
Ihr Lebensraum sind naturbelassene Lebensräume, aber auch Gärten
Lebensraum der Segelfalter sind Gebüsche, Waldränder, offenes Grasland, felsige Hänge und Gärten. Sie suchen den Nektar an Rosengewächse und Wiesenblumen; in Gärten nehmen sie den Sommerflieder gerne als Nektarquelle an. Er lockt die Schmetterlinge durch seinen intensiven Duft an. An den beschriebenen Felshängen lassen sich die Falter gerne in den Aufwinden bis in große Höhen tragen und nützen diese zum Segeln.
Segelfalter zeigen ein auffälliges Paarungsverhalten
Die Falter sammeln sich an offenen Hügelkuppen zur Paarung (hilltoping). Hilltopping ist das Verhalten einiger Insektenarten (u.a. der Ritterfalter), das in erster Linie dazu dient, Geschlechtspartner zu finden. Dazu fliegen die Männchen an exponierte Stellen im Gelände, wie z. B. Hügelspitzen und Bergkuppen und besetzen je nach Stärke ein bestimmtes Areal dieser Spitze, das möglichst weit oben gelegen ist. Paarungsbereite Weibchen fliegen solche Orte an, um Männchen zu suchen. Dies ist besonders bei seltenen Arten oder Tieren, die weit verstreut leben ein wichtiges Kriterium, um sich fortzupflanzen und auch Geschlechtspartner zu finden. Im Nahbereich dienen Pheromone, der olfaktorischen Geschlechterfindung. Während die Männchen nach der Begattung am hilltopping-Platz verweilen, streifen die Weibchen auf der Suche nach Eiablagepflanzen weit umher.
Der Segelfalter tritt in 1-3 Generationen auf, in Mitteleuropa zwei unter günstigen Bedingungen, wobei die zweite Generation fast weiß ist Das Weibchen legt weißliche, kugelrunde Eier an die Blattunterseite der Futterpflanzen, zumeist Schlehen. Die Raupen werden etwa 40 mm lang, wirken dick und bucklig, zunächst schwärzlich, und nach der ersten Häutung grün gefärbt mit gelbroter Sprenkelung. Zur Feindabschreckung können sie gabelförmige Duftdrüsen zwischen den Nackensegmenten ausstrecken. Ihre Hauptnahrung besteht aus Schlehen, Weißdorn, Felsen- und Traubenkirsche sowie verschiedene Obstarten. Die sich aus den Raupen entwickelnde Puppen sind entweder braun oder gelb.Die Puppe überwintert , zumeist an kahlen Stängeln und Stämmen der Nahrungspflanzen hängend. Die Falter benötigen 2-3 Wochen bis zum Schlüpfen aus Sommerpuppen, die Winterpuppen verlassen sie im darauf folgenden Frühjahr.
Segelfalter sind durch menschliche Aktivitäten hochgradig gefährdet
Segelfalter sind in Mitteleuropa selten. Nach Meinung verschiedener Fachleute ist die Gefährdung eine Folge der modernen Landwirtschaft (z.B.Einbringung von Stickstoff durch Düngung, Umwandlung von Blumenwiesen in Futtergraswiesen, Beseitigung von Hecken und Waldmantelsäumen, Mähen bis zum Waldrand). Segelfalter sind nur durch den Erhalt von Hecken, vornehmlich Schlehenhecken, artenreichen Waldmantelsäumen, aber auch anderer Nahrungsgebüsche in der Kulturlandschaft, Erhalt von Blumenwiesen und Einschränkung von Düngung und Beweidung in Waldrandbereichen zu retten.
Nach Angaben von ZULKA et.al. ist die Bestandsentwicklung dieser Schmetterlingsart stark rückläufig.Die Verfügbarkeit der Habitate liegt bei 33%, die flächenmäßige Entwicklung seiner Habitate istz mit -30 bis -50% anzusetzen. Ihre Vorkommen in Salzburg sind auf Populationen in wenigen Teilen des Flachgaus sowie bei Lofer (Pzg.) beschränkt. . Er zählt zu den im Land Salzburg vollkommen geschützten Tierarten. gilt er derzeit als vom Aussterben bedroht Nach Huemer (2001) ist er in Vorarlberg ausgestorben oder verschollen.
Weiterführende Links:
Pflanzen- und Tierarten-Schutzverordnung
Rote Liste gefährdeter Tierarten
Ursachen für die Gefährdung der Tiere
Washingtoner Artenschutzabkommen
Blumenwiesen als Lebensraum für Insekten


