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Schnecken

Weinbergschnecke Foto: Bildarchiv Naturschutzabteilung

Schnecken besiedeln die verschiedensten Lebensräume

Sie sind mit etwa 60000 Arten die artenreichste Gruppe der Weichtiere. Fossil sind sie seit dem Kambrium (Erdaltertum, vor 250 Mill.Jahren) bekannt. Sie besiedeln die unterschiedlichsten Lebensräume des Meeres, des Süßwassers und des Landes. Lungenschnecken sind feuchtigkeitsliebend, ziehen sich bei Trockenheit zurück und kommen bei Nässe bzw. Feuchtigkeit aus ihren Verstecken; auch sind sie an schattig-feuchten Biotopen vorzufinden.

Sie bilden vielfältige Formen aus


Sie besitzen einen asymmetrischen Körper und zeichnen sich durch einen spiralisierten Körperbau, der durch eine Drehung des gesamten Körpers während der Entwicklung gebildet wird aus. Diese Drehung erfolgt während der Entwicklung und ist ein komplizierter Vorgang. So entsteht auch das gewundene Schneckenhaus.
Die Schale der Schnecke ist die Verstärkung des Eingeweidesacks (dieser  enthält die inneren Organe) nach außen. In den meisten Fällen ist sie gewunden, was durch die Eingeweidesacktorsion (Drehung des Eingeweidesacks) zustande kommt. Die Schale ist mehrfach gewunden; das Tier kann sich in sie zurückziehen. Bei Austrocknungsgefahr wird die Gehäusemündung mit dem Operculum verschlossen. Nacktschnecken besitzen entweder ein ganz rückgebildetes oder nur mehr auf einen kleinen Rest reduziertes Haus.
Bei Arten, die die Schale reduzieren, wird der Eingeweidesack in den Fuß verlagert. Schnecken bewegen sich mit einem muskulösen Fuß fort, der die Kriechsohle trägt und außerdem zahlreiche Drüsen, die ein Schleimsekret absondern, das beim der Verankerung des Tieres dient (--> Schleimspur). Wasserschnecken können dadurch am Wasseroberflächenhäutchen haften.

Die Tiere besitzen komplizierte Sinnesorgane

Das Nervensystem der Schnecken kann sehr vielfältig sein. Es besteht aus mehrere Nervenknoten,die die unterschiedlichsten Prozesse (z.B. Atmung Herzschlag und Bewegung)  steuern . Die Atmung der Schnecken kann über Kiemen, die Haut oder über eine Lunge erfolgen. Bei Landschnecken ist Lungenatmung , dort Umbildung der Mantelhöhle zur Lunge.

Auch die Sinnesorgane sind innerhalb der Weichtiere (Schnecken, Muscheln und Kopffüßer (z.B.:Tintenfische)) verschieden ausgebildet: Einfache Grubenaugen, Blasenaugen und hochentwickelte Augen. Spezialisierte Sinneszellen sitzen am Kopf  oder an den Fühlern. Die Tiere besitzen auch Lagesinnesorgane und Chemosinnesorgane.

Schnecken raspeln ihre Nahrung vom Boden ab

Sie sind Weidegänger und raspeln pflanzliche Nahrung, sessile Tiere wie Schwämme, Moostierchen und Nesseltiere  mit einer Rebzunge vom Untergrund ab. Der Darmtrakt ist vielfach gestaltet, in ihn mündet die spezielle Drüse, die die Verdauungsenzyme bildet. Einige fremde Arten gelten als Schädlinge im Garten, denn sie fressen junge Pflanzen und Salat.

Schnecken sind sowohl zwittrig als auch getrenntgeschlechtig




Das rechte Exkretionsorgan ist bei den Schnecken zum  Geschlechtsleiter umgebildet. Viele Tiere sind zwittrig, einige aber auch getrenntgeschlechtig. Selbstbefruchtung ist bei den zwittrigen Arten unmöglich. Einige Schneckenarten sind eierlegend, andere lebendgebährend. Lungenschnecken legen ihre Eier zumeist als Laich ab.

Schnecken bewegen sich mit einem so genannten Fuß fort, das ist der Körperabschnitt, der die Kriechsohle trägt und außerdem zahlreiche Drüsen, die ein Schleimsekret absondern, das beim Kriechen der Verankerung des Tieres dient. Wasserschnecken können dadurch am Wasseroberflächenhäutchen haften.

Auch Schnecken haben Feinde


Natürliche Feinde der Schnecken sind Laufkäfer, zahlreiche Spinnentiere, Igel, Maulwürfe, Amphibien, Reptilien und Vögel, wie die Drossel. Weinbergschnecken fressen aber auch die Gelege anderer Schneckenarten.

Einheimische Schnecken sind gefährdet und daher geschützt

Einheimische Schnecken sind durch den Menschen besonders gefährdet. Einerseits durch Biotopveränderungen, andererseits wurde die Weinbergschnecke früher als Delikatesse geschätzt und deswegen an den Rand der Ausrottung gebracht. Durch nicht einheimischer Arten wie der Spanischen Wegschnecke und der Großen schwarzen Wegschnecke kommt es  zu Konkurrenzierungen hinsichtlich des Lebensraumes und der Nahrung.  

Verschiedene Schnecken sind auch Überträger von Krankheiten und Parasiten wie z.B. Plattwürmern, weil sie dem Großen und kleinen Leberegel und anderen wie z.B. dem Überträger der Bilharziose als Zwischenwirt dienen.

Literatur




Weiterführende Links:

Pflanzen- und Tierarten-Schutzverordnung

Rote Liste gefährdeter Tierarten

Abfrage - Rote Listen

Ursachen für die Gefährdung der Tiere

Lebensraum der Weinbergschnecke

Lebensraum und Gefährdung der vierzähnigen Windelschnecke

Lebensraum und Gefährdung der schmalen Windelschnecke

FFH-Richtlinie

Biodiversität in Österreich

Umweltbundesamt

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Rückfragen: Mag. Michael Hubka