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Zebraspringspinne

Springspinne  Bild: G.Dozlar, www.pixelio.de

Die Zebraspringspinne wurde von der deutschen Arachnologischen Gesellschaft gemeinsam mit der belgischen Arachnologischen Gesellschaft  zur Spinne des Jahres 2005 als grenzüberschreitendes Projekt in mehreren Ländern Europas auserwählt, um mit dieser ersten internationalen Aktion den Bekanntheits- und Beliebtheitsgrad dieses Tieres in der Bevölkerung zu erhöhen.

Zebraspringspinnen  gehören zur Gattung der Spinnen ) und hier zur Familie der Springspinnen. Sie sind tagaktiv, haben es in den Tropen auf eine unerschöpfliche Arten- und Formenvielfalt gebracht, sind aber auch in Mitteleuropa mit 99 Vertretern heimisch. Sie sind eine in Europa relativ häufig vorkommende Art, kommt im Norden Deutschlands bis zur Nordseeküste vor, und im Süden bis zum Alpenrand. Außerhalb Europas ist diese Spinnenart im nördlichen Asien und Nordamerika zu finden.

 

Zebraspringspinnen sind 4-7 mm groß, haben einen etwas gedrungenen Körperbau mit schwarz-weißer Streifung (Namensgebung); durch dieses Aussehen sind sie relativ leicht bestimmbar. das Zeichnungsmuster entsteht durch verschiedenartig gefärbte Schuppenhaare. Auch die kurzen, muskelbepackten Beine können variabel gestreift oder gefleckt sein. Die Beinmuskulatur befindet sich im Inneren des Skelettpanzers. Auffallend ist die hüpfende, springende Fortbewegungsweise  der Springspinnen (Name). Zebraspringspinnen besitzen am Prosoma einen paarigen weißen Fleck und breite, dunkle Querbäder am Abdomen. Die Männchen besitzen deutlich verlängerte Kieferklauen.

Die Tiere sind thermophil, d.h. sie leben an sonnigen, warmen, südexponierten Plätzen besonders im Siedlungsbereich an Felsen, Haus- und Holzwänden, Fassaden  und Holzpflöcken.  Zebraspinnen sind keine Lauerjäger sondern ihre Lebensweise ist räuberisch; ihre Hauptnahrung besteht aus Insekten, z.B. kleinen Fliegen, Mücken und Ameisen, aber auch anderen Spinnen, die sie anschleichen und aus einer Entfernung von etwa 1 cm anspringen und überwältigen, indem sie sie mit den Giftklauen packen und die Beine um sie schlingt und mit einem Giftbiss töten. Zebraspringspinnen bauen keine Netze, sondern fangen ihre Beute im Sprung. Wie alle räuberisch lebenden Tiere besitzen sie große Hauptaugen (Frontalaugen) und mehreren Nebenaugen.Die Hauptaugen haben große Linsen und einen großen Glaskörper; die Tiere besitzen einen hervorragend entwickelten Gesichtssinn und können sogar Bewegungen wahrnehmen. Die Hauptaugen verleihen ihnen ein gutes Form- und Farbensehen. Die Augen spielen auch eine große Rolle bei der Abschätzung der Entfernung und beim Beutefang.  Die anderen sechs Augen sind in drei Reihen auf dem Vorderkörper angeordnet, mit denen sie auch nach hinten schauen können. Zebraspringspinnen können wie nicht wie wir, um ein Objekt zu fixieren, die Augen bewegen, sondern müssen den gesamten Körper nach dem Objekt ausrichten.

 

Die Paarungszeit ist von Mai bis August; die rivalisierenden Männchen liefern sich z.T. bedrohlich wirkende Kämpfe mit ihren überlangen Giftklauen, die aber glimpflich enden. Die Männchen führen regelrechte Balztänze auf, bei denen die Augen ebenfalls eine große Rolle spielen.

Zebraspringspinnen kommen häufig in und an Gebäuden vor, besonders aber auch an alten Wänden und Mauern, besonders zwischen Flechten, aber auch Felsen und Baumstämmen. Die Tiere sind – obwohl giftig – ungefährlich für den Menschen und sollten als Teil der Schöpfung erhalten bleiben. Auch ist es wichtig, ihre Lebensraumstrukturen für ein gesichertes Überleben dieser Vertreter der Springspinnen zu erhalten und nicht irgendeinem Profitdenken zu opfern.

Literatur


Rückfragen:
M.Hubka