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Schwalbenschwanz - Schmetterling des Jahres 2006

Der Schwalbenschwanz wurde heuer zum „Schmetterling des Jahres“  erhoben. Er gehört zur Familie der Ritterfalter (Papilionidae). Er gilt als größter und schönster Schmetterling Europas.

Er ist mit dem Segelfalter nahe verwandt und auch leicht mit diesem zu verwechseln. Diese Schmetterlingsart ist weit verbreitet, wenn auch örtlich nur vereinzelt vorkommend. Verbreitungsgebiete sind fast ganz Europa, Nordwestafrika, Mittlerer und Naher Osten sowie Asien, Japan und Nordamerika.

Seine Flügelspannweite beträgt ca. 55-75 mm mit gelber Grundfärbung und schwarzer Zeichnung. Er trägt an der Hinterseite der Flügel auffällige Schwanzfortsätze, denen er seinen Namen verdankt. Im hinteren Flügelabschnitt trägt er außerdem eine blauschwarze Binde  und rotgefüllte Augenflecken.  Der schlanke Schmetterlingskörper ist mit dunklen Streifen auf gelbem Grund eingefasst.

Schwalbenschwänze fliegen in 1-3 Generationen von April bis Oktober. Die erste Generation besitzt eine gelbe Oberseite mit kontrastreicher, schwarzer Streifung. Bei der 2.Generation ist die schwarze Streifung etwas reduziert, mit blassgelben Schuppen bestreut und besitzt blaue Elemente.  Die 3.Generation tritt in warmen Jahren auf und tritt von September bis Oktober auf.

Seine Eier sind groß, gelblich-weiß und strukturlos. Sie werden einzeln  auf Doldenblütlern (Umbelliferae) wie Engelwurz (Angelica sp.), wilder Karotte (Daucus carota) usw. abgelegt. Auch in Gärten sind sie nicht selten zu finden. Nach wenigen Tagen schlüpfen ca. 2mm große, tagaktive Räupchen, die dunkelbraun gefärbt sind und sich bis etwa 2,5 cm Größe meisterlich als Vogelkot tarnen. Erwachsene Raupen sind durch ihre schwarz-grüne Färbung und gelborange Punktierung (Gürtelraupen) ziemlich auffällig, aber im Gras gut getarnt. Sie stülpen bei Gefahr eine Nackengabel aus, die einen unangenehmen Geruch verströmt, der als Signal dient und Fressfeinde abschrecken soll. Die Raupen sind sehr gefräßig, innerhalb von etwa 14 Tagen nimmt ihr Gewicht auf das Tausendfache zu. Stark gedüngte Wiesen wirken für sie giftig  Im Garten richten die Puppen an  Kulturpflanzen keinerlei Schaden an, da die Eier wie erwähnt einzeln und nicht in Grüppchen abgelegt werden.  Sie verpuppen sich nach ca.30 Tagen an einem geschützten Ort an einem Pflanzenstängel hängend. Die Puppe ist in ihrer Färbung variabel (schwarz, weiß grün oder dunkel-ocker gefärbt). Etwa von Mai bis Juli schlüpft die zweite Faltergeneration. Die Puppen dieser  Generation überwintern. Nach dem Schlupf des Schmetterlings  werden die Flügel durch Einpumpen von Körperflüssigkeit entfaltet.

Der Lebensraum des Schwalbenschwanzes ist offenes Gelände, zumeist,  blumenreiche, trockene Biotope, Magerwiesen, Trockenrasen, Straßenränder und Brachen, wo sie auch ihre Balzflüge durchführen; sie fehlen aber in gedüngten, artenarmen Wiesen.  Weiter im Norden kommen sie in Feuchtbiotopen (Moore, Marschland und Flussufern) vor. Schwalbenschwänze sind durchaus auch an Bergkuppen zu finden, wo die Männchen Hilltopping ausführen.

Die Nahrung der fertigen Falter ist hauptsächlich Nektar nektarreicher Pflanzen wie Disteln, Klee usw., deswegen die Bevorzugung der genannten, blütenreichen Biotope. In Gärten sind sie oft auch an Schmetterlingsstrauch (Buddleja viridis) zu finden.

Durch direkten oder indirekten menschlichen Einfluss gehört der Schwalbenschwanz österreichweit außer in Oberösterreich zu den gefährdeten Schmetterlingsarten. Die Bestandessituation ist mäßig häufig, die Bestandesentwicklung gleich bleibend. Die Areale dieser Schmetterlingsart werden bei ZULKA et al (2005) als mäßig eingeengt beschrieben, ihre Habitatverfügbarkeit extrem positiv, die Habitatentwickling ist negativ. Direkte anthropogene Beeinflussung ist in geringem Ausmaß gegeben.

Schwalbenschwänze gelten wie alle anderen Ritterfalter (Papilionidae)laut nach Pflanzen_ und Tierartenschutzgesetz  (LGBl. Nr. 18/2001)) im Bundesland Salzburg als vollkommen geschützte Tierart.. Nach Angaben in der Salzburger Biodiversitätsdatenbank wurde der Schwalbenschwanz in Salzburg in jüngster Zeit im Brucker Moos (Bruck/Gl.), in Eugendorf-Kraiwiesen, im Natura 2000-Gebiet Bluntautal sowie dem Luegwinkel (beide in Golling), der Schwaigmühlalm am Untersberg (Grödig), beim Freilichtmuseum sowie dem Veitlbruch (Großgmain), in Filzmoos, dem Natura 20000-Gebiet Wengermoor (Köstendorf), dem Wieserhörndl (Faistenau)in den Ortsgebieten von Lofer und Mattsee, am Schwarzer Berg (Scheffau), in Obereching (St.Georgen)dem Seewaldsee (St.Kolomann), am Aineck (St.Margarethen)im Höölngraben (Werfen), der Wengerau (Werfenweng) sowie dem NSG Zeller Moos (Zell am See) gefunden. Neben diesen aktuellen gibt es eine Reihe älterer  Fundorte, an denen der Schwalbenschwanz als ausgestorben bzw. verschollen gilt.

Mit dem Schwalbenschwanz wurde heuer ein Falter zum Schmetterling des Jahres erhoben, der nicht nur zu den gefährdeten Arten gehört und daher unsere besondere Aufmerksamkeit benötigt, sondern auch zu den schönsten Faltern zählt.  





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M.Hubka