Steinschmätzer

Steinschmätzer-Männchen Bildquelle:wikipedia
Steinschmätzer sind mit den Amseln verwandt
Steinschmätzer gehören zur Familie der Drosselähnlichen. Sie sind tagaktive, sperlingsgroße Bodenvögel mit einer Größe von 15 cm und einer Flügelspannweite zwischen 26 und 32 cm. Die Sitzhaltung aufrecht, sodass sie größer wirken. Sie fallen durch lange, dunkle Beine auf.
Brust und Bauch sind weiß. Der vordere Teil des Rückens und der Kopf sind grau, Flügel und Schwanz schwarz und Bürzel sowie Schwanzbasis weiß. Ihr Schwanz ist kurz. Die schwarze Schwanzzeichnung bildet ein umgedrehtes T, das sich gut von der übrigen weißen Schwanzfärbung abhebt. Durch diese Schwanzzeichnung sind die Vögel im Flug gut erkennbar. Die Weibchen besitzen eine bräunliche Oberseite, braune, unscharf begrenzte Ohrdecken. Die Männchen besitzen im Prachtkleid einen blaugrauen Rücken, schwarze Flügel und eine schwarze Kehle. Eine Augenbinde, die beim Männchen schwarz, dem Weibchen und dem Jungvogel braunschwarz ist, reicht vom Schnabel bis hinter das Auge; dort verbreitert sie sich zu einem breiten Schläfenfleck. Der Überaugenstreif ist beim Männchen weißlich, beim Weibchen gelblich. Der Schnabel der Tiere ist spitz.
Die Vögel rufen ein hartes „töck“ oder „tschack“, In den Gesang werden oft Pfeiftöne eingeflochten. Er wird oft von einer Singwarte, aber auch im Singflug vorgetragen. Sie singen während der Morgendämmerung.
Sie sind in ganz Europa und Teilen Asiens und Afrikas verbreitet
Steinschmätzer brüten in mehreren Rassen auf der gesamten Nordhalbkugel bis in die Subtropen, vor allem in den baumarmen Gebieten. Die Vögel können aber durchaus bis in die Gebirgsstufe vordringen. Bevorzugte Lebensräume der Vögel sind Wiesen mit Legesteinmnauern, offenes, steiniges Gelände, z.B. Brach- und Ödland sowie Kiesgruben.
Sie brüten in offenem, spärlich bewachsenem Gelände, Mooren, Brachflächen usw. Steinschmätzer bauen Napfnester am Boden, in Felsspalten, aufgelassenen Säugerbauten, Wiesen und Weiden mit Legesteinmauern und Steinhaufen sowie Berghängen mit Blocksteinen. Legebeginn ist zumeist Mai, sie legen 4-6 weißblaue Eier. Brutzeit ist von April- Juni. Sie haben 1 Jahresbrut. Das Brutgeschäft wird vom Weibchen wahrgenommen. Die Eier werden etwa 14 Tage bis zum Schlupf bebrütet. Danach verbleiben die Jungen noch etwa ebenso lange im Nest und werden von beiden Eltern gefüttert. Ihre Nahrung setzt sich aus Insekten, Spinnen, Würmern und kleinen Schnecken zusammen. Im Herbst fressen sie auch Beeren, wegen des darin enthaltenen Zuckers und damit verbundenen Energiegewinns.
Die Vögel sind Sommervögel: sie bleiben von Mai bis Oktober in den Sommerquartieren und ziehen Richtung Afrika. wo sie überwintern.
Steinschmätzer sind selten und gefährdet
Nach Angaben von OASIS (Österreichisches Artenschutz-Informationssystem des Umweltbundesamtes) kommen Steinschmätzer in Österreich nur in kleinen Populationen vor und sind deshalb oder wegen ihrer Bindung an bestimmte Biotope gefährdet. Teilweise sind die Forschungsergebnisse noch nicht ausreichend, um endgültige Aussagen über Gefährdung und Gefährdungsursachen zu treffen.
Aktuell ist nach Angaben von FRÜHAUF (2005) in ZULKA et al. die Bestandessituation dieser Vogelart mäßig häufig, ihre Bestandes- und Arealentwicklung fluktuierend. Die Habitatnutzung ist hoch, die Habitatentwicklung der Habitatsituation schwach negativ. Eine direkte Beeinflussung durch den Menschen ist nach Meinung des Autors nicht gegeben. Laut seiner Angaben besteht Handlungsbedarf zur Erhaltung der Bestände. FRÜHAUF(2005) schlägt Entwicklung und Durchführung eines Lebensraummanagement-Konzepts für Materialabbaustellen, Erhaltung traditioneller Landschaftselemente, Überprüfung der Einhaltung geförderter Maßnahmen sowie extensive Almwirtschaft und Monitoring vor.
Nach Angaben der Biodiversitätsdatenbank des Landes Salzburg am Haus der Natur kommen Steinschmätzer aktuell in den Natura 2000 Gebieten Nationalpark Hohe Tauern, dem Wenger Moor sowie dem Hundsfeldmoor (Gemeinde Untertauern) vor. Sie sind Bestandteil der Tier- und Pflanzenarten-Schutz-Verordnung und im gesamten Bundesland Salzburg geschützt. Steinschmätzer sind im Anh. I der EU Vogelschutzrichtlinie gelistet. Damit werden die Mitgliedsstaaten verpflichtet, besondere Schutzmaßnahmen hinsichtlich des Lebensraumes zu ergreifen, um ihr Überleben und ihre Vermehrung in ihrem Verbreitungsgebiet sicherzustellen
Weiterführende Links:
Pflanzen- und Tierarten-Schutzverordnung
Rote Liste gefährdeter Tierarten
Ursachen für die Gefährdung der Tiere

