Großer Brachvogel

Großer Brachvogel Bildquelle: Wikipedia.at
Große Brachvögel sind unverwechselbar
Große Brachvögel gehören zur Familie der Schnepfenvögel; sie sind große, krähengroße Watvögel mit langen, dünnen, nach unten gebogenen Schnäbeln; die Schnabellänge kann je nach Alter des Vogels von 95-185 mm variieren.
Ihr Körper ist gelb- und dunkelbraun gestreift, der Bauch ist weiß, Hals und Brust sind braun gestrichelt.
Die Nahrung der Brachvögel sind Kleintiere, Insekten und deren Larven, Regenwürmer, Mollusken, aber auch Beeren und frischen Triebe. Im Watt lebende Vögel fressen außerdem Krebse und kleine Muscheln .
Sie sind Kurzstreckenzieher: Bei Wintereinbruch ziehen sie in ihre Winterquartiere in Nordgriechenland, Kleinasien und Nordafrika und kehren m März in ihre angestammten Brutgebiete zurück.
Die Vögel benötigen natürliche und naturbelassene Lebensräume
Große Brachvögel brüten im mittleren und nördlichen Eurasien; bevorzugte Lebensräume sind Moore, Wiesen, Streuwiesen und Wattlandschaft.
Brachvögel sind Bodenbrüter; pro Paar benötigen sie Brutreviere von 10-70 ha Größe.
Ursprünglich brüteten sie auf feuchten Flächen und Mooren, später auf Streuwiesen; in Anpassung an den Menschen nehmen sie Weideland und Mähwiesen an, jedoch mit schlechtem Bruterfolg. Im Kulturland aber viele Ersatzgelege notwendig.
Die Nester werden in Bodenmulden angelegt, in die sie vier bräunliche, grünliche, oder grünlich dunkel gefleckte Eier legen. Legebeginn ist im April und Mai. Brachvögel brüten einmal pro Saison, das Brutgeschäft wird von beiden Eltern wahrgenommen.
Nach 27-30 Tagen schlüpfen die Jungen, die 5 Wochen im Nest gefüttert werden, bevor sie flügge werden.
Eier des Brachvogels im Bodennest Bildquelle: wikipedia.at
Der Große Brachvogel ist eine stark bedrohte Art
Aktuell sind Brachvögel stark bzw. vom Aussterben bedroht. Nach Meinung von FRÜHAUF (2005) in ZULKA et al. (2005) ist die Bestandessituation des Brachvogels als „sehr selten“ zu bewerten. Ihre Bestandesentwicklung ist mit „abnehmend“ eingestuft, ebenso die Arealentwicklung. Die Verfügbarkeit geeigneter Bruthabitate ist als gering anzusehen. Die Entwicklung der Brachvogelhabitate ist schwach negativ. Eine Einwanderung von außen ist nicht gegeben.
BEZZEL (1996) nimmt zahlreiche Störungen wie Tourismus, z.B. Spaziergänger und andere ahnungslose Naturbeobachter in extensiv landwirtschaftlich genutzten Gebieten an.
Durch die gute Tarnung der Nester in der Vegetation fallen viele Jungvögel den Mähwerken der Landwirten zum Opfer, wenn sie nach erfolgreicher Brut bei Annäherung des Traktors im Nest ducken und verstecken wollen.
Die Gefährdungsarten der Brachvogelhabitate sind vielfältig:
- Entwässerung von Feuchtflächen
- Zerstörung von Mooren und großindustrieller Torfabbau
- Aufgabe der Streuwirtschaft,
- Verbuschung von Streuwiesen durch unregelmäßige Pflege und Mahd (> Ansitzjäger)
Nach Meinung von FRÜHAUF (2005) und BEZZEL (1996) besteht erhöhter Schutzbedarf für den Großen Brachvogels durch:
- Untersuchung der Rückgangsursachen
- Extensivierung der Wiesen,
- Erhalten offener, grünlanddominierter Landschaften
- Wiedervernässung
- Schutz vor künftiger Entwässerung bzw. Meliorisierung und Verfüllungen
- Monitoring der bestehenden Bestände.

Brachvogel im Flug Bildquelle: wikipedia.at
Restbestände gibt es in Salzburg an der Grenze zu Bayern u. Oberösterreich, (Ettenau, Ibmer Moor, Trumerseen, Oichtenriede).
In Zusammenarbeit mit den Naturschutzabteilungen der Nachbarländer und durch geeignete Landschaftsarchitektur sollen die Brachvogelbestände wieder in eine günstige Richtung gelenkt werden.
Der Große Brachvogel ist in Salzburg streng geschützt. Er unterliegt den Schutzbestimmungen der Salzburger Pflanzen- und Tierarten - Schutzverordnung und zählt somit zu den landesweit geschützten Tierarten.
Weiterführende Links:
Pflanzen- und Tierarten-Schutzverordnung
Rote Liste gefährdeter Tierarten
Ursachen für die Gefährdung der Tiere

