Neophyten im Garten
Neophyten sind „neue“ Pflanzen. Diese wurden nach 1492 bei uns (absichtlich oder unabsichtlich) durch menschliches Zutun eingeführt und stellen für unsere Ökosysteme ein großes Problem dar. In Österreich gibt es mittlerweile insgesamt 1110 Neophyten, von denen etwa 275 (27 % des gesamten Pflanzenbestandes) etabliert sind. Bevorzugte Herkunftsländer der fremdländischen Pflanzenarten sind Nordamerika und Asien.
Gerade wegen ihrer Schönheit und Attraktivität für Bienen, Schmetterlinge und teilweise gefährdete Insekten wurden und werden verschiedene fremdartige Pflanzen als Gartenpflanzen verwendet. Durch ihre starken Duft und ihre intensiven Farben, die für Insekten anlockend wirken, konkurrieren sie unsere einheimischen Pflanzen als Nahrungsquelle. Damit fehlt auch die notwendige Bestäubung. Im Sinne des Naturschutzes gelten Neophyten nach der Vernichtung von Lebensräumen weltweit als zweitwichtigste Ursache für die Ausrottung von Arten.
.Durch den Kompost oder ihre achtlose Entsorgung im Wald oder auf Uferböschungen, gelangen sie „in Freiheit“. Durch Ansiedelung an natürlichen Standorten wie Aubereichen, Flussufern und Bildung neuer Populationen werden sie zu einem Problem für unsere Ökosysteme und verdrängen die heimischen Arten durch Besetzen der Biotope und Nischen. Die Kultivierung in den Gärten hat so die erste Voraussetzung für Neophytenvorkommen geliefert. Der Erfolg der Neophyten besteht in ihrer Aggressivität bzgl. ihrer Fortpflanzung und ihrer Ausbreitung.. Das indische Springkraut produziert beispielsweise Hunderte von Samen pro Pflanze, die durch einen Schleudermechanismus weit verbreitet werden. Einzelne Pflanzenteile, die durch ihre Wassernähe verschwemmt werden, können sich wieder zu einer erwachsenen Pflanze entwickeln. Außerdem unterliegen sie einem geringen Feinddruck durch Fressfeinde.Darüberhinaus wirken sie störend auf das Landschaftsbild.
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Mit der Zunahme des Tourismus, des Importes verschiedener Güter (Lebensmittel, Bauholz, Zierpflanzen etc.) und der Globalisierung gelangen sie aus entfernten Ländern relativ leicht nach Europa.
ESSL und RABITSCH (2002) klassifizieren auch sämtliche Kulturpflanzen wie Zwetschke, Ringlotte, Kulturapfel, Birne usw., deren Urformen aus Osteuropa und Asien stammen, als fragliche Neophyten.
Auch viele in der Küche nutzbare Arten wie Küchenzwiebel (Südamerika), Tomate (Süd- und Mittelamerika), Porree (Mittelmeergebiet), Knoblauch (Mittelasien) ua. werden von den genannten Autoren zu den "fremden" Arten gerechnet.


