
Hirschkäfermännchen Bildquelle: www.pixelio.de
Hirschkäfer
Diese Käferart ist unverkennbar
Hirschkäfer sind die größten und auffälligsten Vertreter unserer Käfer. Systematisch gehören sie zur Überfamilie Blatthornkäfern und der Familie Hirschkäfer. Sie sind schwarzbraun, wobei das Männchen braunrote Flügeldecken und Oberkiefer aufweist. Hirschkäfer sind dämmerungsaktiv und zeigen einen ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus.Die Größe der Männchen beträgt etwa 35-72 mm, die der Weibchen etwa 30-45 mm. Die Männchen tragen geweihförmig vergrößerte Oberkiefer, die den Weibchen fehlen; sie tragen normale Oberkiefer. Diese "Geweihe" werden im Kampf um die Weibchen eingesetzt.
In Salzburg gibt es keinen sicheren Hirschkäfernachweis
Hirschkäfer kommen in Süd-, Mittel und Westeuropa vor, im Norden nur in Südschweden und lokal in England. Aus dem Bundesland Salzburg gibt es seit längerem keinen sicheren Nachweis, dafür aus Tirol, Ober- und Niederösterreich, ebenso aus Bayern.
Hirschkäfer benötigen freistehende Eichen und Eichenwälder als Lebensraum; sie nehmen aber auch gerne Parkanlagen an. Sie ernähren sich von Pflanzensäften der Bäume. Die Weibchen vergrößern die Wunden an der Baumrinder mit ihren Oberkiefern, um den Saftfluss zu induzieren.
Das stärkste Männchen bekommt das Weibchen
Zur Fortpflanzungszeit versammeln sich mehrere Männchen am Futterplatz. Sie versuchen ihre Konkurrenten mi ihren Geweihzangen vom Baum zu stoßen. Das stärkste Männchen stellt sich nach diesem Kampf über das Weibchen; in diesem Zustand können sie mehrere Tage verharren und ihre Nahrungsstelle verteidigen.
Nach der Begattung legt das Weibchen die Eier in gefällte Bäume oder an den Wurzeln morscher Eichen ab. Wenig später erscheint die engerlingähnliche Larve, die in morschen Wurzeln und Eichenstämmen lebt. Sie fressen 5-8 Jahre und werden bis zu 8 mm lang. Die Verpuppung erfolgt in einer faustgroßen Puppenwiege im Erdreich; die Entwicklung zum fertigen Käfer dauert etwa 5-8 Jahre.
Hirschkäfer sind sehr selten und europaweit geschützt.
So stellt die Einbringung nicht lebensraumtypischer Gehölze in erheblichem Umfang, ebenso Kahlschläge bzw. großflächiger Einsatz von Pflanzenschutzmitteln eine erhebliche Gefährdung dieses größten mitteleuropäischen Käfers dar. Wichtige Erhaltungsmaßnahmen wären Erhaltung von liegendem, starken Totholz mitsamt der Wurzelstöcke, Belassen ausgewählter, alter Eichen und Eichenbestände in Parks und im Wald, sowie der Erhalt sonstiger Laub- oder alter Obstbäume.
Hirschkäfer sind leider sehr selten; sie sind europaweit durch die EU-rechtliche Bestimmungen geschützt.
Weiterführende Links:
Pflanzen- und Tierarten-Schutzverordnung
Rote Liste gefährdeter Tierarten
Ursachen für die Gefährdung der Tiere
Washingtoner Artenschutzabkommen
Blumenwiesen als Lebensraum für Insekten

